Grassau – Durch die Hautfärbung mit den auffälligen gelben Flecken ist der Feuersalamander besonders attraktiv, und viele Wanderer freuen sich, wenn sie diesem Lurch begegnen. Doch der Feuersalamander ist durch einen Pilz, den Salamanderfresserpilz, stark gefährdet. Um die heimische Population der schönen Lurche zu schützen, engagierte sich Zweite Bürgermeisterin Daniela Ludwig mit Erfolg. Nun wurden Schilder, die auf die Gefährdung hinweisen, angebracht.
Heimische Flora und Fauna brauchen Schutz. Dazu gehört auch der Feuersalamander, der vermehrt auf Grassauer Boden am Thorgraben, aber auch entlang der Wanderwege wie der Zeppelinhöhe sowie auf Rottauer Wegen in feuchten Gebieten entdeckt werden kann. Manchmal huscht dieser Geselle über den Weg, manchmal bleibt er aber auch einfach frech stehen. Dies ist jedoch keine Aufforderung, das Tier anzufassen oder mit dem Fuß zu berühren, auch nicht, um zu prüfen, ob es noch lebt. Daniela Ludwig ist glücklich, dass nun Schilder, die auf die Gefährdung dieser Wesen hinweisen, aufgestellt wurden. Sie berichtete, dass sie derartige Schilder im Spätherbst gesehen habe. Sie recherchierte und erfuhr dadurch von dem Hautpilz, der die Feuersalamander bedroht. Dieser Pilz frisst Löcher in die Haut des Lurches, was zum Ersticken führt. Die Sterblichkeitsrate liegt bei fast 100 Prozent. Einmal infiziert, ist das folglich für den Salamander das Todesurteil, und er kann zudem weitere Salamander anstecken.
Da die Population der Feuersalamander in feuchten Gebieten noch relativ groß ist und dies so bleiben soll, schlug sie vor, solche Warnschilder auch im Grassauer Gebiet aufzustellen. „Mit der Idee habe ich offene Türen im Rathaus eingerannt“, sagt sie zufrieden. Laut Bürgermeister Stefan Kattari habe sich die Gemeinde erkundigt, wo es diese Warnschilder gebe, und vom Umweltministerium fünf Schilder bekommen.
Bauhofleiter Michael Höger erklärte, dass dann gemeinsam mit der Verwaltung überlegt wurde, wo diese Schilder am besten aufgestellt werden. Prädestiniert waren Bereiche, in denen Wanderwege beginnen und in denen auch ein vermehrtes Aufkommen der Feuersalamander vorhanden ist. Die fünf Plätze wurden schnell gefunden, und der Bauhof brachte die Schilder an.
„Ich bin ein absoluter Fan dieser schönen Feuersalamander“, betont Ludwig, die sich über die Schilder freut und zugleich hofft, dass diese von der Bevölkerung und von den Wanderern beachtet werden.
In großen Lettern steht „Achtung! Feuersalamander auf dem Weg“. Es wird erklärt, dass bereits seit sechs Jahren der Feuersalamander von dem tödlichen Pilz, der aus Asien eingeschleppt wurde, bedroht wird. Die Sporen des Pilzes überdauern Trockenheit und haften an Schuhen, Reifen, Kleidung, Wanderstöcken und Händen. Nun ist es wichtig, dass diese Pilzsporen nicht verbreitet werden.
Bei Regen und nachts sollte auch mit dem Rad langsam gefahren werden, damit die Tiere queren können. Zudem sollte man in diesen Gebieten Abstand von Quellen und Quellbächen halten, damit mögliche Sporen an Schuhen nicht zu den Quellen getragen werden. Feuersalamander sollten auch nicht berührt oder mit den Schuhen angetippt werden. Ganz wichtig ist es, auf den befestigten Wegen zu bleiben und nach dem Wandern die Schuhe gut zu reinigen und zu desinfizieren. Zudem werden die Wanderer gebeten, mögliche Vorkommen von Feuersalamandern mit Foto, Koordinaten und Datum zu melden. tb