Schwankungen bei der Gewerbesteuer

von Redaktion

Der Haushalt 2026 der Gemeinde Chiemsee ist beschlossen. Der Fokus liegt auf Pflichtaufgaben, für freiwillige Leistungen bleibt kaum Geld. Kämmerer Karl-Heinz Heitauer sieht mittelfristig einen Konsolidierungsbedarf.

Fraueninsel – Die Gemeinde Chiemsee muss im Haushaltsjahr 2026 einen Großteil ihrer Mittel für Pflichtaufgaben aufwenden, sodass kaum „Spielgeld“ für freiwillige Ausgaben bleibt. Kämmerer Karl-Heinz Heitauer betonte bei der Vorstellung der Zahlen zum Haushalt 2026, dass das prägende Element die Bewältigung der Pflichtaufgaben der Gemeinde sei und für freiwillige Ausgaben kaum Mittel vorhanden seien.

Gesamthaushalt beträgt 2,3 Millionen Euro

Der Gesamthaushalt beziffert sich auf 2,29 Millionen Euro. Davon sind rund 1,6 Millionen Euro für den Verwaltungshaushalt veranschlagt, während der Vermögenshaushalt 683.100 Euro beträgt. Gegenüber dem Ansatz von 2025, der 2,32 Millionen Euro betrug, ist damit ein Minus von 1,47 Prozent zu verzeichnen.

Heitauer konstatierte, dass es eine Besonderheit kleiner Kommunen wie der Gemeinde Chiemsee sei, dass sich Einnahmeschwankungen und Investitionen „überproportional“ auswirkten. In der vergangenen Sitzung der auslaufenden Legislaturperiode stimmte der Gemeinderat auf der Fraueninsel der Haushaltssatzung für das laufende Haushaltsjahr 2026 zu. Wie Kämmerer Karl-Heinz Heitauer nach der Vorstellung der Zahlen erläuterte, seien keine Kreditaufnahmen für Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen vorgesehen, ebenso wenig Verpflichtungsermächtigungen im Vermögenshaushalt. Den Höchstbetrag des Kassenkredits bezifferte er auf 40.000 Euro.

Er hatte eine Grafik zur Entwicklung der Gewerbesteuer mitgebracht, die sich seit einem Tief im Jahr 2022 kontinuierlich von 81.031 Euro auf rund 271.189 Euro im Jahr 2025 entwickelt habe. Den Ansatz für 2026 bezifferte Heitauer jedoch auf nur mehr rund 150.000 Euro. Während die Schlüsselzuweisung heuer gegen null tendiere, steige die Kreisumlage von 176.679 Euro im Jahr 2025 auf 178.256 Euro im Jahr 2026 kaum. Im Jahr 2024 habe sie allerdings noch bei 131.690 Euro gelegen. Er ging auf die anderen Umlagen ein, die sich ebenfalls auf den Verwaltungshaushalt auswirkten. Die Verwaltungsumlage für die Verwaltungsgemeinschaft sinke im Ansatz im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwei Prozent, was 2.000 Euro entspreche. Kalkuliert seien hierfür Ausgaben in Höhe von 102.000 Euro. Bei der Umlage für den Mittelschulverband seien für 2026 gar keine Ausgaben eingeplant. Bei den veranschlagten Personalkosten ist ebenfalls eine Reduktion von 2,3 Prozent vorgesehen, was 12.600 Euro entspreche. Waren auf dieser Haushaltsstelle im Jahr 2025 noch 548.900 Euro geplant, sind es im laufenden Haushalt noch 536.300 Euro. Darin inkludiert sind auch 102.000 Euro für die Verwaltungsgemeinschaft.

Als einen bedeutenden „Sonderfaktor“ bezeichnete der Kämmerer die Sozialversicherungsnachzahlungen in Höhe von rund 250.000 Euro. Auf Nachfrage erklärte Kämmerer Karl-Heinz Heitauer, dass es dabei um eingeplante Rückstellungen gehe und er, da es sich noch um ein laufendes Verfahren handele, keine näheren Angaben machen könne.

Das Gesamtvolumen an Investitionen beläuft sich nach den Aussagen des Kämmerers voraussichtlich auf 182.000 Euro. Rund 8.000 Euro sind an Tilgungsleistung vorgesehen. In die Sanierung des gemeindlichen Kanalnetzes und in die Abwasserbeseitigung will die Kommune rund 110.000 Euro investieren.

Heitauer verwies abschließend auf den Wegfall der Schlüsselzuweisung aufgrund der gestiegenen Steuerkraft. Gleichzeitig sei jedoch die Kreisumlage gestiegen und auch die eingeplante hohe Sozialversicherungsnachzahlung wirke sich auf den Haushalt 2026 aus. So sei für 2026 keine Zuführung vom Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt vorgesehen, informierte der Kämmerer. Rechtlich sei der Haushalt jedoch ausgeglichen und beinhalte auch keine genehmigungspflichtigen Bestandteile.

182.000 Euro
an Investitionen

Mittelfristig sehe er einen angebrachten Konsolidierungsbedarf, auch wenn die hohen Gewerbesteuereinnahmen aus dem vergangenen Jahr die gemeindliche Finanzlage stabilisierten und die Rücklagen die Handlungsfreiheit der Kommune „kurzfristig“ sicherten. Mit Blick auf das kommende Jahr wies der Kämmerer gleichzeitig auf die geplanten größeren Investitionen in den Bereichen Wertstoffhof (rund 50.000 Euro) und Steganlagen (rund 30.000 Euro) hin. Für das Haushaltsjahr 2027 sind dem Ansatz nach circa 1,8 Millionen Euro Gesamthaushalt kalkuliert, für die beiden Folgejahre sind nur mehr circa 1,25 Millionen Euro vorgesehen.

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