Prien – Rund 50 Lektoren aus der Region und darüber hinaus nahmen jüngst an einer Fortbildung mit Professor Markus Eham teil, die sich der lebendigen und verständlichen Gestaltung von Lesungen im Gottesdienst widmete. Kirchenmusiker Bartholomäus Prankl hatte den Experten im Rahmen des diözesanen Weiterbildungsprogramms nach Prien eingeladen.
Im Zentrum stand die wichtige Aufgabe, Zuhörende „an die Hand zu nehmen“ und sicher durch die Landschaft des Textes zu führen. Entscheidend sei ein passendes Sprechtempo: Zu langsames Lesen oder fehlende Führung lasse die Aufmerksamkeit schnell abreißen. Als zentrales Mittel hob Eham das Kadenzieren hervor – das Sprechen in Sinnschritten mit bewusstem Heben und Senken der Stimme, unabhängig von Satzzeichen. Eine wichtige Hilfe biete dabei das Schriftbild der Mess-Lektionare. „Entscheiden Sie sich im Idealfall für eine Betonung pro Sinnschritt, um den sogenannten Singsang zu vermeiden, so Eham. Zu viele unnötige Betonungen führe zu Langeweile beim Zuhörer. Auch sprachliche Details wie die Aussprache des auslautenden „ig“ als „ich“ wie bei König – wurden thematisiert. Dies diene im Schriftdeutschen der besseren Verständlichkeit, insbesondere in großen Räumen.
Ziel des gelesenen Vortrags im Gottesdienst sei es nicht, in Pathos oder Theatralik zu verfallen. Vielmehr gelte es, den Text der Heiligen Schrift zum Leuchten zu bringen. „Lektorinnen und Lektoren lesen nicht ihre eigenen Texte, sondern die der Heiligen Schrift“, so Eham.
Die Resonanz auf die Fortbildung war durchweg positiv: Erfahrene Teilnehmer konnten ihre Kenntnisse auffrischen und vertiefen, während Neueinsteiger ein solides Fundament erhielten.
Am Ende zeigten sich sowohl Professor Eham als auch die Teilnehmer begeistert von der gelungenen Veranstaltung.