Staudach-Egerndach – Die Zeit drängt, denn bis zum Herbst 2027 sollten die bis dahin fehlenden Kindergartenplätze ersetzt sein. Bereits im Februar hatte sich der Gemeinderat auf einen Anbau an den bestehenden Kindergarten geeinigt. Nun wurden dem Rat vom Architekten unterschiedliche Planvarianten vorgestellt. Eine Variante mit einem schrägen Anbau gefiel besonders. Die Wünsche aus dem Gemeindegremium werden nun in den Plan eingearbeitet.
Drei Möglichkeiten
für den Anbau
„Wir planen seit geraumer Zeit“, informierte Bürgermeisterin Martina Gaukler und erinnerte an die verschiedenen Optionen vom Neubau über Waldkindergarten bis zum Anbau an den bestehenden Kindergarten. Eine weitere Kindergartengruppe kann im Schul- und Kindergartengebäude untergebracht werden. Allerdings muss dann ein Mehrzweckraum geschaffen werden.
Nachdem ein Anbau favorisiert wurde, wurde Architekt Ulrich Farthofer mit der Planung beauftragt. Dieser unterbreitete dem Rat nun drei Varianten eines Anbaus im nördlichen Bereich des bestehenden Kindergartens. Alle Varianten sehen einen Anbau im Bereich des jetzigen Eingangs in der Form einer Holzständerkonstruktion vor. In diesem werde der Mehrzweckraum, der auch außerhalb des Kindergartenbetriebs genützt werden kann, installiert. Ebenfalls angebaut werden Büro und WC-Anlagen.
Die Varianten unterschieden sich hinsichtlich der Bauausführung, wobei die zweite Variante eine schräge Bauweise bevorzugt. Durch diese Konstruktion wirkt der Anbau nicht mehr so massiv und fügt sich in die Umgebung mit Kindergartenspielplatz besser ein. Laut Architekt kann der Anbau schnell realisiert werden, da die Holzständerkonstruktion vorgefertigt und nur auf die Bodenplatte aufgesetzt werden müsse. Eine überragende Schalung sei ebenfalls vorgesehen. Im Innenausbau sollen Lehmbauplatten mit guter Dämm- und Raumklimawirkung verwendet werden. Als Dach schlug der Planer eine begrünte Flachdachkonstruktion mit Schüttung vor. So könne bei Bedarf später aufgestockt werden.
Nach seinem Zeitplan könnten bis Ende Juni der Entwurfsplan und die Kostenberechnung stehen und zur Genehmigung eingereicht werden. Mit den Baumeisterarbeiten könnte bereits in diesem Jahr noch begonnen werden und auch die Bodenplatte errichtet werden. Ein Ausbau sei dann ab Januar möglich und noch vor der Sommerpause könnte der Anbau fertig sein und mit den Arbeiten im Schulgebäude, in dessen Kellerbereich der bestehende Kindergarten untergebracht ist, während der Sommerferien erledigt werden. Bezugsfertig sei der Kindergartenanbau dann im September 2027.
Von Florian Maier (Gemeinderat) nach einem Dachstuhl mit Schindeln gefragt, erklärte der Architekt, dass aus Gründen des Wasserrückhalts ein begrüntes Dach besser wäre. Gemeinderat Michael Hofer sind alle Varianten zu nahe am bestehenden Kindergartenspielplatz, obwohl links vom Eingang eine nicht benötigte Grünfläche besteht. Er schlug ein Abrücken des Baukörpers in diesen Bereich vor. Farthofer gab zu bedenken, dass das Gelände dort stark abfällt und der Bereich der Mehrzweckhalle dann möglicherweise im Dunkeln liege. Dennoch bat Hofer, dies zu prüfen, da ansonsten von dem Spielgarten unter Umständen 100 Quadratmeter entfallen. Bürgermeisterin Gaukler betonte, dass die Außenspielfläche dennoch sehr groß bleibe. Florian Maier erinnerte an eine erste mögliche Planung mit Schiebetüren zum Garten. Würde dies berücksichtigt, müssten bei der Planung Büro und WC auf die gegenüberliegende Seite des Mehrzweckraums geplant werden. Die Idee mit einem Schrägbau gefiel der Bürgermeisterin, da dann weniger Garten verloren gehe. Laut Architekten wäre es gut, einen Gang zwischen Mehrzweckraum und Büro zu haben, damit die Erzieherinnen beobachten können, wer kommt und geht.
Verschiebung
nach Westen
Michael Hofer fragte zudem, ob die Planung einen Aufbau, eventuell eine Aufstockung mit zusätzlichem Raum berücksichtige und welche Mehrkosten daraus resultieren würden. Schließlich müsse beim Anbau eine mögliche Aufstockung bereits berücksichtigt werden.
Nach weiterer Diskussion einigte sich der Rat einhellig darauf, die Planung gemäß der Schrägbauvariante fortzuführen. Zudem soll versucht werden, den Baukörper weitestgehend nach Westen zu verschieben, um den bestehenden Garten der Einrichtung im größtmöglichen Umfang zu erhalten. Wichtig war dem Gemeinderat zudem eine Kostenschätzung, in der ein einstöckiger Anbau und Flachdach, so wie nun geplant, mit einem zweistöckigen Anbau verglichen wird.