Süffiges Bier, schöne Blasmusik und Leviten von Bruder Johannes

von Redaktion

Starkbierfest in Prien – Humoristischer Rückblick auf die Kommunalwahlen – Zwei sichere Schläge reichen beim Anzapfen

Prien – Tradition in Prien hat das Starkbierfest der örtlichen Blaskapelle. Frei nach Georg Lohmaiers Königlich Bayerischen Amtsgerichtsgeschichten waren auch heuer das Bier süffig, die Blasmusik vom Feinsten, die Besucher sittsam und die Honorationen zahlreich erschienen, als Musikvorstand Stefan Hackenberg im König-Ludwig-Saal die Willkommensgrüße sprach.

Traditionell war auch das Levitenlesen von Bruder Barnabas alias Johannes Dreikorn. Trotz etwas lädierter Stimme bat der Fastenprediger in Anwesenheit des Priener Hanslhof- und Ratschkathl-Duos die anwesenden Brüder und Schwestern, die letzte Fastenwoche mit dem Vorsatz zu beginnen: bei Fehlern nicht den Splitter im Auge des anderen, sondern den Balken im eigenen Auge zu sehen.

Natürlich waren die Kommunalwahlen in Prien und Umgebung ein mehrfaches Thema. Zu Prien gewandt bezeichnete er Rosi Hell mit den meisten Stimmen als „Bürgermeisterin des Herzens“ und auf die Fraueninsel blickend lobte er das verschobene Wahl-Duell als extrem gutes Marketing-Konzept für den Insel-Tourismus.

Bedauert wurde vom Prediger, dass der Titel vom „Abriss des Jahres“ nach Prien für das Lechnerhaus und nicht für den seit vielen Jahren leerstehenden Seehof in Rimsting vergeben wurde. Der einmal von Gemeinderat Peter Fischer vorgeschlagenen Initiative „Goldene Kelle“ für Fassaden-Verbesserungen wurde zwar nicht zugestimmt, hätte allerdings eine Berechtigung und wäre von Wichtigkeit angesichts mancher Bauten, Baustellen und Bahnhofs-Situationen.

Zu den Objekten des Stillstands zählt auch der Pfarrhof beziehungsweise der Pfarrhof-Umbau in der katholischen Gemeinde „Mariä Himmelfahrt“. Dessen Bau-Fortschritt lässt auf sich warten und so schlug Bruder Johannes dem anwesenden Pfarrer Philipp Werner und seinem Pfarrvikar und gelernten Bierbrauer Sinha Roy vor, in dem Pfarrhof eine Brauerei einzurichten. An die „Steuerzahler und Steuerhinterzieher und Entscheider“ gerichtet hieß es: „Daheim zählt es. Erkundigt euch vor Ort und nicht nur im Internet und ihr werdet in Prien und Umgebung bestimmt fündig werden, wenn es ums Einkaufen oder um eine Handwerkerbestellung geht. Und besucht die Feste und Veranstaltungen, denn was wäre der Zusammenhalt in der Gemeinde ohne die Vereine?“

Der Fastenpredigt von Johannes Dreikorn gingen erste Blasmusikweisen der Jugend- und der Erwachsenenkapelle unter der Leitung von Karl-Wilhelm Hultsch sowie das Anzapfen des ersten Fasses Starkbier vom Hofbräuhaus Traunstein voraus. Zwei sichere Schläge und ein Sicherheitsschlag von Bürgermeister Andreas Friedrich waren mit Beistand von Richard Hundhammer als Brauereivertreter Garant dafür, dass kein Tropfen des edlen Gerstensaftes verloren ging.

Gute Blasmusikunterhaltung der 40 Musikanten starken Blaskapelle, passende Bewirtung des Luitpold-am-See-Teams und zu späterer Stunde eine Bar sorgten für einen starken und gelungenen Bierabend. An diesem erfreuten sich unter anderem Ehrenbürger Michael Anner senior, Dritter Bürgermeister Martin Aufenanger, viele Anhänger der Priener Blaskapelle aus Rimsting und Greimharting, eine große Schar von Aktiven der Nachbarskapelle Wildenwart sowie nicht zuletzt Gruppierungen, Firmen und Vereine aus Prien und Atzing. hö

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