Rimsting – Die Wallfahrtskirche St. Salvator in der Gemeinde Rimsting und im Pfarrverband Westliches Chiemseeufer bedarf einer Teilrenovierung. Nach langjährigen Überlegungen und Planungen sowie in Abstimmung mit der Erzbischöflichen Finanzkammer kann das Vorhaben nun in die Tat umgesetzt werden. Verbunden mit den Arbeiten sind zwei längere Vollsperrungen der Staatsstraße zwischen Frasdorf und Prien im Bereich von St. Salvator. Insgesamt wurden die Arbeiten laut grober Kostenschätzung auf 660.000 Euro veranschlagt.
Geschätzte Kosten liegen
bei 660.000 Euro
Auflagen und Anforderungen machen es notwendig, dass der Gerüstaufbau und der Gerüstabbau mit jeweils rund zwei Wochen Dauer nur in Ferienzeiten möglich sind; dies ist unter anderem auf die Schulbuslinien zurückzuführen. Geplant ist, dass der Aufbau des Gerüstes in den gesamten Pfingstferien von Freitag, 26. Mai, bis Sonntag, 5. Juni, vorgenommen wird und für diesen Zeitraum eine Straßensperrung mit ausgeschilderten Umleitungen erfolgen wird. Der zweite Straßensperrungszeitraum wird in den Sommerferien sein.
Bei einer Ortsbesprechung vor der Wallfahrtskirche St. Salvator stimmte sich Pfarrer Philipp Werner vom Pfarrverband Westliches Chiemseeufer mit Silvia Gaab, der stellvertretenden Projektleiterin vom Architekturbüro Krug Grossmann aus Rosenheim, mit Verwaltungsleiter Matthias Wicha, mit Mesner Sebastian Wimmer und mit Kirchenpfleger Anton Stein über die nächsten Schritte ab. Erläutert wurde dabei, dass zu den Hauptarbeiten die Sanierung des Chordaches mit seiner Holzkonstruktion, das Langhaus im Traufbereich mit Sanierung der Fußpunkte, das Turmdach mit Erneuerung von Gratziegel, Blech und First sowie der komplette Neuanstrich der gesamten Westseite gehören. Auch der Betonsockel des Turms an der Straße sowie das Gesimse entlang von Langhaus und Chor werden erneuert beziehungsweise saniert.
Für Sebastian Wimmer, der seit 41 Jahren mit seiner Frau Maria-Luise als Mesner die Kirche betreut, werden es nicht die ersten Renovierungen an der Kirche St. Salvator sein. Er war bereits dabei, als 1976 unter anderem das Blechdach erneuert und 1992 die Außenfassade gestrichen wurde. „Die Kirchenmalerarbeiten wird wie zuletzt vor 34 Jahren Susanne Fellner-Mandel aus Wasserburg vornehmen“, erklärt Silvia Gaab.
Weitere Aufträge wurden unter anderem vergeben an das Ingenieurbüro Anderlik in Ebersberg (SiGeKo), an das Ingenieurbüro Karl-Heinz Gebhard (Statik), an die Firma Zosseder in Eiselfing für die Reinigung des Dachstuhls und die Entschuttung, an Elektro Mayer in Rimsting-Zacking für die Elektroinstallationen, an die AVS Verkehrssicherungs GmbH in Grafing, an die Firma Stahlrohrgerüstbau München, an die Zimmerei Schnitzenbaumer in Bad Feilnbach für Zimmerer-, Dachdecker- und Spenglerarbeiten sowie an die Gramer Bau GmbH in Söchtenau für Baumeisterarbeiten.
Schon in den nächsten Tagen werden die Baustelleneinrichtungsmaßnahmen beginnen. Das Priener Pfarramt, die Gemeinde Rimsting und das Landratsamt Rosenheim stehen im Austausch mit den Beauftragten für die Baumaßnahme und bitten um Verständnis für die erforderlichen Verkehrssicherungsmaßnahmen. Die Kirche selbst ist während der Bauphase tagsüber zum Besuch geöffnet.
Die Wallfahrtskirche St. Salvator im Rimstinger Ortsteil St. Salvator liegt an der Straße von Prien nach Wildenwart. Ihre Entstehung verdankt sie der Überlieferung gemäß einem Frevel einer Hostie. Eine Frau aus Siggenham soll in der Pfarrkirche Prien unwürdig zur Kommunion gegangen sein, die Hostie aber nicht verzehrt, sondern mitgenommen haben. Nachdem sie auf dem Heimweg auf halber Strecke Reue ergriffen habe, habe sie die Hostie an der Stelle des heutigen Hochaltars auf die Erde gelegt, wo sie sogleich im Erdboden versank. Dies wurde als Wunder gedeutet, was zum Bau einer Kirche führte.
Kirche bleibt
tagsüber geöffnet
Die Bezeugung des ersten Baus reicht bis ins zwölfte Jahrhundert zurück. So erscheint in einem Traditionskodex des Stiftes Herrenchiemsee eine „ecclesia sancti Salvatoris“, die nach Peter von Bomhard jene Kirche bezeichnet. Der heutige Bau entstand im 15. Jahrhundert und weist typische Merkmale einer mittelalterlichen Hostienkirche auf. Im Jahr 1472 wurde die Kirche vom damaligen Bischof von Chiemsee, Bernhard von Kraiburg, konsekriert. Während das Äußere noch von dieser Bauphase zeugt (Satteldach und spätromanischer Turm), wurde der Innenraum nach und nach umgestaltet und erhielt im Großen und Ganzen seine Gestalt im 18. Jahrhundert.