Unterwössen – Junge Mitwirkende, 20 Programmpunkte, drei Bühnen, Musik vom österreichischen Blasmusikmarsch bis zur argentinischen Milonga: Das waren die Zutaten zu einem begeisternden Wirtshausmusizieren in der Achentalhalle.
Auch wenn die moderne Achentalhalle mit einem bayerischen Wirtshaus wenig gemein hat, die Stimmung der Kinder und Jugendlichen des Unterwössner Trachtenvereins D’Achentaler und der Volksmusikensembles der Musikschule passte. Blechbläser an der Giebelwand, Gitarren an der Glasfront, eine Harmonika oder ein großes Ensemble auf der Bühne brachten bunte Musik. Fliegende Röcke und Trachtenschürzen, das Klatschen der Hände auf die Lederhose im schneidigen Plattler – immer gab es etwas zu sehen und zu hören.
Die Jugendkapelle Wössen eröffnete auf der Bühne mit „Mein Heimatland“ von Sepp Neumayr. Benedikt Paul, Unterwössner Zweigstellenleiter der Musikschule, begrüßte die Gäste, darunter den damaligen Noch-Bürgermeister Ludwig Entfellner. Als Paul ihn auf die endende Amtszeit ansprach und den Dank für die allzeit gute Zusammenarbeit aussprach, rief Entfellner gut gelaunt vom Tisch: „Noch fünf Stunden.“
Die Kindergruppe der D’Achentaler trat mit dem Auftanz auf, und die Jüngsten des Trachtenvereins drehten und plattelten sich rasch in die Herzen der Zuschauer. Die Jugendgruppe erntete für ihre Auftritte kräftigen Applaus.
Auf einer kleinen Bühne an der Glasfront spielte das Gitarrentrio mit Anna Hacher, Jule Apel und Vincent Gustapfel eine Gavotte von Philipp Heinrich Erlebach. In solchen leiseren Momenten verstummten die Gespräche an den Tischen und die Gäste hörten aufmerksam zu. Beim zweiten Auftritt klang es anders: „Milonga para amigos“ von Hans Brüderl (*1959), Professor an der Universität Mozarteum Salzburg, bringt den Rhythmus der argentinischen Milonga in die Finger. Das dem Tango verwandte Stück zeigte die Bandbreite des Abends auf.
Später spielte die Jugendkapelle „Auf der Vogelwiese“, eine böhmische Polka von Josef Poncar, die auf keinem großen Fest fehlt. Die Bläser des Wössner Viererblechs – Johanna Fritschka, Kilian Bauhofer, Quirin Fritschka und eine Vertretung für den entschuldigten Sebastian Nieß – spielten aus dem Saal, mit Stücken von Erich Gawlik. Hannes und Sebastian Scholl brachten Polkas auf diatonischer Harmonika und Gitarre. Anna und Simon Hacher spielten den „Gmiatlichen Walzer“ von Cornelia Schaborak und das Volkslied „Hans was duast denn Du da“. Vincent Gustapfel trat auch solo auf, mit dem „Nilpferd“ von Horst Großnick.
Ohne großes Aufheben spielte Samuel Polleichter technisch anspruchsvolle Stücke auf der Diatonischen Harmonika, darunter den WGMX-Marsch von Wasti Gehmacher und Stephan Mix. Dazwischen mischten sich in verschiedenen Zusammensetzungen die Tanzauftritte: Die Jüngsten der D’Achentaler tanzten und plattelten sich in die Herzen der Zuschauer, die Jugendgruppe erntete für ihre schneidigen Auftritte kräftigen Beifall. Den passenden Abschluss spielte die Jugendkapelle mit „Eine letzte Runde“ von Markus Nentwich.
Das Publikum passte zum Abend. Benedikt Paul hatte aufgerufen, es sich gemütlich zu machen im netten Gespräch und guten Miteinander. Dann wieder war es mucksmäuschenstill, wenn zarte Töne ihre Zuhörer fesselten. Applaus gab es immer und kräftig, und der Stolz der jungen Mitwirkenden war offensichtlich. Eltern, Geschwister und Verwandte staunten und lobten die Erfolge der jungen Künstler. lfl