Prien – Putenragout mit grünem Spargel und bayerischem Reis – nicht nur Moderatorin Johanna Nagel läuft bei Maria Riepertingers Auftritt als TV-Gourmet-Köchin das Wasser im Mund zusammen. Begeisterung herrscht auch bei 120 Kindern des Priener Gymnasiums, als sie auf dem Priener Wastlhof von der blonden Frau in die Geheimnisse des Hühnerlebens eingeführt wird.
„Wir halten den
Laden zusammen“
Anschließend postet Hoffluencerin Riepertinger auf Instagram noch ein Reel („Meine Tochter ist das einzige Kind aus ihrem Jahrgang, das auf einem Bauernhof lebt.“) und löst eine Diskussion unter ihren Tausenden Followern aus.
Eine Frau, viele Kanäle, eine Mission. „Ich sehe mich stellvertretend für alle Landfrauen und möchte als Vorbild zeigen, was wir alles leisten, dass wir uns nicht verbiegen lassen und unseren eigenen Weg gehen“, sagt Riepertinger im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung: „Wir halten den Laden zusammen und unser Leben muss nicht altmodisch sein.“ Neben ein bisschen Mithilfe auf dem Hof vor allem Kinderbetreuung und Kochen – so stellen sich viele Menschen vermutlich immer noch das Leben einer Frau auf dem Bauernhof vor.
Natürlich gehört all das auch zum Alltag von Maria Riepertinger auf dem Wastlhof im Priener Ortsteil Elperting. Schließlich müssen sieben Personen aus drei Generationen – neben ihr selbst die Schwiegermama, ihr Mann Alois und vier Kinder zwischen elf und 17 – täglich versorgt werden. Darüber hinaus leistet die energische Frau aber viel mehr. Sie kümmert sich in den sozialen Medien ums Marketing für den eigenen Hofladen mit den Produkten des Hühnerhofs. Und wirbt als Hoffluencerin für die bayerische Landwirtschaft.
„Ich möchte mich nicht als Person hervorheben, sondern Öffentlichkeitsarbeit für unseren Berufsstand machen. Es ist extrem wichtig, dass wir direkt mit unseren Verbrauchern kommunizieren“, findet Riepertinger: „Nur so können wir Missverständnisse aufklären und klarstellen, wie wichtig regionale Produkte für das Leben sind.“ Deshalb erzählt die Landfrau mehrmals in der Woche auf Instagram von ihrem Alltag. Und klärt zum Beispiel in der Osterzeit humorvoll darüber auf, warum braunlegende Hennen nicht plötzlich perfekt weiße Eier zum Färben legen können.
Ihre Umtriebigkeit hat Maria Riepertinger schon in mehrere TV-Formate wie die Wirtshaus-Musikanten und die „Wir in Bayern“-Sommerreise gebracht. Jüngster Höhepunkt sind ihre Auftritte bei München-TV in der Reihe „Bayerische Landfrauen kochen auf“. Neben dem Putenragout mit grünem Spargel und bayerischem Reis – Letzteres ist eine spezielle Art Dinkel aus dem Freistaat – sind zwei weitere Folgen mit ihr bereits abgedreht. In einer tritt sie gemeinsam mit der bayerischen Milchprinzessin auf und bereitet Buttermilch-Pfannkuchen mit marinierten Erdbeeren zu. Beim dritten Auftritt begeistert Maria Riepertinger mit hausgemachtem Spinat-Pfannkuchen.
Wie sie es als einfache Landfrau zum „TV-Star“ geschafft hat? Maria Riepertinger zuckt die Schultern und lacht: „Ich frage mich auch manchmal, wie die Dinge zu mir kommen. Aber vermutlich deshalb, weil ich nicht nur rede, sondern einfach mache.“ Deshalb stand sie 2025 auch als Impulsgeberin aus der Region bei der gemeinsamen Aktion von OVB Media und den Magazinen Chiemgauerin und Rosenheimerin zur Wahl. Maria Riepertinger netzwerkt für die Aufwertung der (Land)Frauen nicht nur in Prien – auch beim jährlichen bayerischen Hoffluencer-Treffen. Sie ist über die Region hinaus bekannt. Michaela Kaniber, Bayerns Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, hat Maria Riepertinger bei einem Treffen jüngst vertraulich mit einer Umarmung begrüßt.
Werbeträgerin für
den Berufsstand
Die Frau vom Wastlhof ist zu einer der wichtigsten Werbeträgerinnen für die Frauen in der bayerischen Landwirtschaft geworden. Aber am Ziel sieht sie sich längst noch nicht: „Ich wünsche mir, dass eine starke Frau wie die Influencerin Cathy Hummels gemeinsam mit Michaela Kaniber auf meinen Hof kommt“, sagt Riepertinger. Sie will noch mehr Öffentlichkeit für die Leistungen der Landfrauen, die viel mehr können als lecker kochen.