Explodierende Personalkosten

von Redaktion

Seeon-Seebrucker Gemeinderäte beschließen Rekordhaushalt – Unsichere Zukunftsprognosen

Seeon-Seebruck – Der Seeon-Seebrucker Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Haushalt für das laufende Jahr rückwirkend zum 1. Januar 2026 einstimmig abgesegnet. Auch der Finanzplan 2026 bis 2029 und der Stellenplan wurden genehmigt. Nachdem die Grundlagen für die Haushaltswirtschaft in den Ausschüssen bereits intensiv vorberaten wurden, gab es kaum Wortmeldungen. Mit einem Gesamtvolumen von über 24 Millionen Euro hat der Gemeinderat nach dem Jahr 2025 erneut einen Rekordhaushalt beschlossen.

Verwaltungshaushalt
beträgt 14,3 Millionen Euro

Vor allem der Verwaltungshaushalt hält heuer mit 14,3 Millionen Euro einen Rekord, sagte Kämmerer Albert Lahner. Im Vermögenshaushalt stehen rund 9,7 Millionen Euro zur Verfügung. Zur Finanzierung geplanter Maßnahmen ist eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage über 1,7 Millionen Euro vorgesehen. Neue Kredite müssen nicht aufgenommen werden. Wie der Kämmerer ausführte, wurde der Haushaltsplan unter den Vorzeichen von Kostensteigerungen im Bereich der Unterhalts- und Personalkosten erstellt. Zudem sind hohe Investitionsausgaben im Vermögenshaushalt vorgesehen. Gleichzeitig konnten jedoch höhere Einnahmesätze gebildet werden und somit ein Haushaltsausgleich erreicht werden. Sowohl bei der Gewerbesteuer als auch bei der Einkommensteuer konnte die Gemeinde höhere Ansätze generieren. Neben einer höheren Schlüsselzuweisung tragen laut Kämmerer verschiedene kleinere Einnahmepositionen zu einer guten Einnahmesituation des Verwaltungshaushalts bei.

Den erfreulichen Einnahmen des Verwaltungshaushalts stehen erhöhte Ausgaben aus dem laufenden Betrieb gegenüber. Davon betroffen sind besonders der Gebäude- und Grundstücksunterhalt. Heuer betrifft dies besonders den Unterhalt bei den Hafenanlagen mit Reparaturarbeiten und Sanierungen an den Steganlagen. Dazu mussten im Bereich der Abwasserentsorgung und Wasserversorgung höhere Ansätze gebildet werden. Eine wesentliche Steigerung ist auch bei den Schülerbeförderungskosten festzustellen.

4,2 Millionen Euro beträgt der Haushaltsansatz für die Personalkosten. Im vergangenen Jahr lag der Ansatz noch bei 3,8 Millionen Euro. Als Gründe für die Personalkostensteigerung nannte Lahner tariflich festgelegte Gehaltsanpassungen, einen höheren Bedarf an Personal in den gemeindlichen Einrichtungen wie Kitas, Römermuseum und Tourist-Info sowie die Einstellung eines stellvertretenden Kämmerers. Martha Gruber (PWT) verteidigte die Kostensteigerung des Personalwesens. „Wir haben beschlossen, dass die Gemeinde als Arbeitgeber die Reinigungskräfte wieder verstärkt mit eigenem Personal besetzt. Außerdem haben wir eine Kindergruppe mehr und auch Umbesetzungen berechtigen die höheren Personalkosten“, sagte Gruber.

Im Stellenplan werden die Personalkosten als zentraler Belastungsfaktor bezeichnet. Auch weil sich bereits in den Vorjahren ein deutlicher Aufwärtstrend abgezeichnet hatte, wie es hieß. Die Personalkosten nehmen nicht nur den größten Anteil des Verwaltungshaushalts ein, sondern schränken auch den Spielraum für freiwillige Leistungen und Investitionen ein.

Zu den Änderungen mit einer finanziellen Auswirkung zählen unter anderem die Rückkehr von Beschäftigten aus der Elternzeit, die Übernahme einer Auszubildenden und die Einstellung eines stellvertretenden Kämmerers. Die neue Fachkraft ist notwendig, um eine ordnungsgemäße Haushaltsführung und sachgerechte Finanzplanung zu gewährleisten.

Laut den vorläufigen Berechnungen ist eine Zuführung an den Vermögenshaushalt in Höhe von rund 752.000 Euro zu erwarten. Dieser Ansatz liegt im Bereich der berechneten Zuführung des vergangenen Jahres. Eine ordentliche Tilgung der Kredite im Vermögenshaushalt für das laufende Jahr ist jedoch sichergestellt und die Mindestzuführung erreicht. Wie den Positionen des Vermögenshaushalts zu entnehmen ist, hat die Gemeinde wieder eine Reihe von kostenintensiven Projekten in Bearbeitung, die auch über einen längeren Zeitraum laufen werden.

Die für 2026 geplante Entnahme aus der allgemeinen Rücklage über 1,7 Millionen Euro war bereits im Haushalt 2025 eingeplant, konnte aber noch auf das laufende Haushaltsjahr übertragen werden. Durch die geplanten Baumaßnahmen ist heuer aber ein erhöhter Finanzbedarf erforderlich, teilte der Kämmerer abschließend mit. Ein Ausgleich des Vermögenshaushalts ist von den eingeplanten Grundstücksverkäufen (Baugebiet Seeon) sowie einer Auszahlung einer noch ausstehenden Zuwendung für den Bau der Wohnungen in Ischl abhängig.

Teilweise nur
Schätzungen

Zur Finanzplanung teilte die Kämmerei mit, dass die Gemeinde aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Lage vor großen Herausforderungen steht. Wegen der steigenden Kosten und unvorhersehbaren Faktoren wurden die im Finanzplan vorgesehenen Werte entsprechend der zwischenzeitlichen Entwicklung fortgeschrieben. Um Anhaltspunkte für die kommenden Jahre zu erhalten, wurden die Finanzplandaten aus den aktuellen Haushaltsansätzen des laufenden Haushalts hochgerechnet. Diese Zahlen, so Lahner abschließend, unterliegen jedoch aufgrund des zeitlichen Vorlaufs erheblichen Unschärfen in der Prognose und beinhalten teilweise nur Schätzungen.

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