Stabiler Haushalt ermöglicht Investitionen

von Redaktion

Die Bürgerversammlung in Staudach-Egerndach zog eine positive Bilanz: Die Gemeinde ist schuldenfrei und verfügt über Millionen-Rücklagen für Investitionen. Bürgermeisterin Martina Gaukler sprach über die Wasserverunreinigung und Musikschulleiter Markus Gromes stellte neue musikalische Angebote vor.

Staudach-Egerndach – Zahlen, Daten, Fakten sowie die Haushaltslage standen im ersten Teil der sehr gut besuchten Bürgerversammlung im Gasthof Mühlwinkl im Vordergrund. Ausführlich zeigte Bürgermeisterin Martina Gaukler auch die Herausforderungen der nächsten Zeit auf. Für Aufklärung, wie künftig der Musikschulunterricht geregelt werde, sorgte Musikschulleiter Markus Gromes aus Inzell.

Auch in der kleinen Gemeinde hat der Zensus Auswirkungen. Laut Statistik fehlen der Gemeinde 60 Personen, die jedoch im Einwohnermeldeamt gemeldet sind. Dies, so erklärte die Rathauschefin, habe Auswirkungen auf die Umlagezahlen. Zum Haushalt nannte sie als größte Einnahmen im Verwaltungsbereich die Grundsteuer B mit 126.800 Euro sowie den kommunalen Finanzausgleich mit 580.000 Euro. Letzterer wird jedoch komplett von der Kreisumlage mit 680.000 Euro geschluckt. Die Einkommensteuerbeteiligung liegt bei 812.000 Euro.

Erfreulich entwickelt habe sich die Gewerbesteuer. Diese stieg von 150.000 Euro im Jahr 2020 auf 633.000 Euro im Jahr 2025 an. Die Bürgermeisterin vermutet jedoch, dass dies Ausreißer-Jahre waren und die Gewerbesteuer künftig wieder niedriger anzusetzen ist. Investiert wurde kräftig in die Schule mit über 74.000 Euro für die Erneuerung der Strom- sowie LAN-Verkabelung. Weitere 72.000 Euro flossen in das Kanalnetz. Zudem wurden 36.000 Euro in die Ertüchtigung der Trinkwasserversorgung gesteckt.

Grund hierfür war ein Datum, das Martina Gaukler wohl nicht mehr vergessen wird: Am 26. Juli wurde eine auffällige Wasserprobe erkannt. „Lange Tage und schlaflose Nächte folgten“, erklärte sie und dankte zugleich allen Helfern, die Flugblätter verteilten und die Bevölkerung auf die Abkochverfügung aufmerksam machten. Seither muss das Wasser gechlort werden.

„Wir haben keine Schulden und können sie uns auch nicht leisten“, betonte die Rathauschefin. Dafür kann die Gemeinde auf Rücklagen von 3,8 Millionen Euro verweisen. Diese werden benötigt, um anstehende Aufgaben bei der Wasserversorgung und dem Kindergarten zu finanzieren. Sparsames Wirtschaften sei auch durch die Verwaltungsgemeinschaft mit Marquartstein gewährleistet. An den Verwaltungskosten beteiligt sich die Gemeinde mit 1,4 Millionen Euro.

Die kleine Grundschule wird derzeit von 98 Schülern besucht, darunter stammen 42 Kinder direkt aus der Gemeinde. Seit diesem Jahr wird eine offene Ganztagsschule angeboten und vor Kurzem eröffnete eine kleine Bücherei. Der Kindergarten ist mit 31 Kindern voll ausgelastet. Neben dem kommunalen Anteil an der Betreuung von 122.000 Euro übernahm die Gemeinde auch das Defizit von 11.200 Euro. Martina Gaukler lobte die betriebswirtschaftliche Führung der Einrichtung ausdrücklich.

Besonderes Lob fand sie auch für die Feuerwehr mit ihrer starken Jugend sowie die Arbeit des Achental Tourismus. Trotz eines leichten Rückgangs auf 25.400 Übernachtungen bleibt die touristische Lage stabil. Ein besonderer Erfolg war der zweite Platz beim Deutschen Tourismuspreis, verliehen in Saarbrücken. Zudem erhielt man den Sonderpreis für Nachhaltigkeit, den ADAC Tourismuspreis Bayern.

„Warum ich so gerne Bürgermeisterin bin? Das liegt am ehrenamtlichen Engagement in den Vereinen“, so Gaukler. Arbeiten würden erledigt, ohne großes Aufheben zu machen. Sie lobte den Zusammenhalt in der Gemeinde, die gelebte Nachbarschaftshilfe und die gegenseitige Rücksichtnahme. Das Dorfbild sei so schön, weil die Bürger so fleißig Verantwortung übernehmen. Ein großes Projekt der nächsten Zeit ist die Planung einer weiteren altersgemischten Kindergartengruppe. Aufgrund der Kündigung von Plätzen in Grassau besteht im kommenden Jahr ein zusätzlicher Bedarf von zehn Plätzen. Bislang gibt es einen eingruppigen Kindergarten, aber keine Krippe. Der Gemeinderat hat sich entschieden, den Bestand zu optimieren, eine weitere Gruppe zu installieren und einen Allzweckraum anzubauen. Erste Entwürfe soll es voraussichtlich im April geben.

Bereits im Kindergarten beginnt die musikalische Früherziehung, wie Musikschulleiter Markus Gromes erläuterte. Er stellte die Musikschule Inzell mit ihren 585 Schülern vor. Geplant ist, dieses Angebot auch in Staudach-Egerndach zu etablieren, inklusive einer Bläserklasse. Neben dem Unterricht vor Ort oder in Bergen kann auch Erwachsenenbildung geboten werden.

Die Gemeinde unterstützt die Eltern bei den Kosten: Von dem Gastschulbeitrag in Höhe von 300 Euro übernimmt die Kommune fix 200 Euro. Damit müssen die Eltern lediglich noch 100 Euro finanzieren. Die genauen Kosten des Unterrichts sind auf der Homepage der Musikschule hinterlegt. Ein Infoabend zur Musikschule findet am 23. April um 19.30 Uhr in der Grundschule Staudach-Egerndach statt.

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