Wohlfühlort mitten in Bernau

von Redaktion

Feierliche Eröffnung des „Haus des Gastes“ mit Tourist-Info und Bücherei

Bernau – Feierliche Eröffnung bei strahlendem Sonnenschein. Das „Haus des Gastes“ an der Aschauer Straße in Bernau erstrahlt in neuem Glanz. Dass sich der Sanierungsaufwand gelohnt hat, zeigte sich deutlich. Mit begeisterten Worten nahmen die geladenen Gäste und später die Bürger das Gebäude in Augenschein. „Hell, offen, modern, gastfreundlich, kaum wiederzuerkennen.“ Die Reaktionen der Besucher waren eindeutig: Das „Haus des Gastes“ ist ein Wohlfühlort.

„Wegschieben
wäre eine Sünde“

Am Vormittag kamen Vertreter von Regierung, der Gemeinde, Verwaltung, Planer und Architekten, Bürgermeister und Tourist-Informationsleiter von benachbarten Gemeinden sowie Corinna Raab vom Chiemsee-Alpenland-Tourismus und die Geistlichkeit zusammen, um offiziell das „Haus des Gastes“ zu eröffnen. In ihrem Grußwort erinnerte Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber, dass das vormalige Schulhaus, 1888 erbaut, ein Stück Bernauer Geschichte sei. Aber wie weiter, wenn die Haustechnik veraltet, keine Barrierrefreiheit gegeben und der Brandschutz nicht mehr gewährleistet ist? „Wegschieben wäre eine Sünde.“ Dieser Satz eines Gemeinderates vor knapp vier Jahren gab schlussendlich den Ausschlag zur Sanierung, gemeinsam mit dem „Architekturbüro Kammerl und Kollegen“ sowie den Nutzern habe man gerungen, und nun erstrahle das Gebäude „in neuem Glanz“. Dachstuhl und Holzbalkendecken wurden erneuert, das Gebäude weitgehend entkernt und neu strukturiert. Insgesamt investierte die Gemeinde rund 4,1 Millionen Euro in das dreigeschossige Gebäude, wovon etwa 1,1 Millionen Euro durch Fördermittel gedeckt werden konnten.

Bürgermeisterin Biebl-Daiber dankte allen Beteiligten. Sie wünschte sich, dass das „Haus des Gastes“ „ein Ort der Begegnung, der Information, der Kultur und des Miteinanders“ werde, denn es verbinde Geschichte und Gegenwart, Tradition und Zukunft. Auch Eik Kammerl betonte, dass das „Haus des Gastes“ ein Ort sein soll, an dem sich alle wohlfühlen. „Es war eine besondere Herausforderung, ein ortsprägendes, historisches Gebäude so zu erneuern, dass es nachhaltig, zeitgemäß und zugleich identitätsstiftend bleibt“, betonte Kammerl. Bewusst habe man sich für den Erhalt des Gebäudes und einen „schönen Mix an Materialien,“ wie Zirbenholz („schöner Duft, schöne Materialitität“), Lärche, Sichtestrich und Muschelkalk entschieden. Leitender Regierungsdirektor Stephan Reitmeier, der stellvertretend für die zahlreicher Förderstellen von Wirtschaftsförderung kam, betonte, dass stets der erste Eindruck zähle. In den vergangenen zehn Jahren habe die Regierung von Oberbayern über 127 Projekte mit über 34 Millionen Euro gefördert. Nun also Bernau: Die Förderung für das „Vorhaben Sanierung Haus des Gastes“ bezeichnete er als „gut angelegtes Geld“. Denn der Tourismus sei „ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Ort“. Pfarrerin Ghita Lenz-Lemberg von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Aschau-Bernau ging in ihrer Predigt den Psalm 127 ein: „An Gottes Segen ist alles gelegen.“

Diakon Michael Leberle vom Pfarrverband segnete beim anschließenden Rundgang alle Räume. Das Interesse an den Räumlichkeiten war groß. Während die einen den lichtdurchfluteten Empfangsraum und die Tourist-Info in Augenschein nahmen, stürmten andere gleich hoch in die Bücherei, um sich dort umzusehen. Anja Abel und ihre vier Mitstreiterinnen von der Tourist-Info führten durch die Tourist-Info mit flexibel gestaltete Themeninseln, digitalen Informationsangebote, einer eigenen Fläche für Produkte regionaler Direktvermarkter sowie ein 24/7-Bereich mit Buchungs- und Infosystemen. „Wir wollten einen Ort schaffen, der inspiriert und gleichzeitig Orientierung bietet“, so Tourismusleiterin Anja Abel.

In der Gemeindebücherei werden die Medien übersichtlich und einladend präsentiert, neben Büchern finden sich auch Spiele und digitale Ausleihmedien wie Tonies. Ein liebevoll gestaltetes Kinderhaus lädt zum Entdecken und Schmökern ein, und gemütliche Sitzmöglichkeiten, zwei PC-Arbeitsplätze und ein neues Lesecafé bieten Raum zum Verweilen.

„Lebendiger Ort
für alle Generationen“

Ergänzt wird das Angebot durch einen Veranstaltungsraum, der für Bilderbuchkino, zum Ausprobieren von Brettspielen oder außerhalb der Öffnungszeiten auch für externe Nutzungen zur Verfügung steht. „Unser Ziel war es, einen lebendigen Ort für alle Generationen zu schaffen, an dem man gerne verweilt“, erläuterte Büchereileiterin Natalie Stangl. Den ganzen Nachmittag über stand das „Haus des Gastes“ offen und wartete mit zahlreichen Aktivitäten für große und kleine Interessenten auf. Viele Besucher zeigten sich beeindruckt von der gelungenen Transformation. Das „Haus des Gastes“ setzt ein sichtbares Zeichen als Visitenkarte und lebendiger Mittelpunkt zugleich.

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