Kurz vor der 600-Mitglieder-Marke

von Redaktion

Verein „Freunde von Herrenchiemsee“ hat bei Jahresversammlung gleich doppelt Anlass zur Freude

Chiemsee/Herrenchiemsee – Mit einem Festempfang im Marmorsaal des Königsschlosses Ludwig II. haben die „Freunde von Herrenchiemsee“ den 65. Geburtstag ihrer Vereinigung gefeiert. Doppelten Anlass zur Freude hatten sie auch, weil im Dezember 2025 nach über 25 Jahren unermüdlichen Einsatzes die bayerischen Schlösser des Märchenkönigs in die Welterbe-Liste aufgenommen worden sind. Zuvor hatte Dr. Friedrich von Daumiller als Vorsitzender in der hervorragend besuchten Jahresversammlung über die Aktivitäten des Vereins berichtet und einen Ausblick auf 2026 gerichtet (Bericht über Festempfang folgt gesondert).

Wissenschaftliche
Aufarbeitung hat Priorität

Neue Tische und noch mehr Stühle mussten in der Schlosswirtschaft in den abgetrennten Bereich getragen werden, um den zahlreichen Vereinsmitgliedern eine Gelegenheit zu bieten, den Berichten der Vorstandschaft bei der Jahresversammlung der „Freunde von Herrenchiemsee“ nicht im Stehen lauschen zu müssen. „Wir streben als Verein langsam die 600er-Grenze an“, freute sich Dr. Friedrich von Daumiller angesichts der aktuellen 548 Mitglieder. Mit Verweis auf den „Adventsbrief“, in dem die einzelnen Aktivitäten des Vereins akribisch aufgeführt worden waren, widmete sich Dr. von Daumiller der Aufnahme der drei Königsschlösser (und des Berghauses am Schachen) in die Unesco-Welterbeliste im vergangenen Jahr. Dabei nahm sich der Verein in den vergangenen Jahrzehnten einer ganzen Reihe von Projekten an, unter anderem der Wiedererstehung des bemerkenswerten „Latona-Brunnens“ und seiner Wasserspiele. Dr. von Daumiller wies auch auf die finanzielle Unterstützung des Vereins (10.000 Euro) hin, damit ein Blinden-Tast-Modell auf Initiative des Lions-Clubs entstehen konnte.

Besonderes Augenmerk widmeten die „Freunde“ aber der wissenschaftlichen Aufbereitung der Geschichte der Insel, ein Aspekt, den Dr. von Daumiller später beim Festempfang im Marmorsaal auch besonders fokussierte. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die geschichtswissenschaftlichen und archäologischen Experten wie den verstorbenen Dr. Hermann Dannheimer, Dr. Martin Mayer und Prof. Dr. Heinz Dopsch, dessen wissenschaftliche Arbeiten mit und für den Verein immer noch nicht abgeschlossen seien. Kurz vor dem Abschluss stehe aber die würdige Beisetzung von Gebeinfundstücken fünf Verstorbener aus dem siebten, achten beziehungsweise 14. und 15. Jahrhundert, die im Rahmen der Ausgrabungen von Dr. Dannheimer sichergestellt worden seien, wie Dr. Wolfgang Berka in der Versammlung berichtete. „Sie kehren in den Dom zurück“, so Dr. Berka, und werden in einer eigens gefertigten Kassette aus der Werkstatt der Kunstschlosserei Anton Wallner im ehemaligen Gotteshaus beigesetzt. Das Vereinsmitglied Prälat Walter Brugger werde seinen Segen dazu geben, führte Dr. Berka weiter aus.

Die Kosten für die Kassette aus gebürstetem Stahl übernimmt auch die Vereinigung, deren Mitglieder sich geschlossen dafür aussprachen. Dr. von Daumiller dankte seinen Vorstandskollegen für die hervorragende Zusammenarbeit, seiner Stellvertreterin Verena Grillhösl, der entschuldigten Schatzmeisterin Charlotte Münck sowie Andrea Hübner, der Schriftführerin, die für Münck den Bericht übernahm.

Dr. Herbert Reuther dankte im Namen der Mitglieder dem Vorsitzenden Dr. von Daumiller und dieser wiederum hob die hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der staatlichen Schloss- und Gartenverwaltung hervor und dankte Konstantin Buchner als deren Chef. Auch das Verhältnis zur staatlichen Schlösserverwaltung in München und deren Verantwortlichen habe sich sehr gedeihlich entwickelt und nun finde die „Vereinigung der Freunde von Herrenchiemsee“ immer „offene Türen“.

Gutes Verhältnis
zur Schlösserverwaltung

Schwester Magdalena, die Archivarin von Frauenwörth, nahm die Jahreshauptversammlung zum Anlass, um auch auf die hohe kulturelle Bedeutung der Abtei Frauenwörth zu verweisen, auf jüngste Funde und aktuelle Forschungen. Ein interessanter Termin dürfte die geplante Studienfahrt nach Linderhof werden, nach einer kurzen Rückversicherung sprachen sich die „Freunde von Herrenchiemsee“ dafür aus, das gleichfalls berühmte Schloss von Ludwig II. und seine blaue Grotte am 19. September zu besuchen.

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