Mit Demut und Rückenwind

von Redaktion

Die Erschöpfung des Wahlkampfs ist gewichen, geblieben sind Freude und großer Respekt vor der neuen Aufgabe. Christian Moser tritt sein Amt in Rimsting nicht mit leeren Versprechungen, sondern mit einem klaren Blick für das Machbare an. Zwischen Schulhaus-Sanierung und dem Kampf um ein Tempolimit skizziert er seine Vision für die Gemeinde.

Rimsting – Sein oberstes Ziel sei eine vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit, in der es um eine gute und positive Entwicklung für Rimsting und Greimharting gehe. Das erklärt Christian Moser (UWG), der am 22. März die Stichwahl gegen Thomas Schuster für sich entscheiden konnte. Da die finanzielle Lage keine großen Sprünge zulasse, ist er überzeugt, dass der neue Gemeinderat durch konstruktive Zusammenarbeit „unweigerlich gute Entscheidungen“ treffen wird. „Wenn wir das so hinbekommen wie in der Vergangenheit“, so Moser, sei ihm vor der Zukunft nicht bange. Ab Mai 2026 wird Christian Moser die Amtsgeschäfte von Andreas Fenzl übernehmen. In der Stichwahl kam Moser auf 52,9 Prozent, während sich für Thomas Schuster (CSU) 47,1 Prozent der Wähler aussprachen. Der Wahlausgang sei für ihn überraschend gewesen, da Schuster im ersten Wahlgang am 8. März mit 45,4 Prozent noch vorne gelegen hatte. Es kandidierten zudem Mary Fischer (Freie Wähler) und Stephan Walter (Grüne). Moser erinnert sich an den Wahlabend als „einen Moment der Erschöpfung nach zwei sehr fordernden Wochen“.

Obwohl er sich Chancen ausgerechnet hatte, brauchte er Zeit, um das Ergebnis zu realisieren. Es sei eine Überraschung gewesen, den Rückstand aus dem ersten Wahlgang (36,1 Prozent) noch wettmachen zu können. Jetzt gehe er das Bürgermeisteramt mit „Freude, viel Respekt und Demut“ an. Auf die Frage nach der Reaktion seiner Familie lächelt Moser: „Die hat gejubelt“. Den Wahlkampf bezeichnet er als sehr fair und auf Augenhöhe. Es habe keine Anfeindungen gegeben, stattdessen konnten sich alle Kandidaten mit ihren Stärken präsentieren und stehen auch heute noch in gutem Kontakt. Moser ist davon überzeugt, dass es im Gemeinderat keine „Gräben zu schließen“ gibt, da die Ziele der verschiedenen Gruppen sehr ähnlich seien. Dennoch schränkt er beim finanziellen Spielraum ein: „Große Sprünge werden wir in den nächsten Haushaltsjahren nicht machen können.“

Man werde genau entscheiden müssen, welche Projekte angegangen werden. Ganz oben auf seiner Prioritätenliste stehen drei Großprojekte: die Schulhaus-Sanierung, der Wasserhochbehälter auf der Ludwigshöhe und der angestrebte Neubau des Feuerwehrhauses in Greimharting.

Bezahlbarer Wohnraum sei in einer Gemeinde der Größe Rimstings schwierig, da neue große Wohngebiete kaum ausgewiesen werden könnten. Moser setzt hier auf das Projekt der sozialen Bodennutzung und die bereits im städtebaulichen Entwicklungskonzept verankerte Nachverdichtung. Ein weiteres wichtiges Thema bleibt das sehnlichst gewünschte Tempolimit im Ortszentrum. Moser sieht hier nach wie vor ein großes Gefahrenpotenzial für Kinder und kündigt an: „Wir werden da beim Landratsamt Rosenheim auch nicht locker lassen.“

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