Siegsdorf – Im Rahmen einer festlichen Andacht segnete Weihbischof em. Dr. Bernhard Haßlberger den neu gestalteten Gebetsraum neben dem Siegsdorfer Pfarrheim und erhob ihn damit zur „Anbetungskapelle“.
Eine große Zahl Gläubiger war neben den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates und der Kirchenverwaltung gekommen, um bei der Weihe und dem nachfolgenden Festgottesdienst in der Pfarrkirche dabei zu sein. „Heute ist ein großer Tag für unsere Pfarrei“, bedankte sich Pfarrer Thomas von Rechberg bei allen, die durch großzügige Spenden oder mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit zum Gelingen des Projektes beigetragen hatten. „Mit dieser Kapelle ist ein Ort entstanden, an dem sich die Menschen zurückziehen und betend in Stille mit Gott Kontakt aufnehmen können“, betonte der Pfarrer und unterstützte dann zusammen mit Pater Martin Baranowski und weiteren Patres der „Legion Christi“ die Segnung durch Weihbischof em. Dr. Bernhard Haßlberger. Geweihte Kirchen würden in unterschiedlichster Form menschliche Siedlungen prägen und bereichern, sie hätten jedoch alle einen theologischen Grundbauplan als „Wohnung Gottes unter den Menschen“. Meist in der Mitte der Orte seien Kirchen und Kapellen das sichtbare Zeichen der Gegenwart Gottes unter den Menschen und begleiteten sie meist von der Taufe bis zum Tod, meinte Haßlberger und war sich sicher: „Auch hier ist als wichtiges Zeichen auf dem Weg des Glaubens ein Ort entstanden, in dem man auf ganz besondere Weise Gott erfahren kann“. Zwei Mädchen aus der Pfarrei luden während der Segnungsfeier die Besucher mit ihren Liedern und Gitarrenbegleitung zum Mitsingen ein. Pfarrer Rechberg hob besonders die Energie und Tatkraft von Robert Lechner hervor, der als Pfarrgemeinderatsvorsitzender maßgeblich an der Umsetzung beteiligt war. Lechner gab das Lob „für die wunderbare Entstehung der Siegsdorfer Anbetung“ an alle weiter, die tatkräftig mitgeholfen hatten, aus einer Notlösung während der Corona-Zeit nun diesen wunderbaren Raum zu schaffen. Rund 60 gläubige Menschen aus Siegsdorf und der weiteren Umgebung seien derzeit in die Gebetswochen integriert und nun hoffe man, in Zukunft noch mehr Menschen animieren zu können, gemeinsam die Gebetswochen zu gestalten.
Pfarrgemeinderatsmitglied Roman Weber, der mit vielen weiteren Helfern die letzten Wochen fleißig an der Fertigstellung gearbeitet hatte, ging auf die Symbolik der Stele und des Tabernakels ein, die von Schreinermeister Georg Huber geschaffen worden waren. Sie sollen mit den angedeuteten Rissen den Riss des Tempelvorhangs beim Kreuzestod von Christus symbolisieren. Georg Huber vertiefte die Worte mit seinen Erklärungen zur Ausgestaltung und zeigte sich erfreut über den Auftrag und die ausgezeichnete Vorplanung. „Das war für mich ein besonderer Auftrag, denn Gebetsräume sind mir eine Herzensangelegenheit“, betonte Huber, und freute sich auch über die geglückte Symbiose mit dem Bild des „Auferstandenen Christus“, das der pensionierte Siegsdorfer Kirchenmaler Hans Gallinger mit viel Feingefühl für den Raum geschaffen hatte. „Das Bild in den Farbtönen Weiß und Blau als Symbol der Ewigkeit spricht für sich, soll aber nicht dominieren und steht hinter dem Allerheiligsten, das stets den Mittelpunkt der Anbetungen bildet“, betonte Gallinger dazu. Nach der Einweihung konnten die vielen Gläubigen, die keinen Platz gefunden hatten, den Gebetsraum besichtigen, bevor sich alle zum Festgottesdienst in der Pfarrkirche Mariä Empfängnis trafen. Gemeinsam mit Pfarrer Rehberg und den Patres der Legion Christi zelebrierte Weihbischof Bernhard Haßlberger den festlichen Gottesdienst, der vom Eisenärzter Singkreis umrahmt wurde. Im gut gefüllten Gotteshaus waren bereits auch viele Gäste, darunter sehr viele junge Christen, der „Christustage 2026“ vertreten, die bis Ostersonntag in der Pfarrei und im Pfarrverband gemeinsam die Karwoche feierten und für die Erneuerung des Glaubens beteten. fkr