Traunstein – Über eine gut besuchte Jahresversammlung im Gasthaus Sailer-Keller konnten sich die Verantwortlichen der Feuerwehr Traunstein freuen. Neben Informationen aus dem Vereinsleben beeindruckten insbesondere die Leistungen der ehrenamtlichen Einsatzmannschaft. 283-mal musste die Feuerwehr Traunstein im vergangenen Jahr ausrücken und leistete dabei rund 6.500 Einsatzstunden. Darüber hinaus konnte ein neues Mittleres Löschfahrzeug (MLF) in Dienst gestellt werden. Auch die Sanierung des Feuerwehrhauses an der Scheibenstraße rückt näher.
Ausfahrt zu
86 Bränden
„Im letzten Jahr mussten wir 283-mal ausrücken“, informierte Traunsteins Kommandant Christian Schulz und ergänzte: „Trotz eines leichten Rückgangs der Alarme sind die Einsatzstunden von 6.571 auf 7.814 angestiegen.“ 86-mal gab es Brandalarm, 99-mal wurde technische Hilfe geleistet, und bei elf Einsätzen standen Gefahrstoffe im Fokus. Darüber hinaus leistete die Feuerwehr zusätzlich 18 Sicherheitswachen sowie 69 sonstige Einsätze. Bei 54 Einsätzen handelte es sich um Fehlalarme. Zu den Einsatzstunden kamen weitere 6.823 Übungsstunden hinzu. Neben den Regelübungen wurden zahlreiche Themen in den Fachgruppen Atemschutz/CSA, Maschinisten, ELW/Einsatzleitung, Messzug, Absturzsicherung, Sanitätsgruppe, Ölwehr/Separation und Drohne behandelt. Insgesamt summierten sich damit 14.637 ehrenamtlich geleistete Stunden.
Die Einsatzmannschaft besteht aktuell aus 104 Feuerwehrdienstleistenden, darunter zwölf Frauen. Unterstützt werden die Ehrenamtlichen von drei hauptamtlichen Gerätewarten und einer Teilzeitkraft, die sich für die fünf Traunsteiner Feuerwehren um Ausrüstung, Fahrzeuge und Einsatzkleidung kümmern. Sie warten und prüfen Atemschutzgeräte, führen Reparaturen an Einsatzfahrzeugen und Ausrüstung durch, waschen und reparieren die Einsatzkleidung und übernehmen viele weitere Aufgaben im Hintergrund.
„Die ersten Weichen für die dringend nötigen Sanierungsarbeiten wurden gestellt“, freute sich der Kommandant beim Thema Feuerwehrhaus und betonte: „Dennoch liegt noch ein großes Stück Weg vor uns, ehe wir den Standort energetisch und zeitgemäß saniert haben.“ Das Feuerwehrhaus wurde 1979 gebaut und ist damit seit mehr als 45 Jahren die Heimat der Feuerwehr. Ziel sei es, den bestehenden Standort an die Anforderungen eines modernen Feuerwehrhauses anzupassen und den Bau umfassend zu sanieren.
Zu wenig Wohnraum
und Handwerker
Weiter führte Christian Schulz in der Rubrik „Wo drückt der Schuh?“ aus, dass es im Bereich der Innenstadt schlichtweg zu wenig bezahlbaren Wohnraum gebe. „Dieser wäre extrem wichtig, damit sich dort auch in Zukunft Feuerwehrleute ansiedeln können.“ Gleichzeitig brachte er sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass es im Innenstadtbereich kaum noch Handwerksbetriebe gebe. „Dort arbeiten normalerweise Menschen, die für die Feuerwehr sehr interessant sind“, so der Kommandant.
Darüber hinaus brachte er den Vorschlag zur Schaffung moderner Coworking-Arbeitsplätze im Feuerwehrhaus Traunstein ins Spiel. „Gerade Feuerwehrleute, die im Homeoffice arbeiten, könnten diesen Raum nutzen und wären bei Einsätzen untertags sofort verfügbar“, lautete die Einschätzung von Christian Schulz. Sorgen bereiten ihm außerdem die hohen Einsatzzahlen und Ausfallzeiten der Drehleiter. „Voraussichtlich müssen wir die Ersatzbeschaffung vorziehen“, so seine Einschätzung. Kritik übte er zudem am hohen Dokumentationsaufwand und betonte: „Auch wenn vieles digital geworden ist, ist der Aufwand keinesfalls geringer geworden.“
Jugendwart Andreas Strohmayer informierte über den aktuellen Stand der Jugendfeuerwehr. Derzeit sind sieben Jugendliche bis 16 Jahre aktiv, 13 Anwärter bereiten sich auf den aktiven Dienst vor. „Im vergangenen Jahr traten zwei Feuerwehranwärter in den aktiven Dienst ein“, berichtete er. Bei 26 Übungsabenden und zwölf Beteiligungen an Veranstaltungen kamen insgesamt 1.837 Stunden zusammen. Darüber hinaus berichtete er von drei erfolgreich abgelegten Jugendleistungsabzeichen sowie von einem gemeinsamen Übungstag aller Jugendfeuerwehren der Stadt Traunstein.
Neun Mädchen und 20 Jungen gehören aktuell der Kinderfeuerwehr an. Sophia Handrick informierte darüber, dass die Kinder erstmals die Kinderflamme abgelegt haben und sich sehr über ihre Anstecknadeln als Auszeichnung freuten. Darüber hinaus wurden neue T-Shirts angeschafft, und neben den regulären Übungsstunden besuchte die Gruppe auch die DLRG. „Ein Kind ist bereits in die Jugendfeuerwehr übergetreten“, berichtete die Betreuerin.
Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer griff in seinem Grußwort das Thema Beleidigungen gegenüber Rettungskräften auf und betonte: „Wer einen Feuerwehrler beleidigt, beleidigt die ganze Stadt – und das werden wir keinesfalls tolerieren.“ Gleichzeitig sprach er allen Einsatzkräften den Dank der Kommune aus und würdigte insbesondere den Einsatz der Feuerwehren bei den jährlich stattfindenden Großveranstaltungen. Zudem zeigte er sich erfreut darüber, dass „hinsichtlich des Feuerwehrhauses die ersten Weichen gestellt sind“.
Keine Toleranz
bei Übergriffen
„Zwischen die Feuerwehr und die Polizei passt kein Blatt Papier“, betonte auch der Leiter der Polizeiinspektion Traunstein, Gerrit Gottwald, mit Blick auf die „Beleidigungsproblematik“. Gleichzeitig sicherte er den Feuerwehren „maximale polizeiliche Unterstützung“ zu und stellte klar: „Bei Beleidigungen und Drohungen hört der Spaß auf.“
Zudem dankte Gerrit Gottwald der Feuerwehr für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie die gegenseitige Unterstützung.