Unterwössen – Es sticht sofort ins Auge, das helle Stück sauber aufbereitete Tanne, das als neues Brunnenbecken im Oberwössner Kurpark am Maibaum dient. Es ersetzt das bisherige hölzerne Brunnenbecken, das nach einer Standzeit von neun Jahren marode geworden war. Der neue Dorfbrunnen vervollständigt das dortige Ensemble rechtzeitig vor der Errichtung des neuen Oberwössner Maibaums.
Zu danken ist das einer Initiative der Oberwössner Familie Ludwig Voit. Als Forstmitarbeiter lag ihm das am Herzen. Doch am Ende waren es die verschiedensten Akteure, die zum Projekt beitrugen. Gestiftet hat die mächtige Tanne die Staatsforsten Ruhpolding. Oberwössner Helfer schlugen sie nahe der Feldlahnalm. Das Oberwössner Holzrückunternehmen Max Heiß brachte den Stamm ins Tal. Dort schnitten Ludwig und Sohn Vitus ihn fachmännisch zu, bereiteten ihn auf und schnitten das Brunnenbecken hinein. Das Becken bekam einen fachmännischen Abflusskonus, ein ins Becken eingelassenes Metallfutter, durch das das Abflussrohr gesetzt wird.
Am Samstagmorgen war es so weit: Mit dem Bagger hob Hubert Haslberger das alte Brunnenbecken heraus, das neue fuhren Ludwig und Vitus Voit zum Kurpark. Vorsichtig hob der Bagger das mächtige Holzteil aus Tanne an seinen neuen Platz. Ein paar Korrekturschnitte mit der Motorsäge, dann stand das Becken sauber ausgerichtet. Wieder etwas später war der Abfluss sauber installiert. Das mächtige Teil beeindruckt. 4,5 Tonnen Rohgewicht hatte der Stamm ursprünglich. Die scharfen Außenkanten des Stammes sind geglättet, Kerben schmücken den Rand. Eisenringe sind in die Baumenden geschlagen, damit der Stamm nicht reißt.
Ludwig Voit erklärt, warum sie sich mit einer Tanne für die längere Haltbarkeit entschieden haben. Während Fichtenholz durch Harzgänge geprägt ist, zählt die Tanne zu den Kernsaftreifern. Das bedeutet, dass das Holz im dauerfeuchten Zustand Wasser gleichmäßiger aufnimmt, ohne es durch Harzeinschlüsse abzustoßen. Das macht das Material unter Wasserbelastung elastischer und beständiger, so erklärt es der Fachmann. „Passend zur Errichtung des neuen Maibaums gibt das Ganze nun wieder ein stimmiges Bild“, erklärt ein dankbarer Oberwössner Gemeinderat Barthl Irlinger. Die langfristige Instandhaltung bleibt in bewährter Hand: Die benachbarte Familie Sepp Schweinöster übernimmt, wie bereits in den Vorjahren, die Pflege. lfl