Wer wird Priens Zweiter Bürgermeister – Rosi Hell oder Michael Ammer?

von Redaktion

Zu den Artikeln „Posten-Poker in Prien“ und „Frauen fordern mehr Einfluss“ (Lokalteil):

Frau Lange erklärt, sie sei als Wählerin „irritiert“ über das Signal von CSU und ÜWG gewesen, die gute Zusammenarbeit von Erstem und Zweitem Bürgermeister nach der Kommunalwahl nahtlos fortsetzen zu wollen.

Die Priener Wähler haben jedoch dieses Signal mit einem Stimmenzuwachs von zusammen sieben Prozentpunkten honoriert. Und nun wirke es „um so befremdlicher, dass CSU und ÜWG sich offenbar bereits (…) auf ein ‚Weiter so‘ verständigt haben“.

Was soll daran „befremdlich“ sein, wenn zwei mit jeweils deutlichem Stimmengewinn gewählte Fraktionen nach einer Wahl genau das machen, was sie vor dieser Wahl den Bürgern angekündigt haben? Weiter heißt es „es wäre ein Leichtes, (bei der Wahl des Zweiten und Dritten Bürgermeisters) das Wahlergebnis fair abzubilden“, was bedeute, die beiden Posten mit je einer Kandidatin von CSU und Grünen zu besetzen.

Nur: Die CSU hat bei dieser Wahl mehr als doppelt so viele Stimmen (45.626) erhalten wie die Grünen (22.441). Wollte man also das Wahlergebnis „fair abbilden“, so hätte jedenfalls die CSU einen berechtigteren Anspruch auf beide Posten als die Grünen auf einen davon. Aber „fair“ bedeutet vor allem, dass die Wähler nach der Wahl das bekommen, was vor der Wahl angekündigt wurde. „Fair“ ist es deshalb, wenn ÜWG und CSU Michael Anner wieder als Zweiten Bürgermeister einsetzen: Nicht nur weil er gezeigt hat, dass er’s kann, sondern auch, weil das den Wählern so versprochen wurde.

Und Rosi Hell sollte Dritte Bürgermeisterin werden: Nicht weil sie eine Frau ist, sondern weil sie mit ihrer herausragenden sozialen Kompetenz und Einsatzfreude vermutlich besser für die Aufgaben einer Dritten Bürgermeisterin (mit Schwerpunkt im sozialen Bereich) qualifiziert ist als jedes andere Mitglied des Gemeinderates.

Clemens Grambow
Prien

Die Stellenbeschreibung, die Herr Anner in dem Artikel für sich selbst abgibt, ist die eines Fraktionschefs. Frau Hell hingegen attestiert er Bürgernähe, insbesondere zur jüngeren Generation. Damit spielt er doch eine Steilvorlage auf Frau Hell als Zweite „Bürger“-Meisterin und einen Rückpass in die eigene Hälfte, wo er dann im Rat als „Politik“-Meister – wie einst Kaiser Franz als Libero – mit Übersicht und Außenrist die politischen Bälle verteilt; über das gesamte Feld hinweg. Ich meine, das wäre eine gesichtswahrende Lösung für alle Beteiligten.

Roland Voggenauer

Prien

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