Weitere Gewerke vergeben

von Redaktion

Der Gemeinderat Siegsdorf hat weitere Aufträge für das neue Feuerwehrhaus Vogling im Wert von über 300.000 Euro vergeben. Fortschritte gab es auch im Bereich Landwirtschaft und privatem Wohnbau, wobei die Erweiterung eines markanten Gebäudes am Scharam für geteilte Meinungen sorgte.

Siegsdorf – Nachdem die Arbeiten nach dem Winter wieder aufgenommen wurden und in den nächsten Tagen der Dachstuhl aufgebracht werden soll, vergab der Gemeinderat Siegsdorf weitere Gewerke für den Bau des Feuerwehrhauses Vogling.

Die Malerarbeiten wurden an die Siegsdorfer Firma Hanisch zum Angebotspreis von 69.544 Euro vergeben. Die Pichler Maschinenputz GmbH, ebenfalls aus Siegsdorf, erhielt den Auftrag für das Gewerk Putz/WDVS zum Angebotspreis von 87.798 Euro. Die Außenwandverkleidung in Lärche wird von der Zimmerei Klammer aus Oberhalling/Wonneberg für 100.386 Euro ausgeführt. Der Zuschlag für die Innentüren, inklusive Brandschutztüren, Zargen und Innenfenster, ging an die Schreinerei Wohntraum Andreas Gimpl aus Hochberg/Traunstein zum Angebotspreis von 42.126 Euro.

Einstimmig und ohne Diskussionen erteilte der Gemeinderat das Einvernehmen mit dem Bauantrag für den Neubau eines Kompoststalles für Mutterkuhhaltung mit Weidegang und Fütterung im Ortsteil Obereck. Zudem wurde die Umnutzung der bestehenden Stallung in eine Bergehalle sowie der Anbau einer Maschinenhalle genehmigt. Der bestehende Rinderlaufstall aus dem Jahr 2002 wird in eine Bergehalle umgestaltet und um einen Anbau für Maschinen erweitert. Im westlichen Bereich ist zusätzlich der Neubau eines Unterstandes und des Kompoststalles für die Mutterkuhhaltung des Antragstellers geplant.

Ebenso einstimmig befürwortete der Gemeinderat den Eingabeplan zum Abbruch eines bestehenden Nebengebäudes und die Errichtung eines Austragshauses mit Garage und Hackgutlager auf dem Scharam. Das baufällige Nebengebäude aus dem Jahr 1945 soll abgebrochen und durch einen Neubau im Ausmaß von 15,36 mal 8,36 Meter im Erd- und Obergeschoss ersetzt werden. Angrenzend an die Garage ist ein Hackgutlager in der Größe von 3,5 mal 6,36 Meter vorgesehen. Für die Planung liegt bereits ein genehmigter Vorbescheid aus dem Dezember 2025 vor. Das Einvernehmen mit den Planungen erteilte der Gemeinderat vorbehaltlich der vom Landratsamt noch einzureichenden Nachweise zu wasser- und naturschutzrechtlichen Belangen.

Mehr Diskussionsbedarf erzeugte die wiederholte Voranfrage zur Wohnraumerweiterung eines Gebäudes, ebenfalls am Scharam, das im Volksmund als „Flickenschild-Alm“ bekannt ist. Laut der gemeindlichen Häuserchronik wurde das Gebäude 1954 errichtet und 1958 erweitert. Im Jahr 2015 erhielt die „Alm“ einen kleinen Anbau an der Ostseite. Zudem wurde sie neu eingedeckt und ein Nebengebäude als Garage mit integriertem Heizraum entstand.

Die erste Voranfrage im Oktober 2025 war vom Gemeinderat wegen der Größe des Anbaus abgelehnt worden. Nun legten die Antragsteller eine reduzierte Planung vor.

Diese sieht einen Anbau in Richtung Westen mit einer Grundfläche von 100 Quadratmetern vor. Zudem soll der gesamte Dachstuhl um circa 95 Zentimeter angehoben werden. Der Anbau ist mit großen Fensterflächen geplant. Die Fassade soll teils stehende, teils liegende Holzverschalung erhalten. Die Wohnfläche würde sich von bisher 164 Quadratmetern auf insgesamt circa 260 Quadratmeter erhöhen.

Der Platzbedarf wird mit dem Wunsch begründet, die Schwiegermutter dauerhaft aufnehmen zu können. Zudem sollen Unterbringungsmöglichkeiten für vier erwachsene Kinder sowie ein Arbeitszimmer und ein Atelier für die Besitzer entstehen. Nach Rücksprache mit der Kreisbaumeisterin konnte Bürgermeister Thomas Kamm von deren Einverständnis zu den neuen Planungen berichten. Die Behörde würde sich mit den vorgelegten reduzierten Plänen und der geplanten Aufstockung einverstanden erklären.

Willi Geistanger konnte sich mit den Planungen nicht anfreunden, da der Anbau deutlich mehr als die bisher praktizierten 50 Prozent der bestehenden Wohnfläche umfassen würde. Der Zweite Bürgermeister Manfred Guggelberger monierte die großen Fensterflächen im Anbau, die den Charakter des Gebäudes massiv verändern würden. Diesen Argumenten schlossen sich letztendlich auch Marlis Neuhierl-Huber und Gerhard Gimpl (Grüne) sowie Peter Mayer (SPD) an. Sie stimmten gegen die vorgelegte Planung. Das Gremium erteilte der Planung jedoch mit Mehrheit (15:5) das Einvernehmen.

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