Rimsting – „Schule im Aufbruch“ will alle Grundschulkinder, aber auch alle Eltern mitnehmen. Seit drei Jahren ist dieses Motto in Rimsting die Grundlage des konzeptionellen Schulalltags der Kinder. Im Rahmen eines Informationsabends wurde es den Eltern vorgestellt. Dabei erfuhren die Eltern, was die Rimstinger Grundschule besonders macht und wie sie einen wichtigen Anteil daran haben können. Themen waren unter anderem individuelles Lerntempo, die Bedeutung von Hausaufgaben und Fehlern, respektvoller Umgang miteinander und was letztlich eine „gute Schule“ ausmacht.
„Zuletzt war es beim Hirtenspiel so voll im Saal“, freute sich Schulleiterin Julia Scharpf zusammen mit ihrer Stellvertreterin Christina Wöger beim Informationsabend „Schule im Aufbruch“. Der große Saal im obersten Stock der „kleinen, aber feinen Schule“ war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Lehrerkollegium war ebenfalls fast vollständig zu dieser Veranstaltung gekommen, die ganz unter dem Motto der Grundschule Rimsting stand. Scharpf fasste zusammen: „Eine gute Schule ist ein Ort, an dem sich die Schüler gehört, gesehen und unterstützt fühlen.“
Ein wichtiger Teil der Veranstaltung war der neu gewählte Elternbeirat, wie Scharpf ausführte. Dieser war bei der Vorstellung durch den Zweiten Vorsitzenden Dirk Geckler und Florian Obermaier auch ausführend beteiligt. Scharpf betonte: „Wir als Schule sind mit dem Elternbeirat immer aktiv im Austausch.“ Ebenfalls mit dabei waren die Teams aus dem Kinderhort und dem Kindergarten „Wurzelkinder“. Scharpf freute sich außerdem über die Anwesenheit von Christian Moser, der ab Mai das Amt des frisch gewählten Bürgermeisters übernehmen wird.
Scharpf und Wöger erläuterten, was „Schule im Aufbruch“ im Grunde bedeutet. Scharpf wies darauf hin, dass bei der Realisierung in Rimsting das Schulamt Rosenheim Pate gestanden und sich die Rimstinger Grundschule gewissermaßen ausgesucht habe. Scharpf, Wöger und das pädagogische Team stellten das Konzept anschließend in der Tiefe vor.
Schon der Beginn des Schultags, geprägt von einer Kultur des „friedlichen und freundlichen Miteinander, einer angstfreien Schule“, ermögliche ein „tragfähiges Beziehungsnetz“, eine Voraussetzung, „um überhaupt lernen zu können“, wie Simon Rothmayer betonte.
Die Lehrkräfte fungierten als „Lernbegleitung auf Augenhöhe“, führte Stefanie Schönleben weiter aus und hatte auch ein passendes Beispiel zur Hand: „Die Lehrer sorgen dafür, dass es keine Geisterfahrer gibt und keine Unfälle.“ Neben einer Partizipation am Schulalltag werde auch auf einen besonderen Umgang mit Fehlern geachtet. Denn Fehler seien „Helfer“, sie böten die Chance, es das nächste Mal besser zu machen. Daher sei es umso wichtiger, keine Angst vor „Fehlern“ zu haben. Durch elterlichen Druck entwickle sich Angst, und dann bliebe der Schüler „auf der Stelle stehen“ und könne sich nicht weiterentwickeln, so ein Baustein des Konzepts.
„Wir machen alles mit Blick auf die Kinder und wir fragen auch immer bei ihnen nach“, erklärte Scharpf, die betonte, dass die Qualität eine ganz besondere Rolle spiele. So beginne der Schultag für die Kinder immer mit einer „Genusslesezeit“. Diese bringe die Kinder zur Ruhe und mit einem selbst gewählten Lieblingsbuch zum Lesen.
Natürlich gebe es auch Hausaufgaben, erläuterte sie, aber letztlich sei erwiesen, dass der Effekt von Hausaufgaben eher gering sei. In der Rimstinger Grundschule bekämen die Kinder eine „Rechenhausaufgabe“ und eine „Lesehausaufgabe“ mit nach Hause. Auch im Hort gebe es einen gut besuchten „Leseraum“, der Raum, in dem es immer am ruhigsten sei, wie Scharpf berichtete.