Grabenstätt – Die Grundschulen in Haslach und Ruhpolding tragen diesen Titel schon, nun dürfen sich im Landkreis Traunstein sechs weitere Schulen offiziell „Sport-Grundschulen“ nennen. Zur symbolischen Urkunden-Übergabe durch Schulrätin Kathrin Amberger erschienen in der Grabenstätter Turn- und Mehrzweckhalle neben der gastgebenden Grabenstätter Schulleiterin Antje Abels und Teilen ihres Kollegiums auch Vertreter der Grundschulen Traunwalchen, Grassau und Petting.
Die ebenfalls prämierten Grundschulen Engelsberg und Schnaitsee ließen sich entschuldigen. Als besonderer Ehrengast war die ehemalige deutsche Spitzenbiathletin Martina Seidl (vormals Zellner) gekommen. Sie blickte mit den Kindern auf ihre erfolgreiche Karriere zurück, um sie für das Sporteln zu begeistern. Dass die Grabenstätter Grundschüler passionierte Waveboard- und Einrad-Fahrer sind, davon konnten sich die Gäste schon zu Beginn der Feierstunde überzeugen. Mit beeindruckender Sicherheit zeigten die Zweitklässler tolle Choreografien auf ihren wackeligen Gefährten. Anschließend versicherten sie glaubhaft: „Wir lieben den Sport, weil er uns Freude bereitet, gesund ist und wir uns dabei austoben können.“
Die Staffel-Olympiasiegerin von Nagano 1998 und Doppel-Weltmeisterin von 1999, Martina Seidl, fand schnell einen Draht zu den Kindern. Auf die Frage, wie man so erfolgreich werde, erklärte sie, dass man sehr viel trainieren müsse. Es mache aber auch Spaß, wenn man sehe, dass man immer besser werde. Für Staunen sorgte Seidl, als sie ihre funkelnde Olympia-Goldmedaille präsentierte.
Schulrätin Kathrin Amberger bezeichnete Seidl als „wichtiges Vorbild“ für die Jugend und freute sich, dass der Sport an den heimischen Grundschulen großgeschrieben werde. An den prämierten Schulen haben die ersten Klassen nun eine Sportstunde pro Woche mehr. Auch die zusätzlichen sportlichen Angebote wurden als großartig hervorgehoben.
Vor einem Jahr hatten sich die Grundschulen auf die Auszeichnung beworben und im Sommer die Zusage von der Regierung von Oberbayern erhalten. Diese Ehrung ist der Lohn für außergewöhnliches Engagement im Bereich Sport. „Wir neuen Sport-Grundschulen haben Kollegien, die den Sport in den Schulalltag besonders integrieren“, betonte Schulleiterin Antje Abels.
Egal ob Schwimmen, Kreisfinale, „Lauf dich fit“, Yoga oder Ähnliches – die Schulen setzen sich aktiv für Bewegung ein. Laut Abels wachsen die Schüler beim Sporteln über sich hinaus und gewinnen an Selbstbewusstsein, Bewegungsgefühl und Ausdauer. Man schaffe die Grundlage dafür, dass Kinder Freude an der Bewegung entwickeln und diese als festen Teil ihres Lebens begreifen.
Der Sport bewege dabei nicht nur den Körper. Das Erlernen des Umgangs mit Niederlagen und Siegen untermauere die Persönlichkeitsentwicklung und bereite die Kinder auf ihr späteres Leben vor.
Zum Abschluss der Feier konnten es die Kinder kaum erwarten, sich ein Autogramm von Ex-Biathletin Seidl zu holen, wofür sie geduldig in einer langen Schlange warteten.
Markus Müller