Emotionaler Abschied nach 18 Jahren

von Redaktion

In seiner letzten Bürgerversammlung blickte Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm auf eine bewegte Amtszeit zurück. Er erwähnte Projekte von der Rathaus-Modernisierung bis zum Zuschuss für das Mammut-Museum und verabschiedete sich mit Dank an Weggefährten und Familie in den Ruhestand.

Siegsdorf – Neben dem Rückblick auf ein aktives Jahr, in dem viele Projekte fertiggestellt oder weiterentwickelt werden konnten, nutzte Bürgermeister Thomas Kamm seine letzte Bürgerversammlung auch zu einem dankbaren Fazit seiner 18-jährigen Amtszeit als Rathauschef.

Personalstruktur und
Rathaus-Modernisierung

Entgegen der vergangenen Jahre waren diesmal etwas weniger Bürger der Einladung gefolgt und in den Festsaal zur Bürgerversammlung gekommen. Die Veranstaltung wurde live ins Internet übertragen und kann nach wie vor auf Youtube abgerufen werden. Den Aufzeichnungen zufolge waren circa 40 Nutzer am Abend online dabei, über 200 Interessierte klickten sich in den folgenden Tagen ein.

Mit einem Blick auf das Wahlergebnis der Kommunalwahl und einem Dank an die hervorragende Abwicklung durch das Ordnungsamt und die vielen Wahlhelfer startete Bürgermeister Thomas Kamm seinen Rückblick. Er dankte dem Gemeinderat für die konstruktive Arbeit in 17 Gemeinderatssitzungen sowie 36 Zusammenkünften der Ausschüsse und Fraktionssprecher. Dabei ging er auch auf die Umbauten und die dringend notwendige Modernisierung im Rathaus ein, mit der das Angebot zur Digitalisierung vieler Dienstleistungen wachsen konnte.

Der Siegsdorfer Bürgermeister ist derzeit Dienstherr von 164 Angestellten, von denen 40 Prozent in Vollzeit und 60 Prozent in Teilzeit arbeiten. Gut 40 Prozent der Bediensteten sind in der Verwaltung tätig, 21 Prozent im Bauhof und Wasserwerk, 14 Prozent in den Kindergärten und sieben Prozent an der Schule. Der Rest kümmert sich in der Touristinfo, im Schwimmbad und im Museum um einen geregelten Betrieb. Ihnen allen sprach Kamm seinen Dank für die gemeinsame Zeit aus. Er erinnerte daran, dass sie wesentlich dazu beigetragen hätten, dass die Gemeinde in dieser Zeit 180 Millionen Euro in die positive Weiterentwicklung investieren konnte.

Von den 8.314 zum Jahresende 2025 gemeldeten Einwohnern lebten 5.239 in Siegsdorf, 1.702 in Eisenärzt, 1.115 in Vogling und 771 in Hammer. Für sie stellt die Gemeinde 330 Plätze in Kindergärten und Krippen zur Verfügung. Zudem unterstützt der Ort das „Erfolgsmodell“ Grund- und Mittelschule Siegsdorf mit 547 Schülern und fast 80 Lehrkräften. Ein Schwerpunkt ist hierbei eine stets aktuelle digitale Ausstattung der Klassenzimmer.

In diesem Zusammenhang lobte Kamm auch die vielfältige Jugendarbeit der Vereine sowie der Musikschule. Bei seinem Einblick in die Ausstattung der Feuerwehren und des Rettungswesens erinnerte er im Auftrag der Integrierten Leitstelle (ILS) daran, an den Häusern die Hausnummernschilder deutlich sichtbar anzubringen. Dies erspare den Rettungsdiensten bei Notrufen unnötige Sucherei.

Ausführlich ging Kamm auf die vielfältige Arbeit der Bauverwaltung bei den über 70 gemeindlichen Liegenschaften ein. Er stellte zudem die Planungen zur Erneuerung der Autobahnbrücke über die Weiße Traun vor, zu der es in wenigen Wochen eine Informationsveranstaltung geben wird. Spontanen Applaus erntete er für sein Lob an die Gemeindegärtner, die Siegsdorf mit viel Feingefühl zum Blühen bringen.

Ein besonderer Erfolg gelang beim Mammut-Museum: In langwierigen Verhandlungen wurde erreicht, dass das Museum künftig von den Staatlichen Naturkundlichen Museen Bayerns (SNSB) mit großzügigen Personalkostenzuschüssen gefördert wird. Dies sei auf die große Wertschätzung der dortigen Arbeit zurückzuführen. Auch die Bücherei mit jährlich über 4.750 Besuchern und der Titel „Fairtrade-Gemeinde“ wurden als positive Meilensteine hervorgehoben.

Zum Ende der Versammlung blickte Kamm auf das interkommunale Zukunftskonzept und schloss mit persönlichen Worten an die Bürger: „Nach 18 Jahren ist der Zeitpunkt gekommen, mich von Ihnen als Bürgermeister aus dem Amt zu verabschieden und die Verantwortung in jüngere Hände zu geben. Es war mir immer eine große Ehre und Freude, unsere Gemeinde gemeinsam mit Ihnen zu gestalten. Vieles ist gelungen, manches nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt habe – aber das ist das Leben. Ich blicke dankbar zurück auf viele gemeinsame Projekte und Momente, die uns als Gemeinschaft gestärkt haben.“

Mammut-Museum sichert staatliche Förderung

Besonders dankte er seinen Stellvertretern Manfred Guggelberger und Martin Maier, dem Gemeinderat, den Ehrenamtlichen und seinen Mitarbeitern: „Die Gemeinde kann sich auf euch verlassen!“ Ein spezieller Dank galt seiner Frau und Familie, die ihn stets unterstützt haben.

„Ich übergebe am 1. Mai eine Gemeinde, die gut bestellt ist und alles Potenzial hat, sich auch in Zukunft positiv zu entwickeln. Ich sage bewusst nicht ‚zu wachsen‘, denn ständig zu wachsen tut uns allen nicht gut. Entwickeln wir uns weiter, getragen von Engagement, Respekt und Verantwortungsbewusstsein. Bitte bleiben Sie neugierig, bleiben Sie kritisch, und vor allem: Bleiben Sie beteiligt und zuversichtlich! Das war’s – War’s das? – Ja, das war’s! Servus!“

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