„Leben entsteht aus dem Chaos“

von Redaktion

Dr. Sabrina Wilkenshof begeistert mit Humor, Musik und Ehrlichkeit

Prien Mit knapp 40 Besuchern war die Bücherei Prien gut gefüllt, als jüngst die Autorin Dr. Sabrina Wilkenshof ihr aktuelles Buch „Das Chaos umarmen – Wie wir leben können, ohne alles im Griff zu haben“ vorstellte. Die Leserin der Bücherei gestaltete gemeinsam mit ihrem Mann Michael Wilkenshof einen bewegenden und humorvollen Abend. Schon der Auftakt sorgte für eine besondere Atmosphäre: Michael Wilkenshof eröffnete die Lesung musikalisch mit Gesang und Keyboardbegleitung und untermalte den gesamten Abend immer wieder mit Klängen und bekannten Melodien.

Gleich zu Beginn machte die Autorin deutlich, dass ihr Buch kein klassischer Ratgeber sei, sondern ein „Plädoyer für das Chaos und die Ordnung“. Es sollte ein Abend werden, um das „Chaos sichtbar zu machen“. Offen sprach sie über die kleinen und großen Unordnungen des Lebens, Ängste und die alltäglichen Herausforderungen, insbesondere in ihrem eigenen Leben als Mutter von drei Kindern. Dabei ließ sie auch schwierige Themen wie Depression und die Endlichkeit des Lebens nicht aus – immer ehrlich, lebensnah und mit jeder Menge Humor. „Krankheit und Unfälle nehmen keine Rücksicht auf unsere Pläne – wir müssen das Leben nehmen, wie es kommt“, sagte sie.

Auch das Publikum wurde mit einbezogen: Was muss passieren, damit man das Gefühl hat, sein Leben im Griff zu haben? Die Antworten waren so vielfältig wie die Besucher selbst – von To-Do-Listen abhaken, früh aufstehen und gelassen sein bis hin zu kleinen Momenten wie dem friedlichen Einschlafen Hand in Hand nach einem Streit.

Ein besonderer Moment entstand, als Wilkenshof über das Loslassen sprach und ihr Mann anschließend „Let it be“ anstimmte. Fast das gesamte Bücherei-Publikum summte oder sang mit.

Zum Ende des Abends betonte die Autorin, dass jeder das Recht habe, auch einmal überfordert zu sein. Oft hätten Menschen zu früh gelernt, dass das Leben einfach sei, wenn man sich nur genug anstrenge. Auch neige man dazu, sich für die schönen Dinge im Leben rechtfertigen zu müssen. „Wir alle versuchen, gut durchs Leben zu kommen – manchmal klappt es und manchmal nicht. Man braucht nicht denken, den anderen ginge es anders.“ Kurz gesagt: „Leben entsteht aus dem Chaos.“

Zum Abschluss präsentierte Michael Wilkenshof noch die umgetextete Version von „Ich war noch niemals in New York“ unter dem Titel „Ich nehm das Chaos in den Arm“ und rundete damit den Abend stimmungsvoll ab.

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