Risse im Gewölbe

von Redaktion

Pfarrkirche St. Ägidius in Bergen ist vorerst gesperrt

Bergen – Mit einer Sanierung des Daches und der Risse im Mauerwerk hatte die Pfarrgemeinde bereits gerechnet, nicht aber mit einer nun überraschenden Sperrung der schönen, spätklassizistischen Kirche, die das Ortszentrum von Bergen ziert. Der Pfarrverband zeigt sich in dieser prekären Situation als sehr hilfreich, denn die Gottesdienste und Andachten können sowohl in der Pfarrkirche in Vachendorf, im Pfarrheim Bergen als auch in der Filialkirche Bernhaupten stattfinden.

Feinmaschiges
Monitoring

Verwaltungsleiterin des Pfarrverbands Ursula Rosenegger informierte, dass die Risse im Gewölbe, in den Decken, an der Empore bereits seit 2014 bekannt sind und in regelmäßigen Abständen begutachtet wurden. So wurden die Risse, die sich je nach Jahreszeit und Temperatur öffnen und schließen, durch ein feinmaschiges Monitoring begutachtet und durch Rissmessuhren überwacht. Über Jahre hinweg änderte sich nichts. Doch vor zwei Jahren, nachdem sich die Risse veränderten und sich nicht mehr schlossen, wurden weitergehende Maßnahmen der Begutachtung eingeleitet.

Die Kirchenverwaltung hat frühzeitig reagiert und sich fachliche Beratung beim Baureferat des Erzbischöflichen Ordinariats geholt, wie auch spezialisierte Fachfirmen zur Analyse des Schadens beauftragt. Es folgen weitgehende Untersuchungen des Bauwerks. Laut Ursula Rosenegger wurden dann auch Grabungen rund um die Kirche vorgenommen, um zu untersuchen, ob diese Risse vom Fundament herrühren. Zudem wurde die gesamte Kirche vermessen und jeder Riss kartiert. Die Experten stellten fest, dass das Fundament tragfähig und somit nicht für die Rissbildung verantwortlich ist. Vielmehr kommt das Problem vom Dach, das mit seiner Last auf das Gemäuer liegt. Das Dach müsse mit Eisenverstrebungen besser verankert werden, vermutet die Verwaltungsleiterin.

Bei der jüngsten Begehung durch die Experten im Rahmen des Monitorings, erklärte der Statiker, dass er die Verantwortung für die Standfestigkeit des Gebäudes nicht mehr übernehmen könne und somit diese an die Pfarrverwaltung und den Seelsorger abgebe. Nach Meinung des Experten sei ohne Sanierung die Kirche einsturzgefährdet und müsse sofort für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Dieser Empfehlung sind die Verantwortlichen nachgekommen. „Uns ist das nicht leichtgefallen, ist die Kirche doch ein zentraler Ort des Glaubens in der Gemeinde“, bedauerte Kirchenpflegerin Waltraud Mörtl. Pater Andrei Mirt fügte hinzu, dass die Sicherheit aller Gottesdienstbesucher an erster Stelle steht und Ausweichmöglichkeiten vorhanden sind. Er verwies auf die weiteren Kirchen des Pfarrverbands, die den Bergener Gläubigen ebenfalls offenstehen. Die Gottesdienste und Rosenkränze finden bis auf Weiteres donnerstags und sonntags im Pfarrheim Bergen und die Vorabendgottesdienste samstags in der Filialkirche St. Jakobus in Bernhaupten statt.

Doch wie geht es nun mit der Pfarrkirche weiter. „Wir hatten gehofft, dass wir die Kirche erst sperren müssen, wenn Projektierung, Planungen und Genehmigungen sowie die Finanzierung vorliegen“, so Rosenegger. Die Realität hat nun aber diese Vorgehensweise überholt.

Sanierung kostet
800.000 Euro

Ersten Schätzungen zufolge wird die Sanierung des Daches und der Risse mit 800.000 Euro beziffert. Die Finanzierung teilen sich verschiedene Stellen. Einen großen Beitrag muss die Pfarrei aus Eigenmitteln leisten, die Erzdiözese, das Ordinariat und die Pfarrei, die ebenfalls ihren Beitrag leisten müsse. Um den Betrag, der noch festgelegt wird, stemmen zu können, wären Spenden sehr hilfreich. Diese können an die Pfarrkirchenstiftung St. Ägidius Bergen überwiesen werden. Jeder Betrag hilft ein wenig weiter und Spendenquittungen können ebenfalls ausgestellt werden. In der Gottesdienstordnung werden die Termine und Orte der jeweiligen kirchlichen Veranstaltung bekannt gegeben.

Artikel 1 von 11