Seeon-Seebruck – Reine Naturerlebnisse reichen vielen Urlaubern nicht mehr. Urlaubsdestinationen wie die Gemeinde Seeon-Seebruck müssen den Gästen heutzutage einiges bieten, um die Erwartungen zu erfüllen und die Zufriedenheit zu steigern. Die Tourist-Information Seebruck bietet als zentrale Anlaufstelle ein umfangreiches Programm an. Dieses reicht von Vogelbeobachtungen über Floßfahrten in den Sonnenaufgang bis hin zum Jodelkurs und einer Vielzahl von Ausflugszielen.
Dafür gab es ein großes Lob vom Geschäftsführer des „Tourismus Oberbayern München“ (TOM), Oswald Pehel. Er sprach beim 28. Tourismusabend der Gemeinde Seeon-Seebruck in der Brauerei Camba Bavaria in Seeon.
Pehel informierte die zahlreich erschienenen Vermieter über die Arbeit des Dachverbands. Er betonte, dass Oberbayern eine der stärksten Tourismusregionen Deutschlands sei. Allein in dieser Region leben 180.000 Personen vom Tourismus und erwirtschaften dabei 17 Milliarden Euro Brutto-Umsatz. Die Zahl der Übernachtungen in Oberbayern lag 2025 bei 46,4 Millionen, was eine Steigerung von über zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.
Pehel erinnerte auch daran, dass der Verband verstärkt mit oberbayerischen Erlebnispartnern zusammenarbeite. In Sachen Werbung betonte er, dass ein persönlicher Auftritt nach wie vor wichtig sei. „Trotz Digitalisierung sind Messen wichtig“, so der TOM-Geschäftsführer.
Über 205.000 Übernachtungen, 47.000 Gäste und 1.438 Betten bilanzierte Christine Lindlacher, Leiterin der Seebrucker Tourist-Information, für das Jahr 2025. Besonders stolz ist das Team auf die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 4,36 Tagen, die vergleichsweise hoch liegt.
Ein Aushängeschild der Destination ist zweifellos das Römermuseum. Rund 9.000 Besucher wurden im vergangenen Jahr gezählt, wobei der Tagesrekord bei 500 Besuchern lag. Neu ist, dass Gäste mit einer Gästekarte das Museum bei freiem Eintritt besuchen können. Noch bis Ende Oktober läuft dort die Sonderausstellung „Bauernhof und Luxusvilla“.
Seit rund einem Jahr begrüßt zudem ein „Radlzählrömer“ alle Radfahrer im Römerort Bedaium am Ortseingang von Seebruck. Er befindet sich direkt am Chiemseerundweg. Ein Display zeigt die Anzahl der Radler an, die den Römer passiert haben. „In einem Jahr haben wir 207.000 Radler gezählt“, so die Leiterin der Tourist-Info. Auch das IRS18-Buchungssystem läuft hervorragend. Laut Lindlacher „raschelt es nur so an Buchungen“.
Dass Seeon-Seebruck ein beliebtes Ziel ist, beweisen die vielen treuen Gäste. Im Rahmen des Abends wurde eine Urlauberin geehrt, die seit 65 Jahren jedes Jahr ununterbrochen ihren Urlaub in der Gemeinde verbringt.
Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) bedauerte jedoch, dass die Chiemseeringlinie Anfang des Jahres eingestellt wurde. Der öffentliche Nahverkehr sei für den Tourismus essenziell. Als Lösung ist ein Beitritt zum Verkehrsverbund MVV geplant. Zudem wird der von der Gemeinde organisierte Ortsshuttle-Service ab diesem Jahr bis Mitte September verlängert.
Die Gemeinde ist stets bestrebt, in die Infrastruktur zu investieren. Aktuell steht die Sanierung des Strandbades in Seebruck zur Debatte. Mit Unterstützung von Fördermitteln soll das Badegebäude entweder neu gebaut oder saniert werden, wobei auch der Außenbereich einbezogen wird. „Die Aufenthaltsqualität soll Zug um Zug verbessert werden, ohne die schöne Lage zu beeinträchtigen“, sagte Bartlweber.
Auch private Partner stellten Neuerungen vor. Stefan Augsten bietet mit dem mobilen, holzbefeuerten „Saunabär“ einen neuen Wellness-Trend direkt am Chiemsee an. Der Campingplatz Lambach startet am 1. April mit einem neuen Pächter in die Saison. Große Pläne gibt es auch für den „Malerwinkel“. Die „meine VR Bank“ möchte dort ein neues Hotel errichten. Sprecher Franz Hofmann erklärte, dass man „g’schickt“ sei und auf den Satzungsbeschluss im April warte. Sobald der Bauantrag genehmigt ist und keine Klagen vorliegen, soll der Bau beginnen.
Abschließend verwies Gerald Schölzel, Leiter des Kultur- und Bildungszentrums Kloster Seeon, auf die laufende Dauerausstellung zur 1000-jährigen Geschichte des Klosters. Die Ausstellung „Kloster Seeon – 994 bis heute“ ist täglich von 9 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Sie zeigt anhand von Originalen, Modellen und digitalen Medien die Entwicklung vom Mittelalter über die Barockzeit bis zur Säkularisation und die heutige Nutzung. ga