„Ich bin froh, dass die Lücke geschlossen ist“

von Redaktion

Die Suche von Jutta Pestel-Fuß nach ihrer Cousine hat ein Ende gefunden. Mithilfe von OVB-Lesern und neuen Unterlagen konnte sie die Familie ausfindig machen. Die Cousine ist zwar bereits verstorben, doch sie hinterließ zwei Kinder – und eines von ihnen lebt noch in der Region.

Prien/Bernau/Aschau/Rosenheim – „Bitte melde Dich“ – die TV-Show hat in unterschiedlichen Ausführungen seit 1992 mit der Suche nach geliebten Menschen oder verschwundenen Verwandten viele Millionen Menschen in ihren Bann gezogen. Auch die Geschichte von Jutta Pestel-Fuß hat Tausende Leser der Chiemgau-Zeitung bewegt.

Die Suche nach
der letzten Verwandten

Die 65-Jährige sucht in der Region ihre Cousine, die sie noch nie gesehen hat. Es ist ihre letzte Verwandte, von der sie zum Zeitpunkt des letzten Artikels wusste.

Dabei hat die in der Nähe von Ingolstadt lebende Frau ursprünglich gar nicht nach neuen Familienmitgliedern geforscht: Mit ihren Recherchen wollte Jutta Pestel-Fuß ursprünglich nur mehr über ihren Großvater Martin Buchner herausfinden. In den NSDAP-Akten aus der Nazi-Zeit fanden sich jedoch neben Informationen zu ihrer Großmutter und Mutter auch Hinweise zu einer bis dato unbekannten weiteren Beziehung ihres Opas.

So kam heraus, dass ihre Mutter eine Halbschwester hatte – und Jutta Pestel-Fuß damit völlig neue Verwandtschaft.

Weitere Recherchen führten über Aschau und Prien und mithilfe des OVB nach Bernau, zur Tochter dieser Halbschwester. Ihr Name: Karin geb. Hieronymus. Die Cousine von Jutta Pestel-Fuß.

Weil diese einst in Bernau geheiratet hat, müsste dort ihr Familienbuch mit wichtigen Informationen über ihr Leben und ihre Nachkommen liegen. Jutta Pestel-Fuß zahlt also zwölf Euro an das Standesamt in Bernau für eine Abschrift aus dem Eheregister über ihre unbekannte Verwandte.

OVB-Artikel und
Leser helfen

Dann erscheint der erste OVB-Artikel über die Suche nach der verschollenen Cousine. Und es flattert wenig später eine Nachricht eines Lesers herein. Der Mann kennt eine Frau namens Karin Hieronymus. Beide hätten ein kleines Autohaus gehabt, zuerst in Rosenheim und dann in Aschau. Gewohnt hätten sie in Umrathshausen, einem Ortsteil von Frasdorf. Das passt mit der Information zusammen, dass die 1980 nach Prien gezogene gesuchte Cousine ab 1985 in Frasdorf wohnte.

Kurz darauf meldet sich Jutta Pestel-Fuß aufgeregt mit Neuigkeiten bei der Chiemgau-Zeitung. Sie hat die Informationen aus dem Familienbuch in Bernau erhalten – schlechte und überraschende. „Meine Cousine ist nicht mehr am Leben, sie ist schon vor einigen Jahren verstorben. Aber sie hatte zwei Kinder – ein Mädchen und einen Jungen. Der erwachsene Mann lebt noch in der Region“, sprudelt es aus ihr heraus.

Sie macht den Sohn ihrer Cousine ausfindig und kontaktiert ihn. Seine erste Reaktion ist reserviert. Verständlich in Zeiten von verschiedensten Betrugsmaschen, wenn plötzlich eine völlig unbekannte Verwandte auftaucht. Doch der Kontakt ist hergestellt und die Tür für weitere Gespräche offen.

„Natürlich bin ich ein bisschen traurig. Es wäre schön gewesen, wenn meine Cousine noch gelebt und wir uns getroffen hätten“, sagt Jutta Pestel-Fuß. „Für mich ist es aber trotzdem eine Art Happy End. Ich bin froh, dass die Lücke geschlossen ist.“

Viele Fragen, die sie auch für ihre verstorbene Mutter gestellt hat, sind beantwortet: „Ich kann mit der Geschichte abschließen. Meine Nachforschungen sind beendet.“

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