Schleching – Schon als Kind packte Carmen Rohrbach das Fernweh. In der ehemaligen DDR fühlte sie sich eingesperrt. Ein Fluchtversuch scheiterte. Doch später wurde sie von der Bundesrepublik freigekauft und konnte ihre Reiseträume verwirklichen. Sie promovierte am Max-Planck-Institut und forschte ein Jahr lang auf den Galapagos-Inseln über Meerechsen.
In der kleinen Bücherei in Schleching las Carmen Rohrbach vor zahlreichen Gästen aus ihren Büchern und erzählte von ihren Abenteuern. Für jede Reise bereitete sie sich akribisch vor, lernte Sprachen wie Arabisch für den Jemen, stand einem Elefanten in Namibia gegenüber, beobachtete Vulkanausbrüche in Island, war in Kanada eingeschneit und mit Nomaden in der Mongolei unterwegs. Die Zuhörer spürten, dass das Reisen ihr Lebenselixier ist. Sie reist nicht als Touristin, sondern bleibt oft Jahre an den Orten, um Land und Leute kennenzulernen, worüber sie dann ihre Bücher schreibt.
Auf die Frage nach unerfüllten Reiseträumen nannte sie Kamtschatka, das ihr derzeit zu riskant sei, aber auch Skandinavien oder Estland. Den Sinn ihres Schreibens und Lebens sieht sie darin, „weil ich etwas bewahren will.“ Den Kontrast zwischen einsamen Reisen und dem Stadtleben bewältigt sie, indem sie nach der Rückkehr sofort zu schreiben beginnt, um Erinnerungen und Erlebnisse festzuhalten. Die Gäste dankten dem Team um Organisatorin Uschi Ziegler für den interessanten Abend. wun