Gstadt – Bürgermeister Bernhard Hainz (FWG) bedankte sich bei der konstituierenden Sitzung des Gstadter Gemeinderates für „so viel Interesse“ bei den sehr zahlreich erschienenen Bürgern im Gemeindehaus. Er hoffe auf eine gute Zusammenarbeit in der kommenden Wahlperiode.
Bichler und Gartner
zu Stellvertretern gewählt
Vor der Vereidigung der sechs neuen Gemeinderäte bat Georg Anderl (Bürgerliste) zur Verwunderung der Gemeinderäte und auch der Zuhörer um eine kurze Vorstellung. Danach legten Franziska Buchner, Jakob Bichler und Valentin Rohrmüller (alle FWG) sowie Christoph Reif, Peter Kerschl und Peter Hoffmann (alle Bürgerliste) ihren Eid ab.
Dann ging es um das Amt des Zweiten und Dritten Bürgermeisters. Es habe sich bewährt, nicht nur einen Stellvertreter, sondern auch einen Dritten Bürgermeister zu haben, erklärte Hainz. Das Gremium müsse darüber abstimmen. Nach kurzer Debatte fiel mit 9:4 der Beschluss zugunsten eines Dritten Bürgermeisters.
In geheimer Wahl wurde schriftlich über den Zweiten Bürgermeister abgestimmt. Auch hier gab es eine kurze Debatte, da Georg Anderl (Bürgerliste) eine kurze Wahlwerbung in eigener Sache beantragte. Er habe jahrelange Erfahrung, habe viele Wählerstimmen bekommen, was von einem großen Vertrauen der Bürger für ihn zeuge, so Anderl. Josef Gartner (FWG) merkte an, dass bei dieser Wahl nicht der Wählerwille entscheidend sei, sondern das Gremium. Gegenkandidat Bichler sagte, er stehe für die Zukunft. Er sehe sich als Bindeglied zwischen erfahrenen und neuen Gemeinderatsmitgliedern und traue sich zu, sich einzuarbeiten. Michael Rappl (FWG) bat um eine demokratische Abstimmung und darum, die Wahl anzuerkennen. Mit 9:4 Stimmen wurde Bichler schließlich zum Zweiten Bürgermeister gewählt.
Schneller ging es bei der geheimen Wahl zum Dritten Bürgermeister. In dieses Amt wurde der allein vorgeschlagene Josef Gartner (FWG) mit 8:5 Stimmen gewählt. Bei der Vereidigung betonten beide stellvertretenden Bürgermeister ihre Hoffnung auf eine konstruktive Zusammenarbeit zum Wohl der gesamten Gemeinde. Es sei ihm „eine Ehre, Auftrag und Verpflichtung“, so Bichler. Georg Anderl befand, dass es im Interesse aller sei, die ganze Gemeinde voranzubringen. Eine Bemerkung, die Bürgermeister Hainz mit einem „sehr positiv“ und einem „bitte weiter so“ ergänzte.
Die Besetzungen für alle weiteren Posten erfolgten einstimmig. Die beiden vorberatenden Ausschüsse – Werkausschuss und Finanzausschuss – sollen weiter bestehen, die gleichmäßige Besetzung (wie bisher nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren) aus beiden Fraktionen war auch schnell gefunden. In die Verwaltungsgemeinschaft werden neben Bürgermeister Hainz Buchner (Stellvertreter Pletzenauer) und Anderl (Stellvertreter Hoffmann) entsendet. Im Abwasserzweckverband wird sich Michael Rappl (Stellvertreter Hartmut Distler, FWG) gemeinsam mit Bürgermeister Hainz für die Belange Gstadts einbringen, im Mittelschulverband ist es aufgrund der Schülerzahlen allein der Bürgermeister. Im Verwaltungsrat der gKU Breitbrunn-Gstadt sitzen künftig neben Hainz noch Hoffmann (Stellvertreter Anderl) und Gartner (Stellvertreter Pletzenauer), Vorstände bleiben Geschäftsleiter Thomas Wagner und Kämmerer Karl-Heinz Heitauer.
Ebenso einstimmig wurde beschlossen, in der Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts das Sitzungsgeld um fünf Euro auf 35 Euro anzuheben. Auch die Zustimmung zur Einführung des Ratsinformationssystems – offizieller Startschuss Januar 2027 – ging schnell über die Bühne.
Einhellige
Zustimmung
Anschließend ging Geschäftsleiter Wagner in knappen, erläuternden Worten auf die einzelnen Punkte der neuen Geschäftsordnung ein. Diese seien „interne Spielregeln.“ Neu hinzugekommen sei das Ordnungsgeld. Auch werden dem Bürgermeister höhere Wertgrenzen zugestanden. Und der erste Mittwoch im Monat soll Sitzungstag bleiben. Die neue Geschäftsordnung fand einstimmige Zustimmung. „Das hat aber lang gedauert“, raunte so mancher Zuhörer, als dieser Teil der konstituierenden Sitzung nach zweieinviertel Stunden geschafft war. Dabei stand noch als weiterer Tagesordnungspunkt der Stellplatz beim Neubau des FFW-Hauses in Gstadt an.