Unterwössen – Der Oberwössner Trachtenverein
D‘Rechlberger steht vor einem spannenden Jahr. Das zeigte die Jahresversammlung im Oberwössner Poststüberl auf. 37 Kinder und Jugendliche in den Nachwuchsgruppen und sieben Neuanfänger sprechen für einen aktiven Verein. Die Feiern zum 100-Jährigen des Chiemgau-Alpenverbandes stehen an. Das und mehr berichteten die Vorsitzende Renate Bauer und die Spartenleiter.
Das vereinsinterne Jahr war dicht, berichtet Bauer: vier Ausschusssitzungen, drei Gauversammlungen, drei Vorstandsversammlungen. „Sehr stolz“ zeigte sich Bauer über die Oberwössner Beteiligung beim Gaufest in der Feldwies: Mit Weißbacher Musik und Leitwagen stellten 124 Rechlberger den 15. Platz in der Meistbeteiligung. Aus diesem Frühjahr berichtete Bauer von der Gauchronik, die der Chiemgau-Alpenverband am 13. März präsentierte. Das Werk bringt stolze 2,9 Kilogramm auf die Waage und dokumentiert auf 440 Seiten mit rund 3.000 Fotos den Wandel der Tracht und die Geschichte des Verbandes.
Vorplattler Ludwig Winkler legte den Bericht der Aktiven vor. Drei Sternproben für die kirchliche Hochzeit von Lena und Simon Aberger führten zu einem „brutal guaden Sterntanz“ in der Seegatterlalm. 19 reguläre Trachtenproben, zwei neue Aktive gewonnen, umriss er kurz. Beim Aktivenausflug ins Röthelmoos kamen zehn Leute tagsüber, sechzehn blieben über Nacht. „Alle haben es wieder gut nach Hause geschafft, wobei das bei einem am Kanonenpass nicht ganz sicher war.“ Derzeit bereiten die Aktiven den Heimatabend am 29. Mai im Poststüberl vor. Winkler lädt alle Dorfbewohner herzlich ein. Doch Winkler fand auch deutliche Worte: Die letzten Proben seien schwach besucht gewesen. Er mahnt zur Disziplin: „Wir woin wieder a schens Trachtenjahr ham.“
Jugendleiterin Martina Irlinger zeichnete ein lebendiges Bild der Kinder- und Jugendgruppe. Mit 36 Mitgliedern ist die Sparte stark besetzt. Ein besonderer Höhepunkt war das Achental Jugendpreisplatteln, das erstmals in München stattfand. „Total bärig“, kommentierte Irlinger den ersten gemeinsamen Auftritt von Kindern und Aktiven. Die Platzierungen zeugen vom sportlichen Ehrgeiz der Jüngsten. Bus und Anreise ermöglichte eine Spende des Verkehrsvereins. 22 normale Proben, sieben Zusatzproben, acht Auftritte zählte sie.
Der Mitgliederstand zum Stichtag: 16 Kinder, 20 Jugendliche – insgesamt 36. Sieben Neuanfänger stoßen in diesem Jahr dazu. „Der Trachtenverein ist für Alt und Jung – das ist einzigartig.“
Röckifrauen-Vertreterin Vroni Klössinger berichtete von 13 Terminen mit Röcki, vom Palmsonntag bis zu beiden Volkstrauertagen in Ober- und Unterwössen. Beim Gaufest in der Feldwies waren 28 Frauen dabei, zwei neue Röckifrauen stießen hinzu.
Kassier Max Irlinger meldete ein nahezu ausgeglichenes Kassenjahr. Er ordnete die Zahlen ein: 2024 hätten außerordentliche Einnahmen aus Veranstaltungen das Ergebnis verbessert; dieser Effekt entfalle in regulären Jahren. Vor diesem Hintergrund unterstrich Irlinger die Bedeutung der vielen Spenden an den Verein und der vereinseigenen Aktionen, die helfen, den Kassenstand zu halten. Vroni Klössinger brachte abschließend auf den Punkt: „In 105 Tagen ist Gaufestsonntag“, rechnete sie vom Jahrtag aus. Das Gautrachtenfest in Marquartstein am 26. Juli ist der große Termin des Vereinsjahres. lfl