Inzell – Es scheint ein ganz normaler Samstagmorgen für Max Steinhauer zu werden. Der Kommandant der Inzeller Feuerwehr befindet sich gegen 6.30 Uhr auf dem Weg zur Arbeit, als ihm auf der B306 in Richtung Hammer plötzlich etwas auffällt. „Ich hab’s schon aus der Ferne gesehen und mir gedacht: Kruzifix, da raucht’s ja!“ Ein paar Meter weiter auf Höhe Schwarzberg sieht man bis zur Hütte hinüber und da wurde mir klar, dass sie brennt“, erinnert er sich.
Steinhauer versucht noch von der Bundesstraße aus, den Besitzer und Eigentümer zu erreichen, doch der geht nicht ans Telefon. Der Kommandant vermutet, dass er in diesem Moment im Stall des Bauernhofes beschäftigt ist und von den Flammen nichts mitbekommt. Also ruft er bei der Leitstelle in Traunstein an und fragt, ob ein Lagerfeuer angemeldet wurde. „Weil auch das nicht der Fall war, habe ich dann Alarm gemeldet“, so Steinhauer.
Doch beim Eintreffen der Feuerwehren lodern bereits die Flammen, hauptsächlich im Kaminbereich auf der linken Seite. 32 Einsatzkräfte aus Inzell und 15 aus Hammer geben ihr Bestes, um den Vollbrand einzudämmen und zu löschen. „Als ersten Schritt haben wir die Lage erkundet und, sofern noch möglich, in die Fenster hineingeschaut, ob sich noch jemand im Inneren aufhält. Schnell wurde klar, dass es sich nur noch um einen normalen Löschangriff handelt.“
Weil die Hütte etwas abseits gelegen ist – Steinhauer schätzt 300 bis 400 Meter vom Bauernhof entfernt – und kein weiteres Wasser in der Nähe ist, müssen die Feuerwehrleute eine Wasserversorgung aufbauen. In der Zwischenzeit kommen die Tanklöschfahrzeuge aus Inzell und Hammer mit einem Fassungsvermögen von 2.500 und 1.200 Litern zum Einsatz. „Als die Versorgung aufgebaut war, kam dann alles ins Laufen. Der Eigentümer ist dann auch schnell gekommen, aber den Vollbrand konnten wir nicht mehr verhindern.“
Der Besitzer selbst war es, der mit seinem Bagger dabei half, das Dach der Hütte einzureißen, damit die Feuerwehren die letzten Glutnester löschen konnten. Für den umliegenden Waldrand bestand nach Meinung des Kommandanten übrigens kein Risiko, dass die Flammen auf Bäume oder Sträucher übergehen. „Am Tag davor hat es stark geregnet.“
Auch wenn der Einsatz an sich unproblematisch verlaufen ist und es keine Verletzten gegeben hat: Emotionslos dürfte der Brand an manchen Mitgliedern der Feuerwehren sicher nicht vorübergegangen sein. „Die Hütte ist uns allen bekannt, viele von uns waren selbst schon dort. Die kennt hier jeder“, bestätigt Kommandant Steinhauer, dass es sich um einen bekannten Treffpunkt für Feste gehandelt hat.
Doch wieso ist die Hütte überhaupt in Flammen aufgegangen? Nach einer ersten Einschätzung hatte die Polizei am Tag darauf noch vermutet, dass der Brand im Zusammenhang mit einer Feier von Heranwachsenden in der Nacht zuvor stehen könnte. Das Fest sei gegen 3 Uhr beendet worden, hieß es in einer Mitteilung der Beamten. Glutreste im Kaminofen wurden als Möglichkeit in Erwägung gezogen, doch am Montagnachmittag heißt es von der Polizei Traunstein, welche die Ermittlungen führt: „Zur Brandursache kann man noch nichts sagen.“ Die Schadenshöhe wird auf 10.000 bis 20.000 Euro geschätzt. Marcel Sowa