Erfolgsmodell sozialer Fahrdienst

von Redaktion

„Soziale Bürgerhilfe Bergen – Vachendorf“ wächst und kann auf beachtliche Erfolge verweisen

Bergen – Nur Positives konnte Vorsitzender Andreas Hess über die Entwicklung der „Sozialen Bürgerhilfe Bergen-Vachendorf“ in der gut besuchten Jahresversammlung im Saal der Tourist-Information berichten. Als Erfolgsmodell hat sich der soziale Fahrdienst entwickelt, der nicht nur von den Fahrgästen, sondern auch von den Helfern sehr gut angenommen wird.

Großer Zuwachs
bei den Mitgliedern

Übernommen wurde die Bürgerhilfe von dem neuen engagierten Vorstand 2024, und das Ziel war damals, mindestens zehn neue Mitglieder zu dem 103 starken Verein hinzugewinnen zu können. „Diese Marke haben wir weit übertroffen“, freute sich Hess und informierte, dass aktuell 147 Mitglieder gezählt werden können. Als außergewöhnlich bezeichnete er das vergangene Jahr. Erst im April 2025 wurde die Vorstandschaft neu gewählt und in der ersten Sitzung nach der Wahl wurde eine Neupositionierung vorgenommen, wobei die Fragen nach dem Nutzen einer Mitgliedschaft mit dem Angebot an Dienstleistungen und Hilfestellungen gestellt wurden.

Zweitens wurde beraten, welche Aktivitäten sinnvoll sind, um aus dem Schattendasein herauszutreten und die Bürgerhilfe als aktive Stelle, die mit Rat und Tat zur Seite steht, zu festigen. Wichtig war es, den sozialen Fahrdienst auszubauen, einen Newsletter zu erarbeiten, die SOS-Infodose zu etablieren, Veranstaltungen gemeinsam mit den Clubs der Alten, die in den beiden Mitgliedsgemeinden aktiv sind, zu organisieren.

Wie Hess weiter ausführte, war auch die Formularwerkstatt mit Vorsorgeberatung wichtig und letztlich sei auch die Wunschbaumaktion eine erfolgreiche Aktion gewesen. Gearbeitet wird in Projektgruppen, in die sich jeder nach Interesse einbringen könne.

Sehr gut nachgefragt wurden die Beratungen im Bürgerhilfebüro im Säulner Weg. Nun könne eine positive Bilanz gezogen werden, denn in einer sehr kurzen Zeitspanne wurde die Öffentlichkeitsarbeit ausgebaut und ein neuer Internetauftritt erstellt. Die Einführung der SOS Dose ist gelungen und er hoffe, dass diese mittlerweile bei allen Mitgliedern im Kühlschrank aufbewahrt werde.

Kassenführerin Susi Schneider präsentierte ein umfangreiches Zahlenwerk und zeigte auch, dass rund 6.000 Euro an direkter Hilfe geleistet wurden. Ihr wurden vom Prüfer beste Führung bescheinigt.

33 freiwillige
Chauffeure

Ein besonderer Erfolg sei die Etablierung des sozialen Fahrdienstes. Hierzu erläuterte der Vorsitzende, dass zum Fahrdienst auch eine Software notwendig wurde, die mehrere Tausend Euro gekostet hätte und die er selbst programmiert und mit Kalenderfunktion hinterlegt habe. Diese funktioniere gut. Zudem wurden Flyer und Visitenkarten gedruckt und das E-Fahrzeug für den Fahrdienst ausgestattet. Auch zwei Handys für den Fahrdienst wurden angeschafft und Koordinatoren eingesetzt. Großen Respekt verdient die Zahl der freiwilligen Chauffeure, die mit 33 alle Erwartungen gesprengt haben. Die Fahrten werden sehr gut angenommen und so konnten vom Start am 19. Januar bis Mitte April 79 Fahrten an Vormittagen absolviert werden und in den letzten Monaten waren die ehrenamtlichen Fahrer sogar mehrfach an mehreren Vormittagen im Einsatz. Laut Hess ist in diesem Jahr noch eine spezielle Schulung für die Fahrer vorgesehen. Begeistert zeigte sich Hess, da sich für jeden Tag oftmals sogar mehrere Fahrer für den Fahrdienst eingetragen haben. Er hob zudem das Vertrauen der Fahrgäste, sich in ihrer Not teilweise von völlig Fremden zu OPs, Arztterminen und zum Einkauf chauffieren zu lassen. „Dieses Vertrauen und Akzeptanz sind unglaublich“, so Hess.

Um das Ausmaß der ehrenamtlichen Arbeit deutlich zu machen, informierte er von 1116 ehrenamtlich geleisteten Stunden vom aktiven Team der Bürgerhilfe. Nach seiner Aufstellung wurde für die Mitglieder ein materieller Nutzen von 51.600 Euro geschaffen.

Eine kleine Ehrung kam dem scheidenden Bürgermeister Stefan Schneider zu. Ihm wurde in Anerkennung seiner Verdienste um den Verein und Engagement im Ruhestand als Fahrer für den Helferkreis eine besondere Ehre zuteil. Hess überreichte ihm hierfür einen lebenslangen Gutschein für freie Sozialfahrten. Schneider freute sich und dankte: „Gemeinsam bringen wir etwas voran.“ Designierter Bürgermeister Andreas Schroll zeigte sich beeindruckt von der monetären Hilfe in Höhe von 6.000 Euro, die direkt bei den Bedürftigen ankam. Noch wichtiger sei die tägliche Arbeit, die Hilfestellungen wie beim Ausfüllen von Anträgen.

Barrieren in
Bergen finden

Ein besonderes Anliegen hatte die Behindertenbeauftragte der Gemeinde, Michaela Krammer. Sie stellte das Projekt „Ortsbegehung zum Abbau von Barrieren in Bergen“ vor. So wird eine Gruppe mit Rollstuhl und Rollator sowie einem Alterssimulationsanzug mit Ohrstöpseln und Brille, um Schwächen im Alter nachzuahmen, am 11. Mai von 16 bis 18 Uhr durch den Ortskern wandern und Barrieren festhalten. Dies, so Michaela Krammer, sei wichtig auch im Hinblick auf den Ausbau der Kreisstraße. Wer gerne mitgehen möchte, kann um 16 Uhr zur Tourist-Information kommen.

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