Prien – Gemeinsam mit der VHS Chiemsee lud der Awo-Ortsverein Chiemgau-West zu einer Informationsveranstaltung über die Entwicklungsarbeit der Landesarbeitsgemeinschaft Bayern Entwicklungshilfe Mali e.V. (LAG Mali) in Mali ein. Elisabeth Girg von der VHS Chiemsee und Lorenz Ganterer von der Awo konnten Gudrun Kahl, Projektleiterin der LAG Mali, als Referentin begrüßen.
Mali zählt zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Die durchschnittliche Lebenserwartung in dem westafrikanischen Land im Sahel liegt bei 59 Jahren. Mit den globalen Krisen und dem Klimawandel haben die Notlagen der Menschen in Mali zugenommen. Die LAG Mali verfolgt nach Kahl mit ihren Projekten im ländlichen Mali die Förderung von sauberem Trinkwasser, Gemüseanbau und Bildung. Der LAG ist es wichtig, dass die Ideen von den Dorfbewohnern stammen und gemeinsam umgesetzt werden. „Für uns steht die Hilfe zur Selbsthilfe unter Einbeziehung der jeweiligen Kultur im Mittelpunkt unseres Handelns“, führte die Projektleiterin aus.
Die Projektdörfer liegen im Südwesten des Landes, 200 Kilometer im Umkreis der Hauptstadt Bamako. Im Mittelpunkt stehen die malischen Landfrauen. Gudrun Kahl: „Die Frauen werden im Gartenbau, zur Sicherung der Ernährung, unterstützt. Damit der Gartenbau in der trockenen Region auch machbar ist, wird der Bau von Bewässerungsbrunnen gefördert. Durch die Brunnen können sie in der Trockenzeit mehr und länger Gemüse anbauen.“ Die schwere und gefährliche Arbeit des Brunnenbaus wird von den malischen Männern übernommen. Der Gemüsegarten in Chietou wird beispielsweise von 50 Frauen bewirtschaftet. Sie produzieren gesunde Nahrungsmittel, die direkt ihren Familien zugutekommen. Es werden Erdnüsse, Paprika, Zwiebeln und Auberginen angebaut. Unter Anleitung einer Fachkraft legen sie Kompostgräben an und stellen ihren Dünger selbst her.
Ein weiteres Beispiel ist die Seifenproduktion. Die Dorfbewohnerinnen haben angeregt, dass die LAG Mali sie bei der Seifenproduktion unterstützt. Mit der Herstellung und Vermarktung ihrer Produkte erzielen sie ein wichtiges Einkommen. Die LAG schult sie und stellt die Rohmaterialien sowie die Schutzkleidung zur Verfügung.
Ein besonderes Projekt ist die Aufklärung über die gesundheitlichen Folgen der Mädchenbeschneidung. Mit Workshops für Frauen und Männer, Radiosendungen und Versammlungen werden die Menschen vor Ort über die Gefahren und Nachteile der Beschneidung für die Frauen informiert. „Hier sind wichtige Partner die jeweiligen Dorfchefs. Gemeinsam ist es inzwischen gelungen, dass in den Projektdörfern keine Beschneidung mehr durchgeführt wird“, so die Referentin. hö