Grassau – Im Stillen agieren die Referenten im Grassauer Marktgemeinderat in ihren zugewiesenen Fachbereichen, sei es Sport, Feuerwehr oder Behinderten- und Seniorenarbeit. In der jüngsten Sitzung gewährten die Referenten einen Einblick in ihr ehrenamtliches Engagement.
Gute Tradition sei es, so Bürgermeister Stefan Kattari, in der jüngsten Sitzung dieser Wahlperiode dem amtierenden Marktgemeinderat die Arbeit der Referenten der vergangenen sechs Jahre aufzuzeigen. Den Anfang machte Marina Gasteiger, die nun bereits seit zwölf Jahren als Sportreferentin die Sportvereine unterstützt. Sie erklärte, dass sie als Bindeglied zwischen den Sportvereinen – davon gebe es einige – und der Gemeinde fungiere. In dieser Zeit besuchte sie eine Fülle von Jahresversammlungen, und es sei immer wieder spannend zu sehen und zu hören, wie viele sich ehrenamtlich vor Ort engagieren. „Es ist toll, was wir für Leute haben, wie diese auch Corona mit besonderen Angeboten überbrücken konnten und wie es vielen Vereinen auch in schwierigen Situationen immer wieder gelang, personell doch wieder anzupacken“, hob die Sportreferentin hervor. Eingebunden sei sie auch in Planungen zur Neugestaltung der Sportanlagen. Sie hob einige Höhepunkte hervor, darunter die Preisverleihung beim Gauditurnier und beim Aufstieg der Tennisherren in Rottau sowie die Begrüßung eines deutschen Fußball-Bundesligisten in Grassau. Die Sportlerehrungen wurden ausgebaut, um die Talente auch in ihrer Heimatgemeinde sichtbar zu machen. Für dieses Engagement dankte Kattari, und der Rat zeigte mit Beifall seine Anerkennung.
Die Meinung des Feuerwehrreferenten Tom Göls ist gefragt, wenn es um Neuanschaffungen geht. Er blickte auf sechs Jahre als Feuerwehrreferent zurück. In diese Zeit fallen unter anderem einige größere Anschaffungen und Investitionen, wie der Bau des Rottauer Feuerwehrhauses und ein neues Löschfahrzeug, die Restaurierung des Tanklöschfahrzeugs Grassau sowie die Atemschutzfüllanlage. Der traurigste Termin sei die Beerdigung von Kommandant Karl Huber gewesen – ein Schicksalsschlag für die Rottauer Wehr, so Göls, die dennoch gut zusammengehalten habe. Er sei zudem Bindeglied zur Feuerwehr Tscherms gewesen. Bürgermeister Kattari erklärte, dass er dankbar für die offene Kommunikation mit Göls gewesen sei. Von Vorteil war dabei, dass Göls als Feuerwehrler die Anliegen der Wehr bestens kennt. So konnten Entscheidungen leichter getroffen werden.
Die Ausführungen des Energie- und Umweltreferenten Thomas Hofmann übernahm vertretungsweise Bürgermeister Kattari. Hofmann habe sich ausführlich mit dem Thema Fließwasserkraftwerk beschäftigt, das es bis zum Ökomodell gebracht habe, bislang aber leider ergebnislos geblieben sei. Was weiterhin verfolgt und geprüft werde, sei der Einbau einer Turbine zur Stromgewinnung in die Trinkwasserleitung.
Ein teils erschreckendes Bild verarmter Senioren malte der Senioren- und Behindertenreferent Franz Heuberger. Als Behindertenreferent sei er in die Interessenvertretung im Landratsamt involviert und Delegierter im Landesseniorenrat. „Leider ist die Landesregierung beratungsresistent“, bedauerte Franz Heuberger. „Wir wohnen in einem Umfeld, in dem man glaubt, allen geht es gut“, so Heuberger. Aber er kenne die Probleme von wöchentlichen Anrufen.
Ein Problem sei, dass nun die Generation von Männern stirbt, deren Frauen nie beitragspflichtig in die Rentenkasse eingezahlt haben und nach dem Tod der Männer mit 51 Prozent der Rente auskommen müssen. Das reiche oft nicht einmal, um die Miete zu bezahlen. Ein Antrag auf Sozialleistung zeige dann, dass die Wohnung zu teuer ist und für eine Einzelperson maximal 502 Euro für eine Wohnung möglich seien. „Aber wo gibt es diese Wohnungen“, so Referent Heuberger.
Ein anderes Problem, mit dem er konfrontiert werde, sei ein Pflegeplatz. Wenn einer zur Verfügung steht, könne dieser bis zu 5.500 Euro kosten. Die Pflegeversicherung zahle davon maximal 2.500 Euro, und es bleibe eine Differenz von 3.000 Euro. Wenn Vermögen vorhanden ist, werde dieses gnadenlos in Rechnung gestellt. Sollte das Häuschen bereits übergeben worden sein, könne dies bis zu zehn Jahre zurückgefordert werden oder die Angehörigen zahlen 3.000 Euro. Er kenne Beispiele, wo die Leute relativ verzweifelt sind. Gut sei der Pflegestützpunkt im Landkreis und dass einer davon in Grassau angesiedelt sei. Probleme gebe es zudem beim Ausfüllen von Anträgen.
Schwierigkeiten hätten einige steuerpflichtige Rentner auch bei der Erstellung der Steuererklärung über Elster. Franz Heuberger erklärte zudem, dass beim Pflegegrad eingespart werde und dieser meist erst nach einem Widerspruch genehmigt werde.
Abschließend riet er allen zu einer Pflege- und Betreuungsvollmacht. Die vergangenen sechs Jahre seien interessant gewesen, so Heuberger, und er habe viel hinzulernen können. tb