Zum Thema „Wer wird in Prien Zweiter Bürgermeister?“ (Lokalteil):
Die derzeitige Diskussion um die Besetzung der Bürgermeister-Stellvertreter in Prien sorgt bei mir für Unverständnis. Dabei ist das Verfahren klar: Der neu gewählte Gemeinderat entscheidet in seiner konstituierenden Sitzung über die Besetzung der Ämter. Genau dafür wurde er gewählt. Die geführte Debatte, die erreichte Stimmenzahl oder das Geschlecht müssten automatisch zu bestimmten Posten führen, wird den tatsächlichen Anforderungen kommunalpolitischer Verantwortung nicht gerecht. Entscheidend ist viel mehr, wer Erfahrung mitbringt, wer die Abläufe im Rathaus kennt und wer in der Lage ist, den Bürgermeister zuverlässig zu vertreten. Gerade in den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, wie wertvoll es ist, wenn auf eingearbeitete und bewährte Kräfte zurückgegriffen werden kann. In der öffentlichen Diskussion entsteht jedoch zunehmend der Eindruck, als würden diese Aspekte bewusst ausgeblendet. Stattdessen wird eine Debatte geführt, die eher auf öffentliche Wirkung als auf sachliche Lösungen abzielt. Zusätzliche Irritation entsteht, wenn sich Stimmen von außerhalb in Priener Entscheidungen einmischen. Die Prienerinnen und Priener haben gewählt – nun ist es Aufgabe des Gemeinderates, auf dieser Grundlage verantwortungsvoll zu entscheiden. Es sollte darum gehen, Verlässlichkeit, Erfahrung und Kontinuität in den Mittelpunkt zu stellen – gerade auch im Interesse einer stabilen und konstruktiven Zusammenarbeit im Gemeinderat im Interesse der gesamten Marktgemeinde.
Elke Aicher
Prien am Chiemsee