Prien – Ein musikalisches Erlebnis der besonderen Art boten 20 der insgesamt 30 Lehrkräfte der Musikschule Prien im Chiemseesaal. Dort, wo sie sonst die Fortschritte ihrer Zöglinge präsentieren, taten sich die allesamt akademisch ausgebildeten Musikerinnen und Musiker zu diversen musikalischen Formationen zusammen. So eröffnete die Geigenmusi mit dem schmissigen „89er Boarischen“ den vergnüglichen Konzertabend und spielte dann volksmusikantisch abwechselnd mit der Formation aus Musikschulleiterin Brigitte Buckl, Heidi Martl und Sabine Werner, die im Verlaufe des Abends noch mehrfach in unterschiedlichsten Instrumentenkombinationen überzeugten. Wie auch Rebecca Landinger, die sowohl mit der Geige als auch am Klavier und mit der Stimme als Universaljoker in Streicherformationen und als Begleiterin auftrat. Valentina Urli-Safaric bereicherte das Flötenquartett KV 285 von Mozart und auch Angela Müller-Büsel an der Violine war in zahlreichen Streicherbesetzungen zu hören.
Musikschulleiter Toni Peter stellte virtuos als ganz besonders seltenes Instrument das Salterio – einen Vorläufer des Hackbretts – vor, begleitet von Oleg Chukhlieb an der klanglich wie optisch beeindruckenden Theorbe. Sabine Stiglmayr an der Voice-Flute, einem besonderen Instrument zwischen „Alt- und Tenorblockflöte“, wurde beim Duo von Devienne in barocker Stimmung von Romana Kemlein-Laber auf einer historischen Barockbratsche begleitet.
Ein Höhepunkt war die hervorragend zusammengespielte „Partita in C“ von J. C. Albrechtsberger von Heidi Martl am Hackbrett und Alexander Mangstl an der Harfe. Es ließ ebenso aufhorchen wie das Klavierquartett in Es-Dur von Robert Schumann mit Rebecca Landinger und Angela Müller-Büsel an den Geigen sowie Götz von der Bey am Cello und der neuen Klavierkollegin Danijela Slana.
Die für das Konzert extra gebildete Gesangsformation „Teacher Sisters“, sechs „Schwestern im Geiste“ mit Zylinder und Bandunterstützung, machte Stimmung im Stile der Andrews Sisters mit „Chimchimini“ und „einem Löffelchen voll Zucker“ aus „Mary Poppins“ und der „Krimi-Mimi“. Den Abschluss des zweistündigen Konzertabends bildete die große Lehrerband mit „Funky Gallo“ von Zucchero, in der die Sängerinnen Elisabeth Eder und Nina Kuhlig brillieren konnten.
Arrangiert hatte das Stück der stellvertretende Musikschulleiter Tilo Heinrich – auch er bekam für seine 30 Jahre an der Musikschule Prien einen Geschenkkorb und die Ehrennadel des Musikschulverbandes. Der Abend zeigte eindrucksvoll, auf welchem hohen Niveau die Lehrkräfte der Musikschule ausgebildet sind, mit welchem Engagement sie das Konzert vorbereitet hatten und welche große Freude sie beim „Selbstmusizieren“ hatten. Mit dem Volksmusikabend am 15. Mai um 19 Uhr im Priener Trachtenheim und dem Bandkonzert am 19. Juni um 19.30 Uhr im Chiemseesaal folgen zwei weitere Schmankerl der Priener Musikschule. bef