Prien – Die Ausstellung von Franz Xaver Angerer „Innen Außen II“ wurde in der Galerie im Alten Rathaus eröffnet. Bürgermeister Andreas Friedrich hob in seinem Grußwort hervor, die Werke würden sich nicht auf den ersten Blick erschließen. Sie würden zum längeren Betrachten aus allen Blickwinkeln, zum Innehalten und Nachdenken einladen. Sein bevorzugtes Material Holz weise selbst Spuren auf. Durch seine Bearbeitung würden Kunstwerke mit Glanz und Ausdruck entstehen. Gezeigt würden Skulpturen, Reliefs und Collagen, die sein großes Spannungsfeld präsentierten, das vom Wechselspiel von innen und außen – inneren Erfahrungen und äußerer Realität, Wahrnehmung und Erinnerung, Nähe und Distanz – geprägt sei.
Der Vorsitzende des Kulturfördervereins Georg Klampfleuthner sagte, Kunst schaffe Räume für Begegnung und Austausch, um neue Perspektiven zu erfahren. Angerers Kunst könne nicht auf die Schnelle zwischen figurativ und ab-strakt eingeordnet werden. Sie fordere den Betrachter heraus, genau hinzuschauen, sich auf Ungewohntes einzulassen, den Blick zu erweitern und bestenfalls anders zu denken.
Die Laudatio hielt die renommierte Kunsthistorikerin Gabriele Morgenroth. Die 136 Exponate des Inzeller Bildhauers und Grafikers Franz Xaver Angerer erlaubten einen tiefen Einblick in sein facettenreiches künstlerisches Schaffen, das von der Natur und dem Brauchtum geprägt sei – dargestellt in Werkgruppen, Zyklen und Motiven.
Der gelernte Maschinenbauer, der seit 1988 als freischaffender Künstler arbeite, wurde von der Literatur eines Thomas Bernhard und Oskar Maria Graf inspiriert und erhielt künstlerische Impulse in der Internationalen Sommerakademie Salzburg sowie im Studium bei Professor Zenzmaier im Bronzeguss.
Neben Holz verarbeite der Künstler Rinden, Pilzgeflechte und Karton und kreiere Skulpturen, Holzschnitte, Aquadrucke, Kohlezeichnungen, Bronzen, Fotografien und Collagen. Wuchtige schwere Holzstämme transformiere er zu dünnen fragilen lamellenartigen Strukturen, indem er sie aushöhle, bis nur noch eine dünne Schicht in einer feinfühligen Dramatik existiere. wp