Bernau – „Haus des Gastes“ oder ein Haus für den Gast? Als Letzteres hat das „Architekturbüro Kammerl & Kollegen“ das „Haus des Gastes“ in Bernau auf seiner Homepage umschrieben. Wie man es auch dreht und wendet, das generalsanierte „Haus des Gastes“ heißt am Sonntag, 26. April, alle Interessierten willkommen, sich als Gast im „Haus des Gastes“ zu fühlen.
Jahrelange
Planungen
Der Generalsanierung waren jahrelange Planungen und Diskussionen im Gemeinderat vorausgegangen. Im März 2020 hatte der vormalige Gemeinderat den Beschluss gefasst, dass die Tourist-Info am Standort Aschauer Straße verbleiben soll und dass die Sanierung ein Muss ist.
Für die damals neu gewählte Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber bedeutete der Fortbestand der Tourist-Info an dieser Stelle „eine wichtige und zukunftsweisende Entscheidung“, wie sie in einem früheren Interview sagte. Die Generalsanierung des Gebäudes, in dem von 1890 bis 1965 die damals achtzügige Grundschule von Bernau untergebracht war und das auf den Grundmauern einer großen römischen Villa Rustica fußt, bringe der Gemeinde einen langfristigen Mehrwert. Es sei keine kosmetische Sanierung gewesen, sondern eine umfassende. Das Haus sei „von oben bis unten neu“. Bei einer Begehung habe man beispielsweise festgestellt, dass ein Fehlstromschutzschalter fehlte. Im Zuge der Umbaumaßnahmen wurden entsprechend die Elektroleitungen erneuert.
Der Putz
musste runter
Der Putz musste aufgrund enthaltener Schadstoffe von den Wänden genommen werden. Beim Entkernen des Gebäudes habe man beispielsweise auch festgestellt, dass es in den ehemaligen Toiletten gar keine Bodenplatte gab und dass die Bodenverhältnisse völlig anders waren als durch die alten Pläne ursprünglich angenommen.
Nun präsentiert sich das „Haus des Gastes“ frisch saniert mit neuem Außenanstrich und im Inneren „sehr liebevoll ausgestaltet“. Regionale Materialien wie Zirbe, Fichte und Muschelkalk finden sich im gesamtheitlichen, geschossübergreifenden Möblierungskonzept, vom Erdgeschoss, dem Bereich der Tourist-Information, bis hin zur Bücherei im Obergeschoss. Biebl-Daiber sagt, dass die Tourist-Information „ein Aushängeschild für den Tourismus“ sei und dass dieser für Bernau eine gewichtige Einnahmenquelle darstelle. Eine DWIF-Studie aus dem Jahr 2024 habe erbracht, dass 73 Millionen Euro Einnahmen vor Ort umgewälzt werden, und im Jahr 2025 seien 1,6 Millionen Euro an Direkteinnahmen aus Kur- und Fremdenverkehrsbeitrag in die Gemeindekasse geflossen.
Auch die Bücherei im ersten Stock samt Veranstaltungsraum sei „wunderschön und einladend“ geworden, findet die Rathauschefin. Im zweiten Stock werden zwei barrierefreie Wohnungen mit 100 Quadratmeter beziehungsweise 110 Quadratmeter entstehen, die wohl ab Anfang Juni bereitstehen. Diese sollen sich selbstwirtschaftlich tragen, das Ganze sei auf 50 Jahre gerechnet, so Biebl-Daiber. Der Gemeinderat habe sich gegen eine Förderung über das KommWfP entschieden, da die Wohneinheiten im Bestand zu groß gewesen seien.
Vielfältige
Nutzung
Womit man schon bei den Kosten ist. Ursprünglich stand eine Summe von 3,4 Millionen Euro im Raum, nun sind es wohl 4,1 Millionen Euro geworden. Genauere Zahlen inklusive Förderungen stehen in der kommenden Gemeinderatssitzung auf der Agenda. Nichtsdestotrotz hält Biebl-Daiber die Generalsanierung des Hauses des Gastes für eine gute und wichtige Investition in die Zukunft der Gemeinde.
Einladung zum
Tag der offenen Tür
Wie „Sanierung und Wiederherstellung der Sichtbarkeit eines historischen Gebäudes sowie Erweiterung des Eingangsbereiches durch additives Hinzufügen eines modernen Empfangskubus“, wie es auf der Homepage des Architekturbüros steht, gelungen sind, das können alle Besucher beim „Tag der offenen Tür“ im Haus des Gastes am Sonntag, 26. April, ab 13 Uhr erfahren.
Ein buntes Programm erwartet große und kleine Gäste: Ab 13.30 Uhr starten die Führungen durch die Räumlichkeiten im halbstündlichen Takt. Es gibt ein Glücksrad mit tollen Preisen, ein digitales Quiz rund um das Thema Tourismus und das Bücherei-Team lockt mit Lesezeichen bemalen, Kinderschminken, Kaffee und Kuchen sowie dem Bilderbuchkino um 14 Uhr.