„Keinesfalls eine Pauschalverurteilung“

von Redaktion

Sechs Räte verlassen das Gremium – Kritik an Nachbarschaft des Bauprojekts „Am Sulzbach 8“ wird relativiert

Inzell – Sechs Jahre Legislaturperiode sind nun schon wieder vorüber und die jüngste Sitzung des Gemeinderates stand auf dem Programm. Bürgermeister Michael Lorenz gab einen Rückblick über die vergangene Zeit und verabschiedete die sechs ausscheidenden Gemeinderatsmitglieder mit einem angemessenen Geschenk. Zudem wurden einige Bauanträge behandelt.

Harmonisches
Miteinander

Im Rückblick ging Michael Lorenz kurz auf die Entscheidungen und Maßnahmen ein, die im Gemeinderat umgesetzt wurden und betonte dabei das wirklich harmonische Miteinander. „Innerhalb von sechs Jahren gewöhnt man sich aneinander und es ist eigentlich schade, wenn es jetzt vorbei ist. Es hat gut funktioniert bei der jeweiligen Entscheidungsfindung, die Zusammenarbeit war wirklich gut und auf Augenhöhe, aber vor allem nie persönlich angreifend und irgendwie unter der Gürtellinie. So kam es auch zu den vielen sachlichen Entscheidungen.“

Der Rathauschef wies darauf hin, dass es nicht Sinn der Sache ist, sich von außen emotional beeinflussen zu lassen, sondern es soll zielorientiert um die jeweilige Sache und die daraus folgende Entscheidung gehen. „Man soll sich sehr wohl informieren, aber als Gemeinderat letztlich im Sinne der Gemeinde entscheiden. Unangenehm ist manchmal auch richtig“, wie er meinte. Lorenz steht dazu, dass einige wenige Entscheidungen vielleicht nicht richtig waren, doch man lernt daraus. Der Großteil der zu behandelnden Themen wurde richtig entschieden mit guten Entscheidungen für den Ort. Man habe sich gut ausgetauscht im Hinblick auf die zu entscheidenden Dinge im Sinne aller Parteien, um geschlossen nach außen zu gehen und für eine gute Zukunft zu entscheiden.

Aus seiner Sicht hat es großen Spaß gemacht und das Team hat gepasst. Auch der Wechsel des Bürgermeisters war vertrauensvoll, zielführend und ist ohne Probleme über die Bühne gegangen. Aus diesem Grund ging sein Dank auch an seinen Vorgänger Hans Egger, der persönlich anwesend war: „Du hast mir den Übergang sehr erleichtert und standest immer zur Verfügung. Ich konnte dich immer, auch nach der Wahl, um Rat fragen, wenn es notwendig war, in Bezug auf frühere Entscheidungen.“ Auch der Übergang vom ehemaligen Geschäftsführer Walter Neudecker zu seinem Nachfolger Matthias Fuchs ging problemlos vonstatten, gerade auch in menschlicher Hinsicht.

Den ausscheidenden Mitgliedern des Gemeinderates Michael Kötzinger, SPD (zwölf Jahre), Sepp Tratz, CSU (sechs), Markus Ried, Grüne (sechs), Annemie Walch, CSU (seit 2022), Nicolle Dufter, Bürger für Inzell (2025) und Heini Plenk, CSU (2025) dankte Michael Lorenz, dass sie sich im Sinne der Gemeinde zur Verfügung gestellt haben. Den beiden Frauen überreichte er einen Gutschein für Schmuck und die Männer erhielten als Geschenk eine Taschenuhr mit Gravur.

Dann wurde es amtlich. Zu behandeln gab es einen Antrag auf Vorbescheid „Am Sulzbach 8“ zum Bau von vier Einfamilienhäusern. Dabei soll das bestehende Gebäude abgerissen und vier neue Häuser mit Doppelgarage errichtet werden. Hierfür werden die zwei bestehenden Flurstücke zusammengefasst und in vier Bauparzellen mit Zufahrtsstraße unterteilt. Geplant sind Grundstücksgrößen zwischen 425 und 517 Quadratmetern. Die Grünfläche wird geringfügig überbaut und kann gegebenenfalls durch die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern ersetzt werden. Ein Teil der Gebäude steht im Hang. Die Häuser können entweder mit Keller oder ohne gebaut werden. Die geplante Wandhöhe ist mit maximal 6,27 Metern festgelegt und die Häuser haben eine Größe von acht mal 11,50 Metern und jeweils zwei Vollgeschosse. Festgelegt ist die GRZ mit 0,22 beziehungsweise 0,18 und die GFZ mit 0,43 beziehungsweise 0,36. Je Einfamilienhaus muss ein eigener Hausanschlussschacht sowie Wasseranschluss auf eigene Kosten hergestellt werden. Die Kosten für die Wiederherstellung der öffentlichen Straßen sind ebenfalls vom Bauherrn zu übernehmen. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für die vorgelegte Bauvoranfrage aus.

Aggressives
Umfeld

Richard Hütter (Bürger für Inzell) ging noch einmal kurz auf das Bauvorhaben „Am Sulzbach 8“ ein, wobei die Errichtung von zwölf Wohnungen in einem großen Gebäude zurückgezogen wurde. „Ich will nur klarstellen, dass meine Worte in der vergangenen Sitzung keinesfalls eine Pauschalverurteilung waren. Aus meiner Sichtweise der Dinge wollte ich nur den Umgang mit dem Bauwerber von einigen Einzelnen kritisieren“, und der Dritte Bürgermeister verdeutlichte dabei, dass man laut Demokratie durchaus Unterschriften sammeln und dagegen sein darf, das ist selbstverständlich. Lediglich der Umgangston von wenigen Nachbarn sei aus seiner Sicht nicht akzeptabel gewesen. Sinnvoll wäre es, vorab Informationen einzuholen. Die Nachbarschaft ist teilweise aggressiv aufgetreten. Hütter habe nicht pauschal die Nachbarschaft gemeint, doch manche haben sich fälschlicherweise angegriffen gefühlt. Er stellte klar, dass es nicht alle waren, sondern nur einige. „Ich entschuldige mich dafür, wenn meinerseits alle angesprochen wurden, ich habe lediglich einige gemeint“, brachte er es abschließend auf den Punkt.

Hans Pauli (Bürger für Inzell) blickte noch einmal kurz auf das „Ramadama“ am Wochenende zurück und informierte den Gemeinderat. Dabei gab es eine Rekordbeteiligung bei den Sammlern, die sich aus Kolpingsfamilie Inzell, Alpenverein Inzell, Gartenbauverein Inzell-Hammer-Weißbach und erstmals auch aus neuen Helfern vom Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) zusammensetzten. Erfreulicherweise sind in Inzell überwiegend „Kleinsachen“ zu finden. Die auffallendsten Teile waren in diesem Jahr ein Paar Head Ski aus dem vergangenen Jahrtausend und zwei Schlafsäcke.

Problematische
Vollsperrung

Andreas Panitz (CSU) monierte, dass die drei Vollsperrungen in Weißbach ein Problem für Firmen und Unternehmen im Ort seien. Es herrschte absolut kein Durchgangsverkehr, und hinzu kommt, dass die Schilder beim Kreisverkehr in Siegsdorf und beim Kreisverkehr am Antonibergtunnel trotz jetziger Ampelregelung immer noch auf eine Vollsperrung hinweisen. Bürgermeister Lorenz versprach, sich der Sache anzunehmen und beim Bauamt wegen der Schilder nachzufragen.

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