Zeitkapsel in der Kirchturmspitze

von Redaktion

Nach gut einem Jahr steht die Sanierung der Staudach-Egerndacher Pfarrkirche kurz vor dem Ende

Pfarrkirche St. Andreas ist komplett eingerüstet.

Staudach-Egerndach – Seit einem Jahr ist die Staudach-Egerndacher Pfarrkirche in eine Metallgerüstkonstruktion eingehaust. Grund hierfür sind die aufwendige Dachsanierungen des Gotteshauses mit Holzschindeln. Die Dächer von Langhaus und der Turm sind saniert. In die Turmspitze konnte Pfarrer Andreas Horn nun vor dem Aufsetzen des Kreuzes eine Zeitkapsel einfügen. Geweiht und mit dem Segen versehen, strahlt nun das Kreuz auf der Kirchturmspitze auf 37 Metern Höhe.

Die Planungen für die Außensanierung der Kirche starteten bereits im Frühjahr 2024. Die Bauausführung folgte von April 2025 bis Mai 2026. Grund für die Sanierung war das ungewöhnliche, sehr schöne Holzschindeldach, das nicht mehr dicht war und dringend einer Erneuerung bedurfte.

Turmfalke hilft das
Bauwerk zu bewahren

Aufwendig gestaltete sich die Dachsanierung des Langbaus. Architektin Ute Meier vom gleichnamigen Büro aus Grabenstätt informierte über die Sanierungsarbeiten an dem Langhaus. Hier wurden unter anderem Stahlzugstäbe in eine Zerrbalkenlage eingebracht und die Längsaussteifung verstärkt. Feuchtschäden im Traufbereich, an den Gradsparren wie an den Sparrenköpfen wurden saniert, Traufbleche erneuert und Dachrinnen wieder angebracht. Auch ein Laufgang für Wartungs- und Kontrollzwecke wurde angebracht. Besonders aufwendig gestaltete sich die Erneuerung der kompletten Holzschindeleindeckung. Zudem wurde die Blitzschutzanlage erneuert. Bis zur Kirchturmspitze ragt das Gerüst. So konnte auch das Turmdach saniert werden. Hier war ebenfalls eine Neueindeckung mit Holzschindeln durch viele Spechtlöcher erforderlich.

Als nützlich erwies sich der Turmfalke, der sich ebenfalls angesiedelt hat. Wie Ute Meier informierte, wurde das Nest des Turmfalken durch einen Brutkasten ersetzt, den der Falke gerne annahm und so gab es im vergangenen Jahr sechs Jungfalken, was zeigte, dass der Turmfalke mit seinem Neubau sehr zufrieden war. Nun hofft man, dass der Turmfalke auch in diesem Jahr dort brütet. Der Turmfalke gilt als natürlicher Fressfeind des Spechts und soll diesen von den Dächern fernhalten.

Nachdem nun die beiden Dächer saniert sind, stehen noch die Dachsanierungen von Sakristei- und Nebendächern an. Die sind jedoch nicht so aufwendig und auch nicht mehr in schwindliger Höhe zu erledigen. Den Abschluss der Sanierung bildet dann die Fassade, die nach Abbau des Gerüsts, ausgebessert wird.

Zum Finanziellen informierte Architektin Meier, dass sich die Kosten auf 1,1 Millionen Euro summieren. Davon trägt die Pfarrei 15 Prozent und erzbischöfliche Ordinariat 85 Prozent. Die politische Gemeinde spendierte für dieses schöne Wahrzeichen 15.000 Euro und das Landratsamt legte 5.000 Euro obendrauf.

Mit dem Baufortschritt zeigte sich Pfarrer Andreas Horn zufrieden. Er kam nicht nur mit Weihwasser, sondern auch mit einer Zeitkapsel, die in die Kirchturmspitze eingesetzt wurde. Neben einer Gottesdienstordnung, der Beschreibung der Baustelle und was alles saniert wurde, werden in den weiteren Schriftstücken zahlreiche Personen erwähnt – darunter Papst Leo XIV, Weihbischof Marx und er Pfarrer Horn sowie Bundeskanzler, Bayerns Ministerpräsidenten, Bürgermeisterin Martina Gaukler und Verwaltungsmitglied Christian Weinzierl genannt. Ergänzt wurde der Inhalt der Zeitkapsel noch mit einem Euro. Gut verschlossen wurde die Kapsel dann nach oben transportiert.

Nach einem Aufstieg auf 37 Meter Höhe konnte das imposante Turmkreuz auf die Spitze gesetzt und damit auch die Zeitkapsel, die vorher in den Hohlraum der Kirchturmspitze eingelassen wurde, verschlossen werden. Pfarrer Andreas Horn bat um den Segen für alle, die am Bauwerk beschäftigt sind und für alle die unter den Dächern der Kirche gehen. Sein Dank galt der Architektin und den ausführenden Firmen sowie der Gemeinde für die Unterstützung.

Baumaßnahmen
laufen noch bis Mai

Die Baumaßnahme wird sich noch bis zu den Pfingstferien Ende Mai hinziehen. Bereits vorher wird bereits das Gerüst abgebaut. Danach kann das gotische Gotteshaus wieder in seinem vollen Glanz betrachtet werden. Zu hoffen ist zudem, dass der Turmfalke den Brutkasten auch in diesem Jahr annimmt und damit verhindert, dass der Specht sich am neuen Dach zu schaffen macht.