Grassau – Aus der Ferne fällt die Figur nicht direkt ins Auge, passt sie sich doch hervorragend ihrer Umgebung an und wirkt so schlicht und unscheinbar, fast wie ein abgebrochener Baum: die „Hüterin der Moore“, eine besondere Skulptur der Bildhauerin Monika Stein. Sie wacht am Moorerlebnispfad.
Die Figur ziert den Moorerlebnispfad zwischen Grassau und Rottau. Parkmöglichkeiten sind am Museum Klaushäusl zu finden. Ihren ersten Winter hat sie gut überstanden, und nun freut sich die große Figur, die Filzenfee, auf den blühenden Frühling im Moor.
Aufgrund seiner besonderen Lage und der Landschaft mit Heidekraut in der Kendlmühlfilzen ist der Moorrundweg bereits etwas Besonderes. Er wird durch Erklärungen, Schaukeln und Aussichtsbereiche zu einem Erlebnis für Jung und Alt. Seit einigen Monaten gibt es hier eine weitere Attraktion: die Filzenfee.
Im Jahr 2024 rief das Ökomodell Achental zu einem Moorskulpturenwettbewerb auf, der über das Regionalbudget finanziert wurde. Monika Stein aus Marquartstein konnte die Jury überzeugen und fertigte die Filzenfee aus einem Beton-Leim-Gemisch und Metall an. Sie hat damit bereits mit ihrer zweiten Skulptur den öffentlichen Raum in Grassau bereichert, denn auch die „Himmelsgucker“, die in der Outdoorgalerie beim Hefterstadel in den Himmel blicken, hat die Künstlerin geschaffen. Nun steht die Filzenfee am Wegesrand und hält in ihren Händen etwas aus glänzendem Metall. Ihr Blick ist bedrückt und auf ihre offenen Hände gerichtet, die zart ein Methanmolekül umfassen.
Der Besucher wird mit der Figur, die aussieht, als wäre sie gerade aus dem Boden gewachsen und in ihrer Erscheinung einem abgestorbenen Totholzbaum ähnelt, nicht allein gelassen. Auf einem Schild wird ihre Bedeutung als Bewahrerin des Moores erklärt: Sie steigt aus dem Moor empor und zeigt sich verzweifelt über das Absterben der Moore und die Folgen des Klimawandels. Sie hält das flüchtige Methanmolekül in der Hand und weist damit auf die fragile Balance im Moor hin, denn nur intakte Moore können Methangas binden. Werden die Moore durch menschliche Einflüsse bedroht, dann wird das Gleichgewicht gestört, und Methan kann in die Atmosphäre entweichen. Methan wiederum führt zur Klimaerwärmung. Eindrucksvoll mahnt die Filzenfee, auf das Gleichgewicht achtzugeben, intakte Moore und damit das Klima zu schützen.
Die imposante Figur hilft zu verstehen und bleibt auch den Kindern im Gedächtnis. Der Platz ist sehr gut gewählt, denn von der Filzenfee aus blickt man ins Moor, in diese faszinierende Landschaft. tb