Grassau – Eine künstlerisch interessante und handwerklich wertvolle Ausstellung wird im Museum Klaushäusl unter dem Motto „Zwischen Kunst und Handwerk“ präsentiert. Erstmals stellen Auszubildende der Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei Berchtesgaden, kurz Schnitzschule, aus. Bei der Ausstellungseröffnung waren einige Schüler wie Lehrer anwesend, erklärten und gaben einführende Worte.
Die neue Ausstellung ist bereits im Freien deutlich an großen Figuren erkennbar. Museumsleiter Alexander Weißer eröffnete in der Niederreserve des Salzmuseums die Ausstellung und stellte dabei die Berufsfachschule vor, die handwerkliche Fähigkeiten vermittle und damit die Grundlagen, um künstlerische Ideen umzusetzen. Dabei werden Kunst und Handwerk stimmig zueinander geführt. Ausgestellt werden Arbeiten aus mehreren Jahrgängen, die in Form und Größe sehr unterschiedlich sind. Auch Werke, die im schulinternen Wettbewerb entstanden sind, sind zu sehen, sowie Arbeiten aus dem Schularchiv und diverse Gesellenstücke. Dabei wurden, so Weißer weiter, nicht nur Holz, sondern auch andere Materialien verwendet.
Etliche wissen, dass das Klaushäusl auch für ihn ein wichtiger Ort ist, so begann Bürgermeister Stefan Kattari seine Ausführungen und verwies zugleich auf seine frühere Wirkungsstätte, war er doch selbst einmal Leiter des Museums. Zudem liege das Museum in voller Verantwortung der Marktgemeinde und dies ohne jede Förderung. Was der Museumsleiter verschwiegen habe, sei, dass er der neue Leiter ist, so stellte Kattari den nun agierenden Museumsleiter Alexander Weißer vor und dankte der ehemaligen Leiterin Anette Grimm.
Über die Schule informierte Fachlehrer Christoph Merker, der die Verbindung von Salz und der Sole, die von Berchtesgaden kam, bis zum Holz, in dem die Sole transportiert wurde, bis zur Ausstellung von Werkstücken der Berufsfachschule Berchtesgaden herstellte. In dem außergewöhnlichen Ambiente des Museums fügen sich die Arbeiten der Schüler ein. Als Kunsthistoriker informierte er über die Schule und deren Entstehung. Um die Schnitzkunst zu modernisieren wurde 1840 die Distriktzeichenschule mit Zeichenunterricht für das Holzhandwerk gegründet. Das war die Geburtsstunde der Schnitzschule. Man wollte Entwürfe und Vorlagen verbessern. Die bis dahin entstandenen Holzerzeugnisse wirkten altbacken.
Abschließend verwies Alexander Weißer auf die unterschiedlichen Exponate, die nicht nur im Ausstellungsraum im zweiten Stock des Museumsgebäudes, sondern auch in der Niederreserve, im Freien und im Eingangsbereich zu finden sind. Im ganzen Museum seien Kunstwerke zu erkunden. Im Eingangsbereich ist ein Holzkarussell ausgestellt, das mit einer Kurbel betätigt werden kann und die plastisch dargestellten Tiere beim Drehen ihren Körper verändern. In der Niederreserve ist eine ganze Armee von kleinen Figuren auf Holz-Stempen zu entdecken, die in unterschiedlichen Posen, mal mit Kind und in Bewegung filigran gearbeitet wurden. Kleine Ausstellungsstücke wurden in Vitrinen arrangiert. Es gibt viel zu entdecken und für viele ist kaum vorstellbar, dass diese Kunst in nur drei Jahren Ausbildung an der Schnitzschule entstehen kann. Da braucht es neben handwerklicher Fähigkeit eine ganze Portion Talent und Kreativität. tb