Abschied nach insgesamt 95 Dienstjahren

von Redaktion

Unterwössens Gemeinderat verabschiedet sechs Mitglieder und den scheidenden Bürgermeister

Unterwössen – Mit einer langen Folge persönlicher Würdigungen hat die letzte öffentliche Sitzung des bisherigen Gemeinderats Unterwössen geendet. Sechs Gemeinderäte scheiden nach insgesamt mehr als 95 Dienstjahren aus dem Gremium aus. Auch Erster Bürgermeister Ludwig Entfellner (CSU) blickte nach zwölf Jahren im Amt auf seine Amtszeit zurück. Die konstituierende Sitzung des neuen Gemeinderats findet am Montag, 11. Mai, statt.

Den Rahmen setzte Entfellner gleich zu Beginn mit einem Zitat, das er als Leitmotiv für alle Ausscheidenden meinte: „Wer für sein Dorf was Gutes tun will, ist im Gemeinderat am richtigen Ort.“ Den längsten Applaus des Abends hätte Bartholomäus Irlinger (OWG) erhalten – wäre er anwesend gewesen. Der dienstälteste Gemeinderat fehlte. Entfellner verlas die Würdigung dennoch: 46 Jahre habe Irlinger dem Wössner Gemeinderat angehört, 18 davon als Zweiter Bürgermeister. „Ein rekordverdächtiger Zeitraum“, sagte Entfellner. Irlinger habe einen großen Teil seines Lebens der Gemeindepolitik gewidmet.

Mit Claudia Schweinöster (FDP/UWG) verlässt nach 24 Jahren ein weiteres politisches Schwergewicht das Gremium. Sechs Jahre war sie Dritte Bürgermeisterin und zwölf Jahre Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses. Entfellner würdigte ihre sachbezogene, klare Argumentation und ihr enormes Fachwissen: „Mit Dir geht zweifellos ein politisches Schwergewicht in den kommunalpolitischen Ruhestand.“

Markus Entfellner (FDP/UWG) scheidet nach zwölf Jahren aus. Er leitete den Rechnungsprüfungsausschuss der Gemeinde. Der Bürgermeister lobte seine fundierten, wohlüberlegten Beiträge und seinen fachlichen Hintergrund: „Dein Fachwissen in finanziellen Angelegenheiten wird nicht leicht ersetzbar sein.“

Johannes Weber (CSU) gehörte zwölf Jahre dem Gemeinderat an, sechs davon als Zweiter Bürgermeister. Auch er bekam seinen Abschied als Gemeinderat, endet doch dieses Amt mit der Übernahme des Bürgermeisteramts. Als Bürgermeister gehört er dem Gremium kraft Gesetzes in völlig anderer Funktion an: Statt als gleichberechtigtes Mitglied zu beraten und abzustimmen, leitet er das Gremium und setzt als ausführendes Organ dessen Beschlüsse um. Er wird vom Gemeinderat kontrolliert. Entfellner dankte Weber für die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Bürgermeisterebene und wünschte: „Eine glückliche Hand, viel Kraft und gute Nerven!“ Weber selbst betonte, wie wichtig ihm der Generationenwechsel und der Austausch zwischen den Generationen seien.

Ute Haag (Parteilos) wirkte sechs Jahre im Gremium. Entfellner beschrieb sie als aufrichtige Person, die ihrem Gegenüber geradlinig ihre Meinung vertreten habe – gepaart mit Bescheidenheit und einer humorvollen Art.

Philipp Weißenbacher (FWG Wössen) war fünf Jahre dabei, als Nachrücker von Andreas Bichler. Das Gremium habe seine offene und direkte Art geschätzt. Der Bürgermeister würdigte auch Weißenbachers jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz für den Sportverein Unterwössen.

Andrew Lloyd (Bündnis 90/Die Grünen) rückte als Nachfolger von Bernd Katzbichler nach und zeichnete sich laut Entfellner durch kritisches Nachfragen und persönliches Engagement aus. Lloyd selbst richtete einen Wunsch an das neue Gremium: Es solle zu Beginn gemeinsam eine Klausur abhalten, um eine Vision für das Dorf zu entwickeln und einen demokratischen Konsens zu finden. Das politische Klima habe sich verändert, das würden alle Parteien feststellen.

Eine Urkunde für jeden scheidenden Gemeinderat erinnert an dessen Dienst und bescheinigt ihn; bei den Zweiten Bürgermeistern bescheinigt eine zweite Urkunde auch dieses Amt.

Den Abschluss bildete der Rückblick des Bürgermeisters auf seine eigene Amtszeit. „Dankbar und zufrieden“ schaue er auf zwölf Jahre zurück. Bürgerschaft, Gemeinderäte und alle Mitarbeiter in Verwaltung und Außenstellen hätten gemeinsam das Dorf nach vorne gebracht. Seinen Dank richtete Entfellner ausdrücklich auch an die Ehrenamtlichen: Sie seien „der Kitt für das gesellschaftliche Leben in unseren Dörfern“.

lfl

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