1.035 Stunden im Ehrenamt geleistet – Mit Spenden Notstromaggregat erworben

von Redaktion

Feuerwehr Oberwössen zieht Jahresbilanz – Zweiter Bürgermeister Johannes Weber würdigt Engagement der Einsatzkräfte

Oberwössen – Die Freiwillige Feuerwehr Oberwössen hat bei ihrer Jahreshauptversammlung am Freitag ihre komplette Vorstandschaft einstimmig wiedergewählt. Der Vorsitzende Stefan Steiner führt den 132 Mitglieder starken Verein in eine weitere Amtszeit und in eine Phase, in der die Ersatzbeschaffung eines dringend benötigten Einsatzfahrzeugs im Mittelpunkt steht.

Wie gut die Feuerwehr in Oberwössen da steht, bewiesen eindrucksvoll die vollen Tische im dortigen Restaurant Poststüberl, als Steiner das abgelaufene Vereinsjahr Revue passieren ließ. Er berichtete von einem Vereinsausflug nach Südtirol mit Rekordbeteiligung, einem Dorffest, dem Schneefest und der Nutzung des Stüberls der Wehr am Feuerwehrhaus für die Weihnachtsfeier.

Beim Eisstockschießen in Inzell trat sie mit zwei Mannschaften an, die Hallenparty fand heuer bewusst im kleineren Rahmen statt. Besonders hob Steiner eine Spende der Familie Gabriel hervor, mit der unter anderem ein neues Notstromaggregat und Jugendausstattung finanziert wurden.

Jugendwart Fabian Bauer legte den Bericht zur Jugendfeuerwehr vor. Von elf Jugendlichen zu Jahresbeginn 2025 rückten drei in die aktive Wehr auf. Über einen Anwerbetag kamen sechs Neuzugänge hinzu. Aktuell zählt die Jugendgruppe acht Mitglieder. Bauer lobte den Elan der Neuen: „Die haben eigenständig einen Termin mit uns organisiert und uns gesagt, dass sie dabei sein wollen.“

Ein Schwerpunkt für die Jugend lag auf der modularen Truppmann-Ausbildung (MTA), die die Wehr erstmals intern und gemeinsam mit der Feuerwehr Unterwössen organisierte. Neun Teilnehmer aus beiden Wehren durchliefen das Basismodul. Ihre Ausbilder kamen aus den Reihen der beiden Feuerwehren, die Ausbildungsunterlagen vom Landesverband. Die Abnahme durch den Kreisfeuerwehrverband Traunstein fand in Oberwössen statt. Jugendwart Fabian Bauer sieht große Vorteile. Die Praxisfälle waren auf die Gegebenheiten in der Gemeinde zugeschnitten, geübt wurde mit dem eigenen Gerät.

Für 2026 stehen das Funkmodul im Juni/Juli und das Abschlussmodul im September auf dem Plan. Am 27. April wird das Jugendleistungsabzeichen in Oberwössen abgenommen. Besonders hob Bauer den Zweiten Jugendwart Mathias Degener heraus, der ihn mit großem Engagement entlaste.

Kommandant Korbinian Mühlberger berichtete von einem vergleichsweise ruhigen Einsatzjahr. Die Wehr rückte zu 13 Einsätzen insgesamt aus: acht Technische Hilfeleistungen, vier Brandeinsätze und eine Sicherheitswache. Darunter waren Verkehrsunfälle auf der B305, ein B4-Brand beim Heistracher in Reit im Winkl und ein Fehlalarm im eigenen Ortsteil Brem, der sich als Lagerfeuer entpuppte. „Sind wir froh, dass es nicht mehr ist im Dorf“, empfindet der Kommandant. 1.035 Ehrenamtsstunden leisteten die Aktiven für Einsätze und Übungen.

Beim Ausblick richtete der Kommandant den Fokus auf zwei Vorhaben: das Leistungsabzeichen Wasser mit mindestens zwei Gruppen – und vor allem die Ersatzbeschaffung des Mehrzweckfahrzeuges OW 11/1. Der Förderantrag liege bei der Regierung von Oberbayern, mit der Gemeinde sei alles abgestimmt. Erst mit Eingang des Förderbescheides könne ausgeschrieben werden. Die Lieferzeiten schätzt Mühlberger auf ein bis zwei Jahre. Zur Fahrzeugausstattung meint er: „Es ist relativ klar, wo der Weg hingeht, aber es dauert noch.“

Kassier Matthias Kühnel legte einen Kassenbericht mit hohen Einnahmen und Ausgaben vor. Größter Einzelposten auf der Einnahmenseite sind 16.700 Euro an Spenden. Die Stiftung der Eheleute Gabriel gab allein 15.000 Euro, zeigte sich der Kassier sehr dankbar. Das half bei den hohen Investitionen unter anderem in das Notstromaggregat und die Ausstattung des Stüberls.

Die Wahlleitung übernahmen die Unterwössner Feuerwehrkameraden Michael Klauser und Florian Sturma. Neben Steiner als Vorsitzender wurden Anton Entfellner (Zweiter Vorsitzender), Matthias Kühnel (Kassier), Florian Blösl (Zweiter Kassier), Jannik Kühnast (Schriftführer), Hardy Hebesberger (Kassenprüfer), Lukas Irlinger (Zweiter Kassenprüfer), Walter Bauer (Erster Beisitzer) und Florian Loider (Zweiter Beisitzer) gewählt – ausnahmslos einstimmig. Nur die beiden Kassenprüfer sind die neuen Gesichter. Ansonsten kandidierten alle wieder.

Der Zweite Bürgermeister der Gemeinde, Johannes Weber, würdigte die Arbeit beider Ortsfeuerwehren: 1.035 Ehrenamtsstunden allein in Oberwössen seien ein „Dienst der Gesellschaft für die Gesellschaft“. Kreisbrandinspektor Rupert Kink lobte die gemeinsame interne Grundausbildung mit der FF Unterwössen als „sehr vorbildlich“. Er merkte an, dass der bayernweite Rückgang der Einsatzzahlen keinen Anlass gebe, sich entspannt zurückzulehnen. „Die Wetterlagen werden extremer, die Einsätze kommen wieder.“ lfl

Artikel 1 von 11