Grabenstätt – Einstimmig hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Errichtung von zehn neuen Baumgräbern im nordöstlichen Bereich des gemeindlichen Friedhofs beschlossen. Bereits vor zehn Jahren waren im südlichen Erweiterungsteil bei einem Ahornbaum sechs Röhrensysteme als Baumgräber angelegt worden.
Passgenaue
Gravurschilder
Wie Bürgermeister Gerhard Wirnshofer (Bürgergruppe) vor der Abstimmung betont hatte, seien diese sechs Baumgräber aber mittlerweile alle belegt, sodass vonseiten der Friedhofsverwaltung kein Grab mehr für diese Bestattungsform angeboten werden könne. Eine Erweiterung am alten Standort sei nicht möglich, da sich dort umliegend Erdgräber mit einer längeren Nutzungsdauer befänden. Als Alternativstandort hat man nun im linken Friedhofsteil unweit des Eingangstors einen Wiesenbereich mit Bäumen gefunden, der sich für die neuen Baumgräber bestens eigne, so der Rathauschef. Um die hinteren beiden Bäume könnte man jeweils im Halbkreis fünf Baumgräber errichten. Diese dienten der Aufnahme von bis zu vier Urnen und die Gebühren beliefen sich für die Dauer einer Ruhezeit von zehn Jahren auf 700 Euro. Christine Heitauer von der Friedhofsverwaltung warf ein, dass es kürzere Edelstahlröhren für zwei Urnen und längere für vier Urnen gebe. Die Verwaltung sehe es als sinnvoll an, jeweils fünf davon zur Verfügung stellen zu können, um den verschiedenen Wünschen der Verstorbenen oder Hinterbliebenen gerecht zu werden. Baumgräber sind mit Bodenhülsen vorgefertigte Urnengräber, die erst im Todesfall für die Dauer der Ruhezeit vergeben werden. Ein Anspruch auf Verlängerung nach Ablauf dieser zehnjährigen Ruhezeit besteht in Grabenstätt nicht. Bei Folgebestattungen wird die Nutzungszeit jedoch auf Dauer der Ruhezeit verlängert. Jedes Baumgrab ist mit einem rasenbündigen Bronzedeckel dauerhaft verschlossen. Dieser bleibt auch bei den geplanten neuen Baumgräbern im Eigentum der Gemeinde. Für den Bronzedeckel werden passgenaue Gravurschilder bereitgestellt. Die Gravur erfolgt aber auf Kosten des Nutzungsberechtigten.
Auch wenn es am gemeindlichen Friedhof in Grabenstätt nach wie vor die Möglichkeit gibt, für Sargbestattungen ein Einzel- oder Familiengrab zu erwerben, ist auch dort ein klarer Trend erkennbar. Die Nachfrage nach Urnenbestattungen nimmt im Verhältnis zu den Sargbestattungen weiter zu. „Eine Sargbestattung findet nur noch selten statt und überwiegend werden von den Angehörigen alternative Grabarten für Urnen gewünscht“, so Bürgermeister Wirnshofer. Angehörige wollten oft nicht die aufwendige und langfristige Grabpflege von Familien- und Einzelgräbern übernehmen.
Grabbestattungen
werden immer seltener
Für Urnenbestattungen gibt es auf dem gemeindlichen Friedhof neben den Baumgräbern weitere Möglichkeiten wie Urnenstelen, ein Urnenreihengrab und auch ein Gemeinschaftsgrab, den sogenannten „Lebensweg“.