Gstadt – Monatelang hatte der Gemeinderat Gstadt um Standort, Gestalt, Bauweise und -materialien für das zu erweiternde Feuerwehrhaus am Gemeindehaus in Gollenshausen debattiert. Nun wurden die Planungen samt Kostenberechnung final vom Gremium „abgesegnet.“ Im Vorfeld hatte Simon Bauer vom Planungsbüro BEGS GmbH aus Traunstein die Planungen samt Stellplätzen sowie die Kostenberechnungen erläutert. Bauer ging zuerst auf das Gebäude an sich ein, dem er aufgrund der Holzmassivbauweise, der Außenwärmedämmung und Betonsockel im Inneren „eine wirtschaftliche Bauweise“ bescheinigte. Weitere Kennzeichen sind 39 Spinde, getrennte Umkleiden und Sanitärbereiche, ein klassischer Dachstuhl mit 18 Grad Neigung sowie rund um das Gebäude insgesamt neun Stellplätze und ein barrierefreier Parkplatz am Gemeindehaus.
Allein das Tor mit Schlupftür sei „nicht ganz ideal“, befand Bauer. Diese diene jedoch als Notausgang, wandte Feuerwehrkommandant und Gemeinderat Christian Summerer (Bürgerliste) ein. Bauer hielt fest, dass das Gebäude gut zum Gemeindehaus passe und auch nicht zu mächtig wirke, ehe er auf die Kosten einging.
Der Grobkostenrahmen hatte sich im Juli vergangenen Jahres zwischen rund 588.000 Euro und 713.000 Euro bewegt. Nun belaufen sich die Gesamtkosten für die detailliert ausgearbeitete Planung auf 768.203 Euro brutto. „Alles in Absprache mit den Kommandanten der FF,“ fügte er hinzu.
Maximilian Heindl (Bürgerliste) erkundigte sich nach der Heizung. Es gebe eine Betonkernaktivierung und eine Wärmepumpe für Fahrzeughalle und Umkleiden sowie im Waschraum eine Fußbodenheizung, so der Planer. Georg Anderl (Bürgerliste) hakte bei den Stellplätzen und dem Standort des Kriegerdenkmals nach. Die Stellplätze sollen, so Bauer, rund um das „neue“ Haus untergebracht werden. Weitere Parkmöglichkeiten gebe es auf dem gemeindeeigenen Grundstück auf dem Kiesparkplatz auf der anderen Straßenseite. Das Kriegerdenkmal werde in den Hof, also weiter nach vorn, versetzt. Und der Brunnen komme nach Gstadt zur Tourist-Info, ergänzte Bürgermeister Bernhard Hainz (FWG). Dies habe man mit den Veteranenvereinen so abgesprochen.
Georg Anderl (Bürgerliste) wiederholte, wie in den vorausgegangenen Sitzungen, dass er den Standort für nicht geeignet halte. Er finde ein Systemgebäude „nach wie vor weitaus besser.“ Er werde dagegen stimmen. Bürgermeister Hainz hingegen sagte, dass er den Neubau für eine sehr gute Lösung halte. Alles liege „zentral beieinander.“ Überhaupt müsse man „endlich zum Ziel kommen: Die Aktiven haben es verdient.“
Dem Beschlussvorschlag, der die Billigung der ausgearbeiteten Planung und Kostenberechnung sowie die Umsetzung des Vorhabens umfasste, stimmte das Gremium mit elf zu eins Stimmen zu. Ein entsprechender Bauantrag soll beim Landratsamt Rosenheim eingereicht werden.