Prien – Ende März wurde die Ausstellung „Vom Reisen …“ mit Aquarellen von Maximilian Schmetterer im voll besetzten Heimatmuseum eröffnet. Erster Bürgermeister Andreas Friedrich freute sich über das überaus zahlreich erschienene Publikum, das zum Auftakt des Kulturjahrs gekommen war. Der Priener Künstler habe in seinen Werken Momente seiner Reisen „in leisen Tönen“ festgehalten, so wie er sie wahrgenommen habe. Damit ermögliche er dem Betrachter eine kleine Entdeckungsreise durch sein Leben. Besonders schön sei es, dass Maximilian Schmetterer nur wenige Tage zuvor ein Jubiläum begehen konnte: seinen 85. Geburtstag, so das Gemeindeoberhaupt.
Die Laudatorin Renate Mayer aus Breitbrunn erklärte, große Ereignisse würden nicht nur ihre Schatten vorauswerfen. Manchmal ziehen sie auch einen Leuchtstreifen nach sich. Sie alle seien heute eingeladen, das Leuchten von Maximilian Schmetterer und seiner Kunst zu feiern. Erst spät habe sich der gelernte Augenoptiker der Malerei gewidmet. Unter kundiger Führung habe er das Sehen über das Optische hinaus gelernt und den Blick auf das Wesentliche geschult. Mit seinem Pinsel habe er die Welt in Aquarellen zu sich nach Hause und nach Prien geholt. Wenn er nicht vor den Motiven direkt gemalt habe, habe er anhand von Skizzen und Fotos seine Impulse und Erinnerungen in leuchtenden Farben auf das Papier gebracht. Dabei vertusche er wortwörtlich den vermeintlichen Gegensatz von scheinbar Hässlichem und Schönem. So offenbare er das Sein hinter dem Schein.
Bezeichnend sei seine sparsame und doch intensive Farbpalette, die immer Wärme ausstrahle, ohne süß zu sein oder in Schönfärberei zu geraten. Schön dürfe ein Bild gar nicht sein, so seine Meinung. Das sei langweilig. Deshalb wende er eine „antiästhetische Zerstörung“ mittels Wassertropfen oder überraschenden Kontrasten an. Faszinierend sei seine Darstellung des Himmels, die er immer in der Dramatik einer Wetterlage gestalte. Denn „das Wetter mache er selbst“, so sein Credo. Die Himmel der neueren Bilder würden eine zunehmende Klarheit besitzen. Seine Farbpalette sei mit den Jahren konzentrierter geworden.
Zudem seien früher Menschen ganz selten oder nur als angedeutete Silhouette zu erkennen gewesen. Heute würden sie in Bildern wie in dem des Hamburger Hauptbahnhofs als gleichberechtigtes Element erscheinen. Seine Werke brillierten durch eine poetische Inszenierung, die eine nachdenkliche Stimmung erzeuge. Er führe die Betrachter zu Plätzen, die er einst eingenommen habe.
Dabei lasse er aber deren eigene Gefühle zu. Form und Farbe würden sich in Schmetterers Aquarellen zu seinem gefühlten Bild vereinen. Ein- und Ausdruck, Impression und Expression fänden dabei einen fließenden Übergang. Dies gelte früher wie jetzt und hoffentlich noch lange, schloss Mayer ihre eindrucksvolle Laudatio. Die Ausstellung im Heimatmuseum ist noch bis 3. Mai jeweils Dienstag bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr zu sehen.