Marquartstein – Die Gemeinde Marquartstein setzt auf Bürgerbeteiligung durch ihre Beiräte. Auf der jüngsten Gemeinderatssitzung berichteten Vertreter der drei Beiräte über ihre ehrenamtliche Arbeit der vergangenen Jahre. Dabei wurde der Wunsch nach mehr Bürgerbeteiligung sowie nach mehr Informationen und Einbindung seitens der Gemeinde geäußert.
Claudia Rieß, Sprecherin des Beirats „Kultur und Bildung“, gab einen chronologischen Rückblick und berichtete von vielen verschiedenen Projekten, die der Beirat initiiert hatte. Im vergangenen Jahr war dies die lange vorbereitete Ausstellung „950 Jahre Burg Marquartstein – Die Burg im Wandel der Zeit“.
Die Ausstellung fand vier Wochen lang mit vielen Exponaten im Rathausfoyer statt und wurde von drei kompetenten Vorträgen an unterschiedlichen Tagen begleitet. Themen waren die Burg als Schule, als Forsthaus und die Familie Tautphoeus.
Ausstellungen und
eine Gedenktafel
Eine Gedenktafel für J. Nepomuk Adler und A. Pauli – die Retter der Burgkirche bei einem Feuer – wurde am linken Eingang der Kirche angebracht und nach einem Gedenkgottesdienst von Pfarrer Andreas Horn gesegnet. Eine weitere Ausstellung im Rathausfoyer fand 2024 statt, betitelt „Marquartstein in alten Ansichten – Handel und Handwerk“. Die längeren Vorbereitungen hierfür begannen bereits 2023, ebenso wie das Anbringen von zwei Tafeln „Tiroler Achen“ an der alten Brücke.
Das von Siegfried Götze vorgestellte Lied des Marquartsteiner Komponisten Max Koch „Vo da Schwoag auf’d Hochalm“ wurde zusammen mit der dritten Klasse der Grundschule eingeübt und vorgesungen. Der Bayerische Rundfunk brachte in seiner Reihe „BR Zamgspuit“ einen Fernsehbericht darüber. Siegfried Götze und Dr. Brugger verfassten zudem eine Broschüre über die „Burg- und Schlosskirche Marquartstein“.
Im Jahr 2022 fand eine Ausstellung mit Werken der Künstler Werner Schön und Erich Glette mit einem Begleitprogramm statt. Werner Schön hatte die Marquartsteiner Kirche mit Fresken ausgemalt. Eine weitere Ausstellung war „Erich Höhensteiger 1922-1945“ im Rathausfoyer gewidmet. Das von Dr. Brugger und Siegfried Götze gestaltete Buch über die Schnappenkirche wurde vorgestellt. Die von Josef Bock erarbeitete „Häuserchronik Marquartstein“ ist wieder in der Buchhandlung Mengedoht erhältlich. Die Ausbildung der Ortsführerinnen Susanne Tofern und Claudia Rieß, geleitet durch Siegfried Götze, fand ihren Abschluss in einer Schulungsfahrt nach Kloster Seon, Baumburg und Stein an der Traun.
Sandra Altmann stellte auf der Gemeinderatssitzung in Vertretung von Sprecherin Stefanie Kümper die Arbeit des Beirats für „Soziales“ vor. Dieser Beirat arbeitete in zwei Themenbereichen: „Senioren und Menschen mit Behinderung“ sowie „Kinder und Jugend“. Die Mitglieder setzten sich für einen ehrenamtlichen Fahrdienst ein. Weitere Aktionen umfassten die Entschärfung der Probleme in der Loitshauser Straße am Wohnstift. Ein Vortrag von Beiratsmitglied Christoph Hahn trug den Titel „Pflege daheim“. Diakon Soergel stellte die bereits bestehende „Seniorenarbeit“ der Diakonie vor. Auf eine Anregung von Gemeinderatsmitglied Claudia Kraus hin wurde ein „Pflegekurs für ehrenamtliche Helfer“ im Treffpunkt M in abgewandelter Form umgesetzt.
Im Bereich „Kinder und Jugend“ wurden verschiedene Aktionen geplant, die jedoch nicht umgesetzt werden konnten. Sehr erfolgreich war dagegen ein Angebot für Eltern mit dem Titel „Internet und Smartphone für Eltern von sechs- bis zehnjährigen Kindern“, welches auf großes Interesse stieß.
Auch die Initiierung einer „Jugend-Ideenwerkstatt“ in Zusammenarbeit mit der Gemeinde erwies sich als erfolgreich und soll fortan jährlich stattfinden. Angestrebt ist zudem ein Austausch aller Beiräte über zukünftige Tätigkeiten und die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den Mitgliedern des Gemeinderates.
Die Sprecherin des Beirats „Natur- und Klimaschutz“, Christine Branz, erinnerte bei ihrem Vortrag an die Satzung der Gemeinde für die Beiräte und die Möglichkeit der Bürger, sich über diese Funktion am Gemeindeleben zu beteiligen. Seit 2020 wurden im Beirat rund 40 Sitzungen abgehalten und die Auseinandersetzung mit rund 30 verschiedenen Themen angestoßen, von denen viele aus unterschiedlichen Gründen nicht weiterverfolgt wurden.
Bei zahlreichen Aktionen kümmerten sich die Beiräte um Themen wie Plastiksparen, Lichtverschmutzung, Geschenkeverpackungen, Bepflanzung und Abholzung auf öffentlichen Flächen, Klimaschutzprojekte, den Ausbau der B305 zwischen Donau und Marquartstein, Überlegungen zum Thema Reparaturcafé, PV-Anlagen auf dem Balkon sowie Bäume im Garten, um nur einige zu nennen.
Der Beirat wünschte sich eine größere Bürgerbeteiligung und die aktive Einbindung des Beirats seitens der Gemeinde. Christine Branz bemängelte die fehlenden Informationen seitens der Gemeinde in Belangen, die den Beirat betroffen hätten.
Zusammenarbeit
intensivieren
Eine gute Möglichkeit, um zusammenzukommen, sah sie in der Örtlichkeit des „Treffpunkt M“. Für die Zukunft wünschte sie sich einen intensiveren Kontakt mit dem Gemeinderat, am sinnvollsten direkt über ein Mitglied des Gemeinderats, und dass die Beiräte bereits im Vorfeld von Entscheidungen informiert und eingebunden werden.