Prien – In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats informierte Stefan Übe von der DB InfraGo über den aktuellen Planungsstand der Generalsanierung der Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg sowie den Ausbau des Priener Bahnhofs. Insgesamt wird die Bahn in der Zeit vom 7. Februar bis 9. Juli 2027 neben der Bahnstrecke sieben Bahnhöfe barrierefrei umbauen.
Prien sei der Größte davon. In dieser Zeit wird die Strecke komplett gesperrt. Dabei werden neben einer neuen Leit- und Signaltechnik unter anderem die Bahnsteige auf 76 Zentimeter angehoben.
Die Bahnsteige des Gleises 1/1a werden auf 2,75 Meter verbreitert und das Gleis 1a wird umtrassiert. Zudem werden die Aufzüge erneuert, die Beschallung sowie die Beleuchtung modernisiert und auch die denkmalgeschützten Bahnsteigdächer wiederaufgebaut. Ein Gutachten aus dem Jahr 2023 hatte gezeigt, dass die Hälfte der Säulen nicht mehr tragfähig war.
Zur Wiederherstellung werden teils Originalteile eingesetzt, um die denkmalgeschützte Ansicht zu bewahren. Anderenfalls werden neue Säulen errichtet. Die Dächer werden in der bisherigen Schmetterlings-Bauweise konstruiert. Auch das Empfangsgebäude und die Unterführung werden saniert.
In der Halle entstehen im ehemaligen Kundencenter neue Sitzgelegenheiten und die Fenster werden erneuert. Die Unterführung wird in einer gräulichen Farbe, analog zur nahen Bergwelt, gestaltet.
Die Länge der Bahnsteige wird zwar reduziert, sie bleiben aber für ICE-Züge mit einer Länge von 320 Metern anfahrbar. Für die Verbreiterung der Bahnsteige muss die Bahn Grundstücksteile der Gemeinde in einer Gesamtfläche von rund 710 Quadratmetern kaufen. Zudem werden die Parkplätze an der Sparkasse für den Umbau benötigt.
Auf die Frage von Rosi Hell (CSU), was mit dem dritten Aufzug sei, antwortete Erster Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG), dass Stefan Übe Projektleiter für die Generalsanierung sei. Der Neubau von Maßnahmen liege jedoch im Verantwortungsbereich des DB-Bahnhof-Managements.
Angela Kind (Die Grünen) wollte wissen, warum man die Unterführung hell gestalte, da dies Graffiti-Sprayer anlocken könnte. Übe erklärte, man wolle eine helle und freundliche Atmosphäre schaffen.
Dies solle jedwede „bedrohliche“ Stimmung, gerade auch in der Nacht, vermeiden. Marion Hengstebeck (BfP) fragte, ob man die historischen Säulen nicht nachbauen könne und ob es Ticketautomaten geben werde, mit denen man sprechen könne. Ein Nachbau sei aus denkmalschutztechnischen Gründen nicht möglich, erklärte Übe.
Die Ausstattung der Ticketautomaten obliege der Bayerischen Regionalbahn.
Sonja Werner (Die Grünen) erkundigte sich nach dem Angebot für Pendler während der Vollsperrung. Übe erläuterte, dass ein Schienenersatzverkehr mit Express-Bussen geplant sei. Diese sollen nach Traunstein und Rosenheim fahren und – parallel zum Zugverkehr – nur an einigen Stationen halten. Man befinde sich derzeit im Gespräch mit Busunternehmen.
Allerdings werden diese nicht die gleiche Taktung wie die Züge erreichen. Erfahrungsgemäß werden laut Übe viele Pendler auf das Auto umsteigen.
Auf Nachfrage wurde bestätigt, dass die Preise dem MVV-Tarif entsprechen. Michael Voggenauer (FW) dankte für den direkten Austausch.
Das Gremium ermächtigte Bürgermeister Andreas Friedrich einstimmig, in Verhandlungen bezüglich des Grunderwerbs durch die Bahn einzutreten.