Bergen – Der Leiter der Tourist-Information, Wolfgang Helldobler, widmete sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung der Frage nach der touristischen Position der Gemeinde Bergen und blickte auf die Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre zurück. Dabei betonte er die oft unterschätzte Wertschöpfung aus dem Tourismus. Der Tourismusexperte informierte, dass Bergen in einem Pool von 35 Gemeinden im Landkreis verankert ist und die „Urlaubswelt Chiemgau“ die Speerspitze bildet. Diese hat die wichtige Aufgabe, die Dachmarke Chiemgau voranzubringen und die Region zu stärken.
Derzeit werden interessante Projekte entwickelt, unter anderem eine App, die als digitale Reisebegleitung fungieren und den Gast durch den Urlaub leiten wird. Gleichzeitig wurde ein neues Gastgeberverzeichnis erstellt, in dem alle Vermieter aufgelistet sind.
Helldobler lobte die Broschüre, die die schönsten Bereiche zeigt und zudem auf zwei Seiten auf Mythen eingeht.
Die Aufgabe der Tourist-Information Bergen liegt laut Helldobler in der individuellen Beratung und der Unterkunftsvermittlung. Immer mehr Vermieter bieten nun auch Unterkünfte für eine Nacht für Radtouristen an, freute sich Helldobler. Zudem übernimmt die Tourist-Info als Eventplaner die Organisation und Bewerbung von Veranstaltungen und entwickelte sich in den vergangenen Jahren auch immer mehr zum Bürger- und Vereinsbüro.
Der Experte betonte die Bedeutung des Tourismus als wichtigen Wirtschaftsfaktor für die heimische Wirtschaft. Umgerechnet nach Touristen und Übernachtungen kann von einem Gesamtumsatz in der Gemeinde von 9,6 Millionen Euro im Jahr 2025 ausgegangen werden, der durch den Tourismus bedingt ist. Die Zahlen der Wertschöpfung wurden laut Helldobler von der „Chiemgau GmbH“ für die Region ermittelt. In diese Berechnung wurden auch die Tagestouristen einbezogen. Allein die Seilbahn zählte 80.000 Fahrgäste.
Bürgermeister Stefan Schneider ergänzte, dass in der Hochsaison, im Juli und August, alle Zimmer im Ort ausgebucht sind. Zur Entwicklung des Bettenangebots berichtete Helldobler, dass dieses stabil gehalten werden kann und an die 600 Betten zur Verfügung stehen. Er wertete dies als gesunde Entwicklung. Kleine, hochwertige Ferienwohnungen kommen immer wieder hinzu.
Es konnten 75.123 Übernachtungen gezählt werden. Die Hochphase mit 94.000 Übernachtungen wird nicht erreicht. Man ist weit weg vom „Overtourism“, wodurch der Aufenthalt für alle sehr angenehm ist. Leider sinkt die Aufenthaltsdauer auf 3,2 Tage. Im Jahr 2016 lag diese noch bei vier Tagen. Man hofft, dem durch die Angebote der Chiemgau-Karte entgegenwirken zu können. Bürgermeister Schneider relativierte dies, da wenige Übernachtungen für nur eine Nacht den Durchschnitt drücken. Die meisten Übernachtungen gibt es auf dem Campingplatz. Danach sind Ferienwohnungen beliebt.
Für die Zukunft betonte Helldobler, dass man nicht aufhören dürfe, die Aufenthaltsqualität zu steigern. Eine Augenweide werde die Talstation, die derzeit neu- gestaltet wird. Ihn freute, dass der Gasthof „Zur Post“ wieder geöffnet hat. Die Zusammenarbeit mit den Tourismusorganisationen bleibe wichtig, so Helldobler.tb