Grabenstätt – „Die Wasserqualität ist nach wie vor hervorragend bei einem Nitratwert von beständig zehn bis elf Milligramm pro Liter und wir können auch davon ausgehen, dass das Trinkwasser in absolut ausreichender Menge vorhanden ist“, betonte der Vorstandsvorsitzende des Wasserbeschaffungsverbands (WBV) Grabenstätt, Karl-Heinz Austermayer, in der Jahresversammlung in der Schlossökonomie.
Fünf Euro pro
Person und Jahr mehr
Der Wasserpreis bleibe stabil bei 1,70 Euro pro Kubikmeter, allerdings werde voraussichtlich ab dem 1. Juli der sogenannte „Wassercent“ hinzukommen. Das bedeute, so Austermayer, „dass wohl circa zehn Cent pro Kubikmeter der Wasserrechnung zugefügt und an den Staat abgeführt werden müssen“. Im Schnitt seien das ungefähr fünf Euro pro Person und Jahr. Die genauen Wassercent-Vorgaben seien leider immer noch nicht bekannt, auch weil aktuell noch Widersprüche liefen.
Als „Höhepunkt des vergangenen Jahres“ bezeichnete Austermayer die 100-Jahr-Feier des WBV. „Ein ganzes Jahrhundert Wasserversorgung in Grabenstätt, darauf können wir wirklich stolz sein“, bilanzierte er. Ein „echtes Erlebnis“ sei der spannende Festvortrag des Ortsheimatpflegers Gustl Lex über den Werdegang der Wasserversorgung gewesen. Sehr gut angekommen sei am folgenden Marktsonntag auch die WBV-Ausstellung mit Gewinnspiel. Dies alles zeige, „wie groß das Interesse der Bevölkerung an unserer Arbeit ist“, freute sich der Vorsitzende und dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz.
Im täglichen Verbandsbetrieb werde die Bürokratie leider nicht weniger, bedauerte Austermayer und fügte an: „Vorschriften, Dokumentationen, Nachweise, das alles nimmt spürbar zu und kostet Zeit und Nerven“. Ein wichtiges Thema sei 2025 die Vorbereitung auf mögliche Ausnahme-
situationen gewesen, inklusive der Erstellung eines Notfallplans, der mittlerweile fertig ausgearbeitet sei und beim Verband und im Gesundheitsamt aufliege.
Parallel dazu wird aktuell gemäß der Trinkwassereinzugsgebieteverordnung auch noch eine Risikoanalyse ausgearbeitet. Die Firma „Crystal Geotechnik“ ist hierzu mit der Dokumentation beauftragt worden. WBV und Mühlener Gruppe teilen sich die Kosten im Verhältnis 1:2. „Das Ganze ist enorm wichtig, damit unsere Wasserversorgung auch in Zukunft sicher und stabil bleibt“, so Austermayer. Vom Gesundheitsamt beanstandet worden sei im Hochbehälter die Lüftung über dem Wasser. Es müsse wohl eine neue seitliche Lüftung mit zusätzlichem Filter eingebaut werden. Die Planung übernehme das Ingenieurbüro „Dippold & Gerold“.
Nach der Fertigstellung der Wasserversorgung im Baugebiet an der Tüttenseestraße stehe in nächster Zeit noch eine Leitungsumlegung im Grundstück des geplanten Edeka-Marktes an der Chieminger Straße an, so Austermayer. Die Kosten hierfür seien bereits im Haushaltsplan aufgenommen worden.
Einstimmig angenommen wurde die von Bürokraft Franziska Zippel ausgearbeitete Jahresrechnung 2025. Die Einnahmen lagen demnach bei rund 272.730 Euro und die Ausgaben bei rund 287.038 Euro, sodass rund 14.308 Euro aus der Rücklage entnommen werden mussten. Da die Kassenprüfer Dietmar Durchholz und Josef Austermayer keine Einwände hatten, folgte die einstimmige Entlastung.
Ohne Gegenstimme genehmigte man auch den Haushaltsvoranschlag für 2026. Dieser schließt im Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben bei 236.500 Euro. 12.880 Euro sind dem Vermögenshaushalt zugeführt worden. Im Vermögenshaushalt schließt der Haushaltsvoranschlag für 2026 in den Einnahmen und Ausgaben bei 98.880 Euro. 34.420 Euro seien hier aus der Rücklage zu entnehmen, so Zippel. Ihr zufolge belaufe sich der Darlehensschuldenstand aktuell auf 140.598,95 Euro. „Im Jahr 2032 sind wir dann schuldenfrei“, betonte Zippel mit Verweis auf den geltenden Tilgungsplan.
Laut Wassermeister Helmut Steinbeck habe der WBV im Vorjahr 173.032 Kubikmeter Wasser gefördert – ein Minus von 1,1 Prozent im Vergleich zu 2024. 84.351 Kubikmeter (13,2 Prozent weniger als 2024) wurden in Grabenstätt verkauft und 45.084 Kubikmeter in Marwang (12,5 Prozent weniger). Der Wasserverlust lag bei 41.097 Kubikmetern, also bei 23,75 Prozent der Jahresfördermenge.
Behoben hat man im Berichtszeitraum die Rohrbrüche am Kastanienbaum, an der Hauptstraße, an der Schlossökonomie und in der Rauschbergstraße. Ein weiterer Rohrbruch konnte leider noch nicht lokalisiert werden. Darüber hinaus hat man auch diverse neue Hausanschlüsse fertiggestellt und die Erschließung des Neubaugebiets an der Tüttenseestraße durchgeführt.
Schuldenfrei
im Jahr 2032
Laut Steinbeck gebe es derzeit 564 Wasserzähler und 1.597 Einwohner, die man mit Wasser versorge. Angeschafft hat der Verband einen neuen Druckkessel für den Hochbehälter und ein Magnetsuchgerät. Austermayer lobte ausdrücklich die hervorragende Arbeit von Wassermeister Steinbeck und dessen Kollegen Georg Heigenmoser.
Bürgermeister Gerhard Wirnshofer wünschte sich die Fortsetzung der bewährten Zusammenarbeit zwischen dem WBV und der Gemeinde (gemeindliche Wasserversorgung Marwang). Austermayer sicherte dies gerne zu und gratulierte ihm zu seiner Wiederwahl.