Mehr Forellen für den Chiemsee

von Redaktion

Kinder und Jugendliche des Fischereivereins Prien haben jüngst mehrere tausend junge Seeforellen in die Prien eingesetzt. Die Aktion ist Teil eines längerfristigen Brutboxenprojekts, das den gefährdeten Seeforellenbestand im Chiemsee stabilisieren soll.

Prien – Mit zunächst rund 5.300 Seeforelleneiern, die von der Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberbayern Mitte Dezember vergangenen Jahres zur Verfügung gestellt wurden, startete der Priener Fischereiverein sein winterliches Brutboxenprojekt an der Prien. Nach etwa vier Wochen schlüpften die ersten Fische, wobei die Boxen regelmäßig von abgestorbenen Eiern befreit werden mussten.

Unermüdlicher Einsatz
der jugendlichen Mitglieder

Treibende Baumstämme beschädigten während eines starken Hochwassers an der Prien am 22. Januar die Verankerung der Brutboxen. Mit kurzfristiger Unterstützung von der Schnelleinsatzgruppe der DLRG Prien (wir berichteten) konnten die beschädigten Boxen damals gerettet und das Projekt erfolgreich zu Ende gebracht werden. Die vollständig geschlüpften Seeforellen wurden am 1. März in der Prien ausgesetzt.

Weitere rund 5.000 Seeforelleneier übernahm der Verein dann am 5. März von der Fischereigenossenschaft Chiemsee. Auch hier waren jugendliche Vereinsmitglieder regelmäßig gefordert, um unter fachkundiger Anleitung den Inhalt der Brutboxen zu pflegen. Der Aufwand hat sich gelohnt und wiederum konnten kürzlich einige tausend kleine Seeforellen von den Kindern und Jugendlichen des Vereins in der Prien ausgesetzt werden. Ziel dieser Aktionen ist es, den Bestand der Seeforellen, der am Chiemsee seit Jahren auf niedrigem Niveau stagniert, zu verbessern.

Zunächst leben die jungen Fische noch ein bis zwei Jahre in der Prien, um dann in den Chiemsee abzuwandern. Mit dem Erreichen der Laichreife kehren sie, ähnlich wie ihre Verwandten, die Lachse, an ihren Geburtsort zurück, um in sauberen Kiesflächen am Grund der Prien abzulaichen.

In Bayern auf
der Roten Liste

Die Seeforelle steht in Bayern auf der Roten Liste und ist dort als „stark gefährdet“ eingestuft. Aus diesem Grund ist die Fischerei auf diese Fischart streng geregelt. Seeforellen dürfen nur außerhalb der Schonzeit und nach Erreichen des Schonmaßes von 60 Zentimetern aus dem Chiemsee entnommen werden.

Die Brutboxenprojekte des Fischereivereins für Kinder und Jugendliche Prien werden vom Fischereiberechtigten an der Prien, Jorg Schönwälder, der Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberbayern sowie der Fischereigenossenschaft Chiemsee unterstützt. Somit bekommen Kinder und Jugendliche Einblicke in die natürlichen Abläufe an der Prien und am Chiemsee und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der gefährdeten Fischart.

Die Entwicklung der Seeforellen an der Prien kann auf Instagram („Fischereiverein für Kinder und Jugendliche Prien“) verfolgt werden.

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